Anschobers Rücktritt lässt tief in das Koalitionsinnenleben blicken

Politik-Insider von Isabelle Daniel

Anschobers Rücktritt lässt tief in das Koalitionsinnenleben blicken

Eine Analyse von Isabelle Daniel:

In den vergangenen Tagen zwitscherten es die Politspatzen bereits von den Dächern. Gestern wurde es dann offiziell. Rudolf Anschober trat heute zurück und erzählte offen, dass er an seine physischen Grenzen gestoßen sei. Und, dass er sich „nicht kaputt machen lassen“ wolle. Dafür ist ihm absoluter Respekt zu zollen. Schwächen einzugestehen, ist eine Größe an sich.


Dass er in seiner Abschiedsrede seinen Koalitionspartner und Kanzler Sebastian Kurz mit keinem Wort erwähnte, lässt freilich tief – sehr tief – in das tatsächliche Koalitionsleben blicken.

Zerrüttetes Verhältnis

Das Verhältnis zwischen Anschober und Kurz war seit Monaten zerrüttet und von wechselseitigem Misstrauen geprägt. Was Anschober dem Kanzler wohl nicht mehr verziehen hatte, war, dass dieser bei seinem letzten Krankenstand, den „Impfskandal“ und „Impfbasar“ thematisiert hatte. Dass Kurz heute erklärte, dass Anschober sich „aufgeopfert“ habe, sorgt daher in der grünen Welt für gewisses Kopfschütteln.


Die ÖVP dürfte heute übrigens als eine der Letzten erfahren haben wer der Nachfolger von Anschober wird. Dass es sich um den engagierten Arzt Wolfgang Mückstein handelt, könnte die ÖVP noch irritieren.


Es gilt als wahrscheinlich, dass dieser den Ostlockdown unterstützen wird, den Wien und Niederösterreich gestern verlängerten. Das Verhältnis von Grün und ÖVP wird wohl noch für einige Spannungen sorgen.
  

Video zum Thema: Isabelle Daniel zu Anschobers Rücktritt
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