Ein Street-Art-Star erobert die Wiener Staatsoper. Shepard Fairey hat das Bühnenbild für „Visionary Dances“ gestaltet, die Premiere steigt am 28. März. Im Arsenal bereitet das Team das monumentale Werk nun für seinen Einsatz vor.
Ein 18 Meter breites und neun Meter hohes Kunstwerk liegt im Arsenal bereit für seinen großen Auftritt. Der US-amerikanische Street-Art-Künstler Shepard Fairey hat das Bühnenbild für die Ballettpremiere "Visionary Dances" am 28. März in der Wiener Staatsoper entworfen. Urban Art trifft damit auf klassisches Ballett.
Vorbereitung im Arsenal
In den Dekorationswerkstätten "Art for Ar"t im Arsenal bereitet das Team den großformatigen Druck für das Wiener Staatsballett vor. Stoffbahnen werden gespannt, Kanten kontrolliert, jedes Detail sitzt. Das Bild soll auf der Bühne als Rückaushang hängen und eine prägnante Kulisse bilden.
Shepard Fairey ist international bekannt für sein Obama-Plakat "Hope" aus dem US-Wahlkampf 2008 sowie für das "Obey"-Motiv. Auch in Wien machte er bereits auf sich aufmerksam, unter anderem bei der Ankerbrotfabrik und am Flughafen. Nun gestaltet er erstmals ein Bühnenbild für die Staatsoper.
"Jeder, der etwas im öffentlichen Raum platziert muss zugeben, dass er in gewisser Weise Propaganda macht. Gleichgültig, ob es ein politisches Poster, Werbung oder ein Geschäftsschild ist. Mir ist es wichtig, die Menschen daran zu erinnern, dass Bilder immer eine Absicht verfolgen", erklärte Fairey im "Wien heute"-Interview.
Hitzelandschaft für "Visionary Dances"
Sein Werk für "Visionary Dances" beschreibt er als Hitzelandschaft. Die Gestaltung nimmt Bezug auf die heißen, von Street Art geprägten Straßen Miamis. Auf der Bühne der Wiener Staatsoper bildet diese Bildwelt den Rahmen für einen Ballettabend, der mehrere künstlerische Handschriften vereint.
Am 28. März hebt sich der Vorhang für eine Produktion, in der internationale Street-Art-Ästhetik und klassischer Tanz aufeinandertreffen. Die Staatsoper setzt damit ein sichtbares Zeichen für die Verbindung unterschiedlicher Kunstformen.