Verdacht der Tötung

Todesdrama am Großglockner: Alpinrechtsexperte in ZIB2 - "Einiges ist unverständlich"

Kerstin G. (33) wurde nur wenige Meter unterhalb des Gipfelkreuzes des Großglockners tot aufgefunden. In der ZIB 2 schätzt Alpinrechts-Experte Robert Wallner das Drama ein. 

Kerstins 37-Jähriger Freund muss sich am Donnerstag am Landesgericht Innsbruck wegen grob fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten.

Der Erfrierungstod der 33-jährigen Kerstin G. wenige Meter unterhalb des Gipfelkreuzes am Großglockner sorgte weltweit für große Aufregung. Die junge Salzburgerin soll laut Anklage bei ihrer Bergtour im Jänner 2025 von ihrem eigenen Freund (37) "schutzlos, entkräftet, unterkühlt und desorientiert" zurückgelassen worden sein.

Der Freund muss sich jetzt wegen grob fahrlässiger Tötung vor dem Landesgericht verantworten. Dieser bestreitet die Vorwürfe vehement.  

Experte in der ZIB2: "Einige Punkte erscheinen unverständlich"

Robert Wallner war Staatsanwalt und ist Alpinrechts-Experte. Zugeschaltet aus Innsbruck spricht er mit ZIB2-Anchor Armin Wolf. So sagt Wallner: "Dass jemand als Führer aus Gefälligkeit und nicht als gleichberechtigter Bergkamerad wahrgenommen wird, macht einen Unterschied vor Gericht. Dann geht nämlich Verantwortung auf den besser Qualifizierten über."

Wallner sagt: "Wenn einer in der Gruppe faktischer Führer ist, heißt das nicht, dass er für alles haftet, was passiert. Es muss zusätzlich ein konkreter Sorgfaltsverstoß nachgewiesen werden."

Warum wurde die Tour so spät begonnen? Warum sind sie nicht umgedreht? Warum setzten sie keine Notrufe ab? Warum lag die Frau im Schnee ohne ihren Biwak-Sack und ohne Alu-Rettungsdecke, obwohl sie die im Rucksack hatte?

Experte Wallner antwortet in der ZIB2: "Einige Punkte erscheinen unverständlich." Am Donnerstag erwarte man sich bei der Verhandlung Klarheit. "Manchmal sind auch rationale Handlungen nicht mehr möglich, bei Sturm, in der Höhe, wenn die Partnerin im Sterben liegt."

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