Kündigte der IS-Terrorist seine Taten auf Facebook an?

Zweites Facebook-Profil entdeckt

Kündigte der IS-Terrorist seine Taten auf Facebook an?

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Der mutmaßliche IS-Attentäter Qaeser A. hatte ein zweites Facebook-Profil.

Qaeser A. wurde am Montag festgenommen. Laut Staatsanwaltschaft steht er im dringenden Verdacht, im Oktober und Dezember 2018 in Deutschland terroristische Anschläge auf Bahnstrecken durchgeführt zu haben. In der Nähe der Tatorte waren Schriftstücke in arabischer Sprache sowie eine IS-Flagge gefunden worden. Der 42-jährige Iraker gestand die Taten, streitet jedoch jeglichen IS-Hintergrund ab. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Der Verdächtige, der vor sieben Jahren nach Österreich kam, diente angeblich in der Leibgarde von Iraks Ex-Diktator Saddam Hussein, den er bis heute glühend verehren soll.

Am Dienstag wurde seine Frau wegen Verdachts der Beitragshandlung verhaftet. Heute Nachmittag dürfte die U-Haft verhängt werden. Insider rechnen damit, dass seine Frau, die alles abstreitet und nichts gewusst haben will, wieder auf freien Fuß kommen könnte. Die vier Kinder (drei Mädchen und ein 14-jähriger Sohn) wurden vorübergehend bei Verwandten, Bekannten oder dem Wiener Jugendamt untergebracht.

Kündigte er seine Taten auf Facebook an?

Auf dem bisher bekannten Facebook-Profil, das erst im November 2018 erstellt wurde, gibt Qaeser A. Graz als seine aktuellen Wohnort an. ÖSTERREICH entdeckte sein zweites Profil, auf dem er angibt, in Athen zu leben. Dieses Profil wurde im April 2017 erstellt.

Auf dem Profilfoto ist ein unbekannter Mann mit einer Schusswaffe zu sehen, als Bildbeschreibung wählte der Iraker "Seid bereit". Bei der Waffe auf dem Foto handelt es sich um ein AR-15, ein halbautomatisches Gewehr. Da ist unter anderem das gleiche Modell, das auch der Christchurch-Attentäter verwendete. Die Waffe ist auch als "ziviles Modell" der M16 bekannt.

Kündigte er mit diesem Foto und dem Text seine Taten an? Hochgeladen hat er das Foto am 3. September 2018, also vor den misslungenen Anschlägen auf ICE-Züge in Deutschland im Oktober und Dezember 2018. 

Kündigte der IS-Terrorist seine Taten auf Facebook an?
© Facebook

Unter seinen "Gefällt mir"-Angaben befindet sich unter anderem die Facebookseite eines Fitness-Studios in Simmering (das Qaeser A. definitiv besuchte), die Agentur für Arbeitsintegration von Flüchtlingen & Migrantinnen oder Die Brücke des Friedens - alles Bezugspunkte in Wien... 

Qaeser im Fitnessstudio CleverFit
© Facebook

Terrorverdächtiger nicht vorbestraft

Der mutmaßliche IS-Sympathisant, der in Wien im Zusammenhang mit Anschlägen auf ICE-Züge in Deutschland festgenommen wurde, war unbescholten. Er war nicht vorbestraft, erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, Nina Bussek, am Mittwoch gegenüber der APA.

Über die Verhängung der Untersuchungshaft muss das Landesgerichts für Strafsachen Wien bis Donnerstagabend entscheiden, wie die Gerichtssprecherin Christina Salzborn auf Anfrage mitteilte. Der 42-jährige Iraker war am Montag in Wien verhaftet worden. Laut Staatsanwaltschaft steht er im dringenden Verdacht, im Oktober und Dezember 2018 in Deutschland terroristische Anschläge auf Bahnstrecken durchgeführt zu haben. In der Nähe der Tatorte waren Schriftstücke in arabischer Sprache sowie eine IS-Flagge gefunden worden. Verletzt wurde niemand.

Video zum Thema: Nachbarin des Zug-Attentäters im Interview

Qaeser A war anerkannter Flüchtling

  • „Unauffällig“: „Das war eine unauffällige Familie“ – wie so oft sind auch in diesem Fall das die Kommentare der Nachbarn. Auch bei der Überprüfung für das Asylverfahren wurde Qaeser A. (42) als unbedenklich eingestuft. Dieses Por­trät ergeben die Recherchen von ÖSTERREICH:

  • 7 Jahre Österreich: Der Iraker lebte seit sieben Jahren in Österreich. Davon die letzten sechs Monate im Wiener Gemeindebau. Er hat Asylstatus.

  • Hass auf Westen: Der vierfache Vater war Mitglied der Leibgarde Saddam Husseins, verehrt den ehemaligen irakischen Diktator und hasst alles Westliche.
  • Security: A. studierte an der TU in Wien und er arbeitete als Security bei Fußballspielen. Brisant: Gerade Menschenansammlungen gelten als Terrorziele.

Video zum Thema: Mutmaßlicher Terrorist verhaftet: Nachbarin im Interview
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