Streit im ORF über die Causa Weißmann & Co. eskaliert völlig.
Stellvertreterkriege. Das eine sind die arbeitsrechtlichen Beschuldigungen und Forderungen. Die müssen – auch im Fall Roland Weißmann – von Arbeitsgerichten und nicht von Compliance-Stellen oder vom Stiftungsrat entschieden werden.
Das andere ist die Litigation-PR-Schlacht – zwischen den Anwälten und Beratern von Weißmann und jenen von der 35-jährigen ORF-Mitarbeiterin – die im Vorfeld der ORF-Stiftungsratssitzung besonders heftig tobt. Der Compliance-Bericht mit Anwalt Christopher Schrank sah bekanntlich „keine sexuelle Belästigung“ durch Weißmann gegen die Frau.
Ganz anders sieht das der Anwalt, der von der Stiftungsratsspitze, Heinz Lederer und Gregor Schütze, beauftragt wurde. Roland Gerlach sieht „klar sexuelle Belästigung“. Und genau dieses Match dürfte nun am Donnerstag offen im ORF-Stiftungsrat ausgetragen werden. Denn die jetzt unter Kritik stehende ORF-Chefin Ingrid Thurnher will in der Sitzung Schrank erklären lassen, wie er zu seinen Schlüssen kam.
Lederer und Schütze wiederum wollen, dass Gerlach seine Sicht der Dinge vertritt. Indes wurden diversen Medien die Chatverläufe präsentiert, die die ORF-Mitarbeiterin zunächst der Stiftungsratsspitze, dann der Compliance-Stelle zur Verfügung gestellt hatte.
Nachdem Weißmann sich via Interviews nach dem Compliance-Bericht „als Sieger gefeiert“ hatte, wie es ein ORF-Spitzenmann sagt. Der Schaden für den ORF ist jedenfalls groß..