ORF hat Rücklagen von 2,4 Millionen Euro für Pension von Pius Strobl. Der Streit.
Es ist ein Zusatz-Pensionsvertrag, den der ORF-Manager Pius Strobl bereits 2010 – damals hatten diese beiden Herren unterschrieben – vom damaligen ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz erhalten hatte.
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Ein Vertrag, der erst mit dem tatsächlichen Pensionsantritt von Strobl in Kraft treten müsse. Ende 2021 lief die ORF-Geschäftsführung von Wrabetz aus. Damals übermittelte der Langzeit-General und früherer Boss von Roland Weißmann diesem – er wurde ab 1. Jänner 2022 ORF-Chef – den Pensionszusatz von Strobl.
2,4 Millionen-Euro-Rücklage für Strobl-Pension
Die tatsächliche Zusatz-Pension dürfte beträchtlich sein. Immerhin hat ORF-Finanzchefin Eva Schindlauer im ORF-Stiftungsrat erklärt, der ORF habe „Rücklagen von 2,4 Millionen Euro erstellt“.
Weißmann hatte – wie berichtet – eine rechtliche Prüfung dieses Vertrages gemacht und diese sei zum Schluss gekommen, dass die „Ansprüche nicht zu recht bestünden“, lässt Weißmann ausrichten. Das habe er auch Pius Strobl mitgeteilt, berichtet dieser oe24. Dessen Anwalt wiederum meint, dass die Ansprüche rechtens seien. Wie auch immer. Strobl kündigte via oe24 an, dass er seine Ansprüche auch vor Gericht einklagen würde.
Weißmann-Lager beschuldigt Strobl der „Intrige“
Die neue interimistische ORF-Chefin Ingrid Thurnher hat im Stiftungsrat versichert, diesen Strobl-Vertrag nun ebenfalls zu prüfen. Wegen dieses Streits vermuten die Mitstreiter von Roland Weißmann – der wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung (er bestreitet diese) zurücktreten musste -, dass der fast 70-jährige Strobl die Mitarbeiterin animiert hätte, Weißmann zu beschuldigen.
Das Weißmann-Camp
Selbst ein Anwalt von Pius Strobl, Oliver Scherbaum, hebt via Aussendung hervor, dass der Rechtsvertreter der Frau auch jener von Strobl sei. Etwas über das oe24 als Erstes berichtet hatte und Strobl auch offiziell bestätigt hatte: „Ja, ich habe dem Opfer geraten, sich an ihn zu wenden“. Er fände es aber „lächerlich“, daraus eine „Intrige“ zu konstruieren. Im Weißmann-Camp sieht man ebenso ein „Naheverhältnis“ zwischen der Frau und Strobl.
Diese arbeitet tatsächlich in einer der Abteilungen von Strobl, der wiederum eine „Täter-Opfer-Umkehr“ im oe24-Talk sieht.
Weißmann kämpft um 3 Millionen Euro
Aber nicht nur bei Strobl geht es um viel Geld. Weißmann fühlt sich zu Unrecht zum Rücktritt gedrängt und vorverurteilt. Tatsächlich – er ist nur beurlaubt und wird weiter vom ORF bezahlt – dürfte er seinen Arbeitgeber klagen. Der bald 58-Jährige arbeitete schließlich über 30 Jahre im ORF. Es dürfte um bis zu drei Millionen Euro Abfindung gehen. Die nächste Summe, die irgendwann den Stiftungsrat beschäftigen wird.