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4. Frauenmord 2019

Schwester im Blutrausch erstochen

Sie wollten nur das Beste für ihn, doch als Eyob B. seine Schwestern sah, drehte er komplett durch. 

Die Vorgeschichte zum 4. Frauenmord in diesem Jahr ist ebenso dramatisch wie schnell erzählt: Eyob B., 21-jähriger Spross einer spanisch-äthiopischen Patchwork-Großfamilie, der als Küchen-Profi vor allem in den Skigebieten in der Schweiz, in Vorarlberg und Tirol arbeitete, war an seinem letzten Arbeitsplatz am Achensee offenbar die Decke auf den Kopf gefallen. Außerdem hatte er Liebeskummer.

In seinem letzten Internet-Posting, bevor er nach Wien abrauschte, beschrieb er das Beziehungs-Aus zu einer noch Unbekannten: „Ich hab dich geliebt wie eine Prinzessin, aber du hast auf mich draufgeschlagen wie auf einen Nagel.“ Das war vor einer Woche.

Weil Eyob schon länger nichts von sich hören ließ, machte sich seine Familie auf die Suche nach dem jungen Mann. Über soziale Medien fand man schließlich heraus, dass sich Eyob in Wien aufhielt und in den Drogensumpf abgeglitten war.

Zwei Geschwister – Eyerus E. (25), die in London lebte, und die Adoptivschwester Raquel E. (32) aus Spanien – machten sich auf die Suche nach ihrem Bruder, den sie nach Hinweisen auf Facebook in der Nacht auf Dienstag am Hauptbahnhof aufspürten.

Als der Bruder, der offenbar völlig zugedröhnt am Bahnhof herumlungerte, bemerkte, wie sich seine beiden Schwestern im Gang von der U-Bahn kommend näherten, stürzte er sich blindlings auf Eyerus. Und nahm sie wie von Sinnen in den Schwitzkasten. Dann stach er mit einem Küchenmesser, das er eingesteckt hatte, immer wieder auf die bildhübsche Verkäuferin einer Drogeriemarkt-Kette in London ein.

Von den gellenden Hilfeschreien alarmiert, stürmte ein achtköpfiges ÖBB-Securityteam auf den Tobenden zu. Mit vereinten Kräften konnte man ihn überwältigen und am Boden festhalten, bis die Polizei ankam. Alle Bemühungen der beherzten Helfer waren allerdings vergebens: Eyerus E. starb. Noch am Tatort zeigte sich der Messerstecher geständig. Welche Drogen er intus hatte, wird ein Bluttest zeigen. Es gilt die Unschuldsvermutung. (kor)

 

ÖBB-Security: "Ich wollte das Opfer retten"

Mehmet S. war Chef vom Dienst, als die Tat geschah. Das Opfer war zu schwer verletzt.     

ÖSTERREICH: Sie hatten Dienst, als die Tat geschah. Was haben Sie gesehen?

Mehmet S.: Es war kurz bevor der Bahnhof geschlossen wurde. Ich sah, wie ein Mann in der Ankunftshalle den Gang entlanglief und dann die Treppen ins Untergeschoß. Kurze Zeit später sah ich zwei Frauen, die ihm nachliefen. Dann hörte ich die Schreie aus dem unteren Geschoß. Alle Kollegen, die an diesem Abend Dienst hatten, und ich liefen sofort hinunter.

ÖSTERREICH: Was passierte im Anschluss?

Mehmet S.: Als wir die Verletzte sahen, sind drei meiner Kollegen sofort auf den Mann losgerannt und haben ihn am Boden fixiert. Ich bin zum Opfer gegangen, um Erste Hilfe zu leisten.

ÖSTERREICH: Hat die Frau noch gelebt?

Mehmet S.: Ja. Ich habe versucht, sie zu beruhigen, und ihr gut zugeredet. Sie sprach nur Englisch. Ich wollte, dass sie die Augen nicht schließt. Ich habe gleich Rettung und Polizei gerufen.

ÖSTERREICH: Leider waren die Verletzungen zu schwerwiegend. Wie geht es Ihnen?

Mehmet S.: Ich versuche, stark zu bleiben.

ÖSTERREICH: Wurden Sie oder Ihre Kollegen verletzt?

Mehmet S.: Nein, der Mann hat keinen Widerstand geleistet und das Messer fallen gelassen.

(L. Eckhardt)

 

Innenminister Kickl lässt prüfen: Brauchen wir Waffenverbots-Zonen?

Im Kampf gegen Gewalt wird überprüft, wo genau Waffenverbotszonen gelten sollen. Test-Gebiete gibt es bereits seit 1. Dezember in Teilen von Innsbruck (Bogenmeile) oder Linz (Hinsenkampplatz). In Linz droht eine 500-Euro-Strafe, noch ist aber kein Verstoß registriert worden. Wiens SP-Bürgermeister Michael Ludwig fordert eine Verbotszone für die ganze Stadt.   

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