Familie in Verdacht

Sex-Arbeiterin (21) in Auto gezerrt und entführt

Ein dramatischer Entführungsfall ereignete sich in der Nacht auf Samstag in Wien.

Eine junge Frau ist in der Nacht auf Samstag in Wien-Meidling von Familienmitgliedern entführt worden. Die 21-jährige Rumänin wurde in ein Auto gezerrt, um sie zurück in ihre Heimat zu bringen, wo sie zur Prostitution gezwungen werden sollte. In Schwechat (Bezirk Bruck a.d. Leitha) befreiten Polizisten die Frau aus dem Pkw. Die 25-jährige Schwester, der 18-jährige Bruder sowie der 27-jährige Schwager wurden festgenommen. Das Landeskriminalamt Wien ermittelt.

Die 21-Jährige wurde seit zwei Jahren von ihrer Familie in Rumänien und in Österreich zur Prostitution gezwungen. Die Einnahmen behielten die Verwandten ein. Die junge Frau befreite sich aus diesem Zwang und begann selbstständig in einem Laufhaus in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus zu arbeiten.

Chauffeur mit Pfefferspray besprüht

In der Nacht auf Samstag sollte sie über ihren Arbeitgeber zu einem Kunden in die Tichtelgasse in Meidling gebracht werden. Ein 39-Jähriger fuhr die Frau zu dem Termin. Dort angekommen näherten sich dem Fahrzeug plötzlich drei Personen, sprühten dem Chauffeur Pfefferspray ins Gesicht, packten die 21-Jährige und zerrten sie in ein Fahrzeug. Sie flüchteten mit der Rumänin auf die Ostautobahn (A4) in Richtung Fischamend.

Der Chauffeur verständigte die Betreiberin des Laufhauses, die wiederum die Polizei wegen der Entführung alarmierte. Bei einer sofort eingeleiteten Fahndung hielten Beamte der Polizeiinspektion Schwechat den Pkw auf der A4 an und befreiten die Frau aus dem Fahrzeug. Die drei Familienmitglieder wurden festgenommen. In einer ersten Befragung gab die 21-Jährige an, dass sie gegen ihren Willen in ihre Heimat nach Rumänien gebracht und zur Ausübung der Prostitution gezwungen werden sollte.

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