Polit-Barometer

Ampel-Chefs abgeschlagen, ein völlig anderer ist Umfrage-Kaiser

Außenministerin und NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger, Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP), Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) und Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) im Bundeskanzleramt. © APA/FLORIAN WIESER
Im Polit-Barometer der Regierungsmitglieder glänzt Verteidigungsministerin Tanner - auch SPÖ-Finanzminister Marterbauer schlägt sich gut. FPÖ-Chef Kickl liegt deutlich besser - Umfrage-King ist aber ein Landespolitiker.
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Beharrlich bei seinen Ansichten zu bleiben - das scheint Top-Politikerinnen und Politiker in Zeiten wie diesen nicht zu schaden. Und so liegen im brandaktuellen Polit-Barometer der Lazarsfeld Gesellschaft (1.000 Befragte vom 1. bis 2. 6.) nicht die mehr oder weniger weich gebürsteten und stets der Vorsicht  bedachten Chefs der Ampel-Koalition an der Spitze - sondern eher kantiger Typen.

Bei den Minister führt Tanner

Und so funktioniert das Barometer: Monat für Monat fragt die Lazarsfeld Gesellschaft für o24, welcher Politikerin und welcher Politiker positiv bzw. negativ  aufgefallen ist - der Saldo aus beiden Werten ergibt den Barometerwert. Eines gleich vorweg: Bei so gut wie allen abgefragten Politikern überwiegt der negative Eindruck.

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© oe24


Die beste unter den Ministerinnen und Minister: Heeres-Chefin  Klaudia Tanner. Die kantige Niederösterreicherin hat schon beim letzten Barometer geführt, diesmal kommt  aus auf einen Saldo von -6. Ihr beharrliches Eintreten für einen längeren Wehrdienst mag so manchen stören - es bringt ihr allerdings auch Respekt. Platz 2 wird in Agrarminister Norbert Totschnig besetzt, allerdings profitiert der von seinem geringen Bekanntheitsgrad, das bedeutet: Wenig Zustimmung aber auch weniger Ablehnung.  Interessanter wird es dahinter. Dritte ist ebenfalls eine ÖVP-Politikerin - und zwar Integrationsministerin Claudia Bauer, die bekanntlich keinen Koalitionsstreit aus dem Weg geht. Sie hält ihren  Stockerlplatz, obwohl sie gleich 4 Punkte verliert.

Marterbauer mit dem besten Plus-Wert

Der populärste SPÖ-Minister ist Finanzminister Markus Marterbauer auf Platz 4 - wobei: Würde man nur die Positiv-Meldungen zählen, dann wäre Marterbauer noch vor Tanner die Nr. 1.  Knapp hinter dem obersten Finanzer ist gleich SPÖ-Verkehrsminister Peter Hanke. ordentlich abgerutscht: SPÖ-Frauen- und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner. Anfang des Jahres noch top, ist sie mit Platz 8 nur noch im Mittelfeld.

Chefs allesamt abgeschlagen

Eher traurig geht's den Ampelchefs: Kanzler Christian Stocker schlägt sich mit einem Saldo-Wert von -22 noch am besten, NEOS-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger kommt auf -27, beide liegen in den Positiv-Werten allerdings mit 19 % im Spitzenfeld. Doch dort ist eben auch der Gegenwind stärker. Bei Andreas Babler ist das anders, schwacher Plus-, starker Negativ-Wert machen ihn zum unbeliebtesten Politiker des Landes: -35 %.

Kickl ganz knapp im Plus

In der Opposition geht es da einem deutlich besser: FPÖ-Chef Herbert Kickl ist der am besten bewertete Bundespolitiker. Anders als alle Minister kommt er - knapp, aber doch - auf einen Wert von +1. Nur: Kickl hat auch keine unangenehmen Sparmaßnahmen zu verantworten, in der Opposition kann er den Menschen das Blaue vom Himmel versprechen.

Landeschef ist der beliebteste Politiker

In den Bundesländern sieht das ohnehin alles anders aus - und einer kann von seinem Newcomer-Image als Landeschef auf eineinhalb Jahre nach Amtsantritt noch profitieren, der Steirer Mario Kunasek.

Der Mann ist wie aus Teflon: Sparkurs, Finanzskandal der Grazer FPÖ, selbst Gegenstand von Ermittlungen - umfragemäßig ist der trotzdem knapp mit einem Saldo von 20 (!) vor der Heiligsprechung. Wenigstens nicht im Minus ist der Burgenländer Hans Peter Doskozil. Alle anderen Landeschefs haben mehr Gegen- als Rückenwind.

Landeshauptmann Mario Kunasek. © der Plankenauer/Mag. Plankenauer

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