Die Neujahrsrede von Kanzler Christian drückt FPÖ in der aktuellen oe24-Umfrage vorerst einmal unter ihr Rekordhoch – Dreier-Koalition hätte bei diesem Wahlergebnis plötzlich wieder die Mehrheit.
Bahnt sich da eine nachhaltige Erholung der Kanzlerpartei an? Die brandneue Sonntagsfrage der Lazarsfeld Gesellschaft (2.000 Befragte von 26. 1. bis 3. 2., max. Schwankungsbreite +/- 2,2 %) bietet der ÖVP ein bisschen Hoffnung. Während Herbert Kickl und seine Freiheitlichen monatelang Richtung 40-Prozent-Marke unterwegs waren, kann die ÖVP nach der Rede von Kanzler Christian Stocker erstmals seit Mitte 2025 klar zulegen.
FPÖ verliert, ÖVP atmet auf
Die nackten Zahlen: Die FPÖ liegt zwar weiterhin mit meilenweitem Vorsprung auf Platz eins, verliert aber im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt und landet bei 35 %. Gleichzeitig kann die ÖVP von Bundeskanzler Christian Stocker erstmals seit Wochen wieder Boden gutmachen. Die Volkspartei klettert um ein Plus von gleich vier Punkten auf 24 %.
Der Zusammenhang mit der „Wehrdienst-Rede“ Stockers ist offensichtlich: Die jüngste Grundsatzrede des Kanzlers, in der er mit dem Versprechen einer Volksbefragung zur Wehrpflicht („Mut und Fleiß statt Blut und Schweiß“) punktete, scheint bei der bürgerlichen Wählerschaft gefruchtet zu haben. Stocker inszeniert sich erfolgreich als der besonnene Fels in der Brandung gegen den „blauen Sturm“.
Regierungs-Wunder: Die Mehrheit steht wieder
Doch die eigentliche Sensation verbirgt sich in der Arithmetik des Wahlrechts. Wenn man die Werte dieser Umfrage hochrechnet, ergibt sich eine völlig neue Mandatsverteilung, die Kickl die Zornesröte ins Gesicht treiben dürfte: Zählt man die aktuelle Dreier-Koalition aus ÖVP, SPÖ und Neos zusammen, käme dieses Bündnis auf stolze 97 von 183 Mandaten. Damit hätte die aktuelle Regierungskonstellation – die viele schon als „totes Pferd“ abgeschrieben hatten – wieder eine glasklare Mandatsmehrheit im Parlament!
Und die anderen Parteien?
Die SPÖ mit Andreas Babler kommt trotz Regierungsbeteiligung (in der aktuellen Koalition mit ÖVP und Neos) nicht vom Fleck.
Die Liberalen bleiben stabil, liegen aber mit 8 % ebenfalls unter ihrem Wahlergebnis.
Die Grünen rutschen wieder unter die psychologisch wichtige 10-Prozent-Marke.
Fazit: „Stocker hat mit seiner Rede eine Art bürgerlicher Turbo gezündet. Die FPÖ ist zwar noch weit vorne, aber es ist eine Warnung für Kickl. Dass ÖVP, SPÖ und Neos rechnerisch wieder eine Mehrheit haben, ist bisher das größte politische Comeback des Jahres. Das Match um das Kanzleramt ist plötzlich wieder völlig offen.