Um etwa die "besorgniserregende" Entwicklung der Jugendkriminalität in Wien in den Griff zu bekommen, fordert die FPÖ mehr Polizeikräften für Wien.
Die Freiheitlichen orten nach einer Serie an Gewaltverbrechen – darunter zuletzt der Fall eines sechsjährigen Mädchens, das von einem Syrer in eine Wohnung gelockt und vergewaltigt wurde – einen "zunehmenden Sicherheitsnotstand" in Wien. "Die aktuellen Fälle sind ein erschütterndes Symptom einer völlig außer Kontrolle geratenen Sicherheitslage", stellte Sicherheitssprecher Stefan Berger gemeinsam mit dem AUF-Polizei-Vorsitzenden Reinhold Maier klar.
Jugendkriminalität "besorgniserregend"
Besonders alarmierend sei die Entwicklung bei der Jugendkriminalität, die sich seit 2021 mehr als verdoppelt habe. Auch die Gewalt eskaliere zunehmend. "Rund 1.000 Messerattacken pro Jahr bedeuten zwei bis drei Angriffe täglich – also etwa alle acht Stunden“, warnt Berger.
Der FPÖ-Politiker vermisste ebenfalls "effektive Maßnahmen an Brennpunkten". So gebe es etwa am Keplerplatz in Favoriten in der Nähe einer Schule "eine offene Alkohol- und Drogenszene" - hier forderte Berger ein Alkoholverbot als ersten Sicherheitsschritt ein.
Lücken im Streifendienst
Besonders problematisch sei auch, dass nur noch ein Drittel aller Polizeidienststellen in Wien "rund um die Uhr" geöffnet und weniger Polizeistreifen auf der Straße unterwegs seien. So zeigen offiziellen Daten des Innenministeriums, dass Wien im Jahr 2025 tatsächlich über 390 Polizisten weniger zur Verfügung hatte. Gleichzeitig kam es zu massiven personellen Abflüssen: 412 Beamte verließen freiwillig den Dienst, 44 wurden in andere Bundesländer versetzt und zahlreiche weitere ins Innenministerium abgezogen oder dienstzugeteilt. "Diese Kräfte fehlen tagtäglich auf Wiens Straßen", so Maier.
Gleichzeitig werde bei der Polizei massiv gespart. Statt der geplanten 2.500 Neuaufnahmen bundesweit wurden 2025 nur 1.422 tatsächlich umgesetzt, in Wien lediglich 775. Zudem wurden Streifen reduziert, Inspektionen eingeschränkt geöffnet und Krankenstände nicht nachbesetzt. "Das ist ein sicherheitspolitischer Blindflug auf Kosten der Bevölkerung und der Polizisten", warnte Maier.
Forderung nach mehr Polizei
Besonders scharf kritisierte Maier die Darstellung von ÖVP-Innenminister Karner: "Von einem Personalzuwachs zu sprechen, ist ein bewusstes Täuschungsmanöver. Es werden nur Neuaufnahmen den Pensionierungen gegenübergestellt, während Kündigungen, Versetzungen und interne Abzüge einfach ausgeblendet werden."
Die FPÖ fordert daher einer Personaloffensive mit 1.500 Polizeikräften mehr für Wien und eine Stärkung der Polizeipräsenz auf Wiens Straßen. Auch das geplante neue Dienstzeitmodell müsse gestoppt werden, da es die Situation weiter verschärfen würde.