Operation "Thunder"

Zoll: Das Geheimnis hinter diesen Ohrringen

Im Rahmen der neunten Operation "Thunder" sind im Vorjahr insgesamt 4.640 Beschlagnahmungen im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen Handel von geschützten Tier- und Pflanzenarten durchgeführt worden.

Auch das Zollamt Österreich (ZAÖ) war beteiligt und stellte dabei Elfenbeinfiguren, 55 Ohrringe aus Papageienfedern und eine griechische Landschildkröte sicher. Letztere sollte von Bosnien und Herzegowina über Wien in den USA landen, berichtete das Finanzministerium am Sonntag.

Im Laufe der von Interpol mit Unterstützung der Weltzollorganisation organisierten Kooperation, die von Mitte September bis Mitte Oktober andauerte, entdeckten die Zöllnerinnen und Zöllner im Postverteilzentrum Wien über 500 Kapseln eines Nahrungsergänzungsmittels mit dem Inhaltsstoff Rosenholz. Weiters fanden sich 230 Gramm Beluga-Kaviar in Postsendungen.

Zollamt Österreich

In Österreich wurden im Rahmen der Operation unter anderem 55 Ohrringe mit Papageienfedern aus Peru, die auf einem Flohmarkt in Wien angeboten waren, sichergestellt.

© APA/BMF/ZAÖ

Zollamt Österreich

Der Zoll konnte sechs Elfenbeinfiguren, die über eine Onlineplattform zum Verkauf angeboten wurden, sicherstellen.

© APA/BMF/ZAÖ

Zollamt Österreich

Im Reiseverkehr wurde eine griechische Landschildkröte aufgegriffen, die von Reisenden aus Bosnien und Herzegowina über Wien in die USA verbracht werden sollte.

© APA/BMF/ZAÖ
 

Illegale Geldströme im Visier

Ein weiterer Aufgriff betraf ein Armband aus Alligatorenleder, das im Zuge einer Zollabfertigung in einer Kuriersendung aus der Türkei festgestellt wurde. Als Folge wurden insgesamt Anzeigen gegen sieben Personen an die jeweils zuständigen Finanzstrafbehörden des Zollamts Österreich erstattet. Diese haben die weiteren finanzstrafrechtlichen Ermittlungen übernommen.

"Das Ergebnis der Operation 'Thunder' zeigt die positiven Auswirkungen internationaler Zusammenarbeit im Kampf gegen den illegalen Handel mit artengeschützten Tieren, Pflanzen und daraus hergestellten Waren", resümierte Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ). Der Versuch, mit geschützten Arten oder deren Nebenprodukten Geld verdienen zu wollen, sei kein Kavaliersdelikt. Nicht zuletzt stützte sich die Operation maßgeblich auf eine enge grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Strafverfolgungsbehörden und Finanzplattformen, um illegale Geldströme nachzuvollziehen, wie etwa im Fall von Kryptowährungen durch kriminelle Netzwerke.

Rekordhoch bei Pflanzen und Pflanzenerzeugnissen

Dass im Rahmen dieser weltweiten Aktion rund 30.000 lebende Tiere sichergestellt wurden, sei ein starkes Signal für den Artenschutz und für die Entschlossenheit der Behörden, ergänzte Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP). Während der Operation "Thunder" wurden global unter anderem 5,8 Tonnen an Buschfleisch sichergestellt. Auch 245 Tonnen geschützter Meeresarten wurden beschlagnahmt.

Ein Rekordhoch erreichten die Aufgriffe von über zehn Tonnen lebenden Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse, deren Nachfrage von Sammler- und Gartenmärkten hochgetrieben werde. Die teilnehmenden Staaten meldeten zudem die Sicherstellung von über 32.000 Kubikmetern Holz. "Illegaler Holzeinschlag verursacht erhebliche wirtschaftliche, soziale und ökologische Schäden und dürfte Schätzungen zufolge zwischen 15 und 30 Prozent des weltweiten Holzhandels ausmachen", berichtete das Finanzministerium dazu.

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