100.000 bei Mai-Aufmarsch am Rathausplatz

Tag der Arbeit

100.000 bei Mai-Aufmarsch am Rathausplatz

Traditioneller Aufmarsch der SPÖ am Wiener Rathausplatz.

Die SPÖ hat am heutigen 1. Mai beim traditionellen Aufmarsch in Wien vor der steigenden Arbeitslosigkeit in Europa gewarnt - und dabei vor allem auf die Zahlen bei den Jugendlichen verwiesen.

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Zehntausende Menschen kamen zum traditionellen Mai-Aufmarsch der SPÖ vor dem Wiener Rathaus.

Kanzler Werner Faymann und Wiens Bürgermeister Michael Häupl genossen das Bad in der Menge.

VP-Vizekanzler Schindelegger forderte am 1. Mai einen begünstigten Steuersatz auf Mitarbeiterbeteiligung.

H.C. Strache beging den Tag der Arbeit in Linz.

Die Grünen haben bei ihrer Veranstaltung zum 1. Mai in Linz die Schaffung von Zukunftsjobs ins Visier genommen. Eva Glawischnig forderte dabei je eine Öko- und eine Bildungsmilliarde.

Das BZÖ veranstaltete eine Pressekonferenz am "Tag der Arbeit". Thema: Verlängerung der Ladenöffnungszeiten.

"Es kann nicht gerecht sein, wenn junge Leute nicht einmal die Chance bekommen, sich mit Arbeit zu beweisen und Geld zu verdienen", sagte Bundeskanzler Werner Faymann in seiner Rede: "Wenn 5 Mio. Jugendliche in Europa keine Arbeit finden, was willst du denen sagen über unser Gesellschaftssystem? Außer, dass dieses System in vielen Bereichen ungerecht ist."

Daher, so betonte er, brauche es eine starke Sozialdemokratie. In Österreich gebe es zwar die höchste Beschäftigung seit 1945 und eine geringe Jugendarbeitslosigkeit, die Sozialdemokratie sei jedoch eine europäische Bewegung. "Wir sind erst zufrieden, wenn Menschen eine Arbeit haben, von der sie auch leben können, wo sie nicht drei Jobs brauchen, um einmal auszukommen für ihr Leben. Wir sind also eine unzufriedene Bewegung", betonte Faymann.

Das rote Mai-Event am Rathausplatz ist die größte Veranstaltung zum Tag der Arbeit. Auch heuer marschierten tausende Menschen aus den Bezirksorganisationen bzw. der Teil- und Vorfeldorganisationen im Sternmarsch zum Rathaus - bei rekordverdächtigen hochsommerlichen Temperaturen. Bei der Schlusskundgebung ergriffen neben Bundeskanzler Faymann auch Vizebürgermeisterin Renate Brauner, ÖGB-Präsident Erich Foglar sowie Bürgermeister Michael Häupl das Wort.

ÖVP mit traditioneller Gegeninszenierung
Für die ÖVP ist der 1. Mai traditionell der Tag der Gegeninszenierung zum SP-Aufmarsch am Wiener Rathausplatz. So auch dieses Jahr: Nach einer zweistündigen "Arbeitssitzung" des schwarzen Regierungsteams in der Parteiakademie forderte VP-Obmann Michael Spindelegger am Dienstag die steuerliche Förderung der Mitarbeiterbeteiligung am Unternehmensgewinn. Konkrete Vorschläge sollen kommendes Jahr folgen.

 "Bei uns ist die Perspektive nicht Arbeitszeitverkürzung bei gleichem Lohn, bei uns ist die Perspektive bei gleicher Arbeitszeit mehr Lohn", sagte der VP-Obmann mit Verweis auf die in der SPÖ laut werdende Forderung nach einer generellen 38,5 Stunden Woche. Er plädiert daher für einen ermäßigten Steuersatz von 25 Prozent (statt bis zu 50) auf Zahlungen zur Beteiligung der Mitarbeiter am Unternehmensgewinn nach Vorbild der Aktiengewinn- und der Kapitalertragssteuer.

BZÖ forderte am "Tag der Arbeit" Verlängerung der Öffnungszeiten
Das BZÖ fordert eine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten. Diese seien nicht mehr zeitgemäß, so Bündnisobmann Josef Bucher bei einer Pressekonferenz am 1. Mai. Die Geschäfte sollen von Montag bis Samstag zwischen sechs und 22 Uhr offen sein, also insgesamt 96 Stunden pro Woche. Zusätzlich soll es Ladenbesitzern frei stehen, an einem Sonntag im Monat zu öffnen. Ähnliches forderte das BZÖ bereits im Juni 2011.

Strache will "Kanzler der Herzen" werden
Die FPÖ beging den 1. Mai in Linz, wo derzeit der Urfahraner Jahrmarkt stattfindet. Im Europabierstadl schwor Bundesparteichef Heinz-Christian Strache seine Anhänger gut eineinhalb Stunden lang auf die blaue Offensive "Direkte Demokratie sofort: Dem Volk sein Recht" ein. Strache stellte erneut den Führungsanspruch: "Ja, ich will ein Kanzler der Herzen für alle Österreicher sein." Er strebt mittlerweile 33,4 Prozent und damit eine Verfassungssperrminorität an.
 

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