Erste Umfrage: FP stürzt brutal ab

ÖVP legt stark zu

Erste Umfrage: FP stürzt brutal ab

Abenteuerliche Spendenkonstruktionen, wüste Beschimpfungen von politischen Mitbewerbern und die freihändige Zusicherung von staatlichen Aufträgen – das war den FPÖ-Wählern zu viel: In der ersten Um­frage nach dem Skandal­video auf Ibiza von Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ­(Research Affairs für ­ÖSTERREICH, 18. bis 20. Mai, 500 Befragte) rasselt die FPÖ auf 18 % hinunter.

FPÖ liegt nur noch 
auf dem dritten Platz

  • FPÖ. Im Vergleich zur Vorwoche verliert die FPÖ bei der Sonntagsfrage zum Na­tionalrat ganze fünf Prozentpunkte. Nach dem Rücktritt von Parteichef Heinz-Christian Strache liegen die Blauen mit 18 % nur mehr abgeschlagen auf dem dritten Platz. Schwacher Trost: Po­litbeobachter hatten mit einem noch größeren Absturz der FPÖ gerechnet – so wie nach Knittelfeld im Jahr 2002, als es die Partei überhaupt zerbröselte. Doch beim harten Kern der blauen Wähler dürfte sich unter Neoparteichef Norbert Hofer bereits ein „Jetzt erst recht“-Effekt bemerkbar machen. Interessantes Detailergebnis: In Wien kommt die FPÖ unter Hofer derzeit überhaupt nur noch auf 14 %.
  • ÖVP. Großer Profiteur des Absturzes ist wie 2002 die ÖVP von Kanzler Sebastian Kurz. Sie steigt auf 38 % und liegt mit diesem Plus von vier Prozentpunkten unangefochten in Führung. Der Vorsprung auf die SPÖ auf dem zweiten Platz beträgt bereits zwölf Prozentpunkte.

SPÖ profitiert kaum 
vom blauen Skandal

  • SPÖ. Überraschend wenig profitieren kann hingegen die SPÖ mit Parteiobfrau Pamela Rendi-Wagner von den blauen Verlusten. Sie kommt derzeit nicht vom Fleck. Im Vergleich zur letzten Umfrage ist der Zugewinn trotz des blauen Skandals gerade einmal ein Prozentpunkt mehr. Der zweite Platz ist mit 26 % freilich abgesichert.

Neos legen auf 9 % zu, 
Grüne mit 5 % im Nationalrat

  • Neos und Grüne. Bei den Kleinparteien ist der Einzug der Neos in den Nationalrat gut abgesichert. Die Pinken kommen auf 9 % (+1 %). Die Grünen erreichen derzeit 5 %, womit sie ebenfalls wieder im Parlament vertreten wären.
  • Für Peter Pilz und seine Liste Jetzt würden die Neuwahlen hingegen das politische Ende bedeuten. Sie schaffen mit nur 2 % den Einzug in den Nationalrat nicht mehr. Pilz’ einzige Chance ist eine Wiedervereinigung mit den Grünen, die bereits vor den EU-Wahlen angedacht war.

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Kanzlerfrage: Kurz legt kräftig zu, Hofer bei 13 %

Direktwahl. Sebastian Kurz legt auch in der Kanzlerfrage noch einmal kräftig zu. Der ÖVP-Chef käme auf 46 %, könnte der Kanzler direkt gewählt werden. Das ist sein bisheriger Bestwert (+5 % zur Vorwoche). SP-Chefin Pamela Rendi-Wagner liegt un­verändert bei 26 %. Neu abgefragt wurde der de­signierte FPÖ-Chef Norbert Hofer. Er kommt auf 13 % und liegt nur auf Platz 3. Sein Vorgänger Heinz-Christian Strache erreichte bei seiner letzten Kanzlerfrage 20 %.

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Nach Ibiza-Video: 60 % befürworten Neuwahlen

Research Affairs stellte zum Skandalvideo aus ­Ibiza auch einige Detailfragen. Die Neuwahlen im September befürwortet die Mehrheit: 60 % der Befragten sprechen sich dafür aus, dass Kanzler Kurz diese nach Veröffentlichung des Ibiza-Videos ausgerufen hat. 40 % lehnen Neuwahlen hingegen ab.

  • FP bleibt für 30% wählbar. Das Video hat auch Auswirkungen auf die FPÖ-Wähler. Für 13 % ist die Partei nun nicht mehr wählbar. 57 % geben an, dass die FPÖ für sie nie wählbar gewesen sei. Aber immerhin 30 % sagen, dass die FPÖ für sie prinzipiell weiter wählbar ist.
  • Hofer beliebtester Strache-Nachfolger. Mit Norbert Hofer als Nachfolger von Heinz-Christian Strache als Parteichef der FPÖ sind 52 % zufrieden. 18 % würden Heeresminister Mario Kunasek bevorzugen. Innenminister Herbert Kickl wollen 9 % an der FPÖ-Spitze.
  • Megaskandal. Der Aus­sage „Das Ibiza-Video ist ­einer der größten Skandale in der österreichischen Politlandschaft der Zweiten Republik“ stimmen 60 % zu.

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Rücktritt von Strache halten 83% für richtig

Dass Strache nach dem Videoskandal zurückgetreten ist, befürwortet die große Mehrheit. 83 % sagen in der Research-Affairs-Umfrage: Der Rücktritt war völlig richtig, nur 17 % hätten Strache gerne als FPÖ-Chef und Vizekanzler behalten. Interessant: Unter den FPÖ-Wählern sind nur 60 % für den Rücktritt, 40 % stehen zu Strache als Parteichef.

Die Entschuldigung Straches halten 57 % für „an den Haaren herbeigezogen“. Für 71 % war das Video nicht überraschend. Sie sagen: „Diese Aktion ist typisch für politische Akteure.“

Das Vertrauen in die Politik verloren 29 % zur Gänze, weitere 36 % haben das Vertrauen „etwas verloren“ – also insgesamt 65 %. Für 35 % hat das Video keine Auswirkungen.

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