Ob zum Bäcker oder andere kleinere Einkäufe, zur Arbeit oder zur Schule oder in der Freizeit zum Tennis - schon heute erledigen rund 610.000 Wienerinnen und Wiener zumindest gelegentlich Alltagswege mit dem Fahrrad. Wie radfahrfreundlich Wiens Bezirke sind, erhebt jetzt der VCÖ.
In Wien schwingen sich immer mehr Menschen in den Sattel und nutzen das Fahrrad als tägliches Verkehrsmittel. nun eindrucksvolle Zahlen für die Bundeshauptstadt. Rund 610.000 Wienerinnen und Wiener nutzen zumindest gelegentlich ihr Fahrrad für die Erledigung ihrer Wege, wie eine aktuelle Analyse der Mobilitätsorganisation VCÖ zeigt. Besonders bemerkenswert ist die Gruppe der Vielfahrer, denn etwa 250.000 Menschen treten täglich oder mehrmals pro Woche kräftig in die Pedale. Um die Situation auf den Straßen weiter zu verbessern, startet nun eine große Umfrage zur Radfreundlichkeit der einzelnen Bezirke.
Sparen und fit bleiben im Alltag
"Das Fahrrad ist gerade in Zeiten hoher Spritpreise ein ideales Verkehrsmittel für kürzere Distanzen", stellt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk fest. Wer regelmäßig seine Alltagswege mit dem Rad bewältigt, profitiert laut der Expertin gleich mehrfach. "Wer regelmäßig Alltagswege mit dem Fahrrad zurücklegt, spart nicht nur Geld, sondern stärkt durch die Bewegung auch Gesundheit und Fitness", betont Schenk weiter. Sie ist davon überzeugt, dass viele Menschen gerne umsteigen würden.
Leopoldstadt top und Liesing flop
Das Potenzial für den Radverkehr ist groß, wie eine Auswertung der MA18 zeigt. Viele Autofahrten sind in Radfahr-Distanz. Und zwischen den Bezirken gibt es beim Radverkehrsanteil große Unterschiede. Dieser lag im Zeitraum 2020 bis 2024 in der Leopoldstadt im Schnitt bei 18 Prozent, in Wien-Landstraße bei 16 Prozent, in der Inneren Stadt bei 14 Prozent sowie in der Josefstadt, Alsergrund und Meidling bei jeweils 13 Prozent, während in Liesing in diesem Zeitraum nur vier Prozent der Alltagswege mit dem Rad gefahren wurden.
Bürger bewerten ihre Grätzel
Die Mobilitätsorganisation möchte nun im Detail wissen, wie sich die Wiener in ihren Bezirken auf zwei Rädern fühlen. "Die Umfrage beleuchtet die Infrastruktur für den Radverkehr, die Verkehrssicherheit, die Erreichbarkeit der Alltagsziele und auch, wie angenehm das Radfahren im Bezirk ist“, führt die Expertin die Schwerpunkte der Erhebung aus. Bis zum 21. Juni kann unter www.vcoe.at/radfahren an der Umfrage teilgenommen werden. Der VCÖ informiert nach Abschluss der Umfrage die Bezirke über das jeweilige Gesamtergebnis.
Ein wesentlicher Punkt für die Zukunft des Stadtverkehrs ist der konsequente Ausbau von sicheren Radwegen. Der VCÖ fordert daher den Lückenschluss im Wiener Radwegenetz, um folgenschwere Unfälle effektiv zu vermeiden. Neben baulichen Maßnahmen sorgen auch Verkehrsberuhigungen und die Ausweitung von Tempo-30-Zonen für ein deutlich angenehmeres Fahrgefühl im Grätzel. Solche Schritte erhöhen die Sicherheit für Kinder ebenso wie für ältere Menschen im täglichen Straßenverkehr. Interessierte Wiener können bis zum 21. Juni auf der Internetseite des VCÖ an der Umfrage teilnehmen und so die Mobilität in ihrer eigenen Nachbarschaft aktiv mitgestalten.