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Grosz gesagt: Der kritische Blick

#allesdichtmachen: Hexenprozesse, Zensur, Einschüchterungen

Polit-Blogger und oe24-Kolumnist Gerald Grosz kommentiert für Sie die Polit-Woche in seiner bekannt charmanten Art. 

Liebe User und Seher von oe24

Willkommen bei GROSZ GESAGT, dem überaus kritischen Blick auf die aktuellen Geschehnisse unserer Zeit! Kritisch, direkt, unabhängig – und scharf wie Messer! Versprochen.
Hysterisches Treiben war diese Woche im medialen Hühnerstall Österreichs und Deutschlands zu vernehmen. 54 Künstler und Schauspieler erdreisteten sich doch tatsächlich aus dem Cordon dictatorial auszubrechen und die alternativlose Lockdown-Politik mit ihrer Initiative #allesdichtmachen zu kritisieren, zynisch, bisweilen sarkastisch auf die Schaufel zu nehmen. Da haben sich doch tatsächlich angesehene Schauspieler erlaubt, das Drehbuch ihrer bekannten Schmachtrollen zu verlassen, sich eine eigene Meinung zu bilden, diese auch laut zu vertreten und die allgemeine Corona-Politik der Regierungen zu kritisieren. Eine herbe Niederlage für Merkel, Kurz und Co, dass ausgerechnet meinungsbildende Publikumslieblinge nicht mehr part of the game der allgemeinen Vireninszenierung sind, aus dem Käfig der systemkünstlerischen Handaffen und Marionetten ausbrachen.

Ein bemerkenswerter Satz fiel in einem dieser Protestvideos. Der Mensch sei ja der Wirt des Virus, wenn es den Menschen nicht mehr gäbe, gäbe es auch den Virus nicht mehr. Aus dem Herzen gesprochen, Frau Proll, Herr Jan Josef Liefers. Und wie das Amen im Gebet folgte die Zensur der Empörten, die Einschüchterung und Verfolgung durch die Mächtigen. Man könne doch solchen Schauspielern kein Engagement mehr geben, tönte es aus dem Kreis der altbekannten GutmenschInnen, deren Begriff der Meinungsfreiheit dann doch sehr eingeschränkt ist. Mehr hat es nicht gebraucht, einige zogen ihre Videos zurück, mussten am Pranger der Bevormundung ihren Theorien hochheilig abschwören. Und vieles erinnerte diesbezüglich an die Hexenprozesse, wo im Angesicht der Hitze des inquisitorischen Scheiterhaufens jedes Geständnis möglich war. Man sieht, dass Meinungsfreiheit eben doch mehr ein seltenes Gut geworden ist, das von einer Minderheit in Anspruch genommen wird, um deren subjektive Wahrheit über die Realität der Mehrheit zu stülpen. Apropos Inquisition. An dieser schrammt Österreichs Umweltministerin Gewessler knapp vorbei. Denn sie schlachtet die Heilige Kuh, also das Auto der Österreicher. Wenn es nach den Plänen der grünen Ministerin geht, sollen die Steuern auf Treibstoffe um fünfzig Prozent angehoben werden. Vor wenigen Wochen noch, meinte die Gute überhaupt, man müsse den Autofahrern ihren geliebten PKW enteignen, wenn sie sich nicht an die Straßenverkehrsordnung halten. Man sieht, nachdem wir in Bälde den Corona-Wahn überlebt haben, kommen postwendend die ökologischen Theorien der Heiligen Gretl aus Schweden wieder auf das Tablet der Tagespolitik. Vom Regen des Virus in die Traufe des Klimawandels. Autos sollen eingezogen werden und die Wenigen die dann noch eines haben, sollen mehr Steuern zahlen. Wie sich die Einschränkung der individuellen Freiheit mit der Tatsache einer grassierenden Weltwirtschaftskrise ausgeht, werden uns die grünen Sackhüpfer noch zeigen. Ein anderer Sackhüpfer aus dem Nationalrat stellte unlängst seine intellektuelle Begabung unter Beweis.

Ein Drittel der Intensivpatienten stirbt auf der Intensivstation. Wenn man also die Intensivbetten aufstocken würde, stürben mehr Menschen, hinterließ uns der Hinterbänkler aus den Reihen der türkisen ÖVP einigermaßen ratlos. Seiner Theorie folgend, müssten wir Krankenhäuser schließen, damit keine Menschen mehr krank werden. Die Friedhöfe einplanieren, damit keine Menschen mehr sterben. Die Feuerwehren auflösen, damit es eben nicht mehr brennt. Folglich müssten wir nur das Parlament auflösen, dann gäbe es auch keine Dummheit mehr. Dumm lief es auch diese Woche für die große Genossin Vorsitzende Pamela Joy Rendi Wagner. Ihr eigener Parteifreund, der Großmufti aller Gelsen vom Neusiedlersee, Hans Peter Doskozil schrieb der Frau ohne Joy einen Brief. Er lege alle bundespolitischen Funktionen zurück und mische sich in das verhärmte Regime der Sozialisten im Zentralsekretariat der Löwelstraße nicht mehr ein. Anders ausgedrückt wünschte Burgenlands mächtiger Landeshauptmann seiner eigenen Parteifreundin „baba und foi net.“ Nun hat also auch die SPÖ ihr „einfaches Parteimitglied“. Ob es dadurch einfacher wird, sei dahingestellt. Einfacher wird es ab nächster Woche für die Wiener. Nach Wochen der verschärften Festungshaft an den Heizkörpern ihrer eigenen Wohnzimmer dürfen die Bewohner der Bundeshauptstadt wieder in die Freiheit. Michael Ludwig, neben Rendi Wagner, die letzten roten Mohikaner der Wach- und Schließgesellschaft dürfte dann doch bemerkt haben, dass die Lockdown-Politik doch nicht ganz auf ungeteilte Freude der Landsleute trifft.

Unsere Landsleute beschäftige diese Woche wieder unser allseits geliebter Gesundheitsminister Mücke Mückstein. Vorige Woche noch im Best of Mode mit seinen Sneakers unterhielt uns der Neo-Minister diese Woche mit seinem Rauchverhalten. Er sei neben dem Schornstein der VOEST, seinem nebelnden Patienten in der Hofburg der dritte Kettenraucher im Bunde. Um wenige Tage später nachzusetzen, er lebe aus den Schachteln seines von seiner Scheidung verursachten Umzugs. Herr Minister, natürlich muss die Yellow Press auch leben. Aber wie wäre es zur Abwechslung mal mit Ihren sozial- und gesundheitspolitischen Vorstellungen? Das würde doch die Menschen tatsächlich interessieren.


Interessieren Sie sich nächste Woche wieder, wenn es heißt GROSZ GESAGT und bleiben Sie mir bis dahin treu!

  



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