Arigona Zogaj am Flughafen

Nach Rückkehr

Arigona will unbefristeten Aufenthalt

Die Familie Zogaj ist am Mittwoch wieder in Österreich gelandet.

Die Familie Zogaj ist am Donnerstag - einen Tag nach ihrer Ankunft in Österreich - nach Frankenburg zurückgekehrt. Arigona hat bereits wieder die Schulbank gedrückt. Spätestens am Montag werden auch die beiden jüngeren Geschwister in ihre Klassen und die Mutter an ihren angestammten Arbeitsplatz zurückkehren, berichtete Christian Schörkhuber, Leiter der Flüchtlingsbetreuung in der Volkshilfe Oberösterreich, in einer Pressekonferenz in Linz. Die Familie, die nicht anwesend war, sei "total happy".

Rückkehr
  Die Zogajs, die am 15. Juli freiwillig in den Kosovo ausgereist waren, um einer Abschiebung zu entgehen, haben eine ereignisreiche Woche hinter sich: Am vergangenen Freitag seien alle nötigen Unterlagen für die Visa beisammen gewesen, am Montag seien die Anträge positiv beschieden worden, schilderte Schörkhuber. Am Mittwoch sei die Familie aus ihrer Unterkunft in der Stadt Peji nach Skopje gefahren, um die Papiere abzuholen und dann gleich weiter zum dortigen Flughafen, von wo es nach Wien ging.

Alte Wohnung

  Nach Absprache mit der Flughafenverwaltung wurden die Ankömmlinge durch ein Seitentor "und nicht durch den VIP-Bereich" hinausgeschleust. Dann ging die Reise per Auto nach Linz, wo die Zogajs bei Freunden übernachteten. Arigona wollte nach einem Treffen mit Freundinnen am Mittwochabend "so schnell wie möglich wieder in die Schule". Mutter Nurie fuhr am Donnerstag mit den beiden kleineren Kindern nach Frankenburg in ihre Wohnung. Albona (10) und  Albin (11) sollen demnächst wieder die örtliche Volksschule besuchen. "Die Familie fühlt sich wohl in Frankenburg" und habe dort Freunde, sagte Schörkhuber.

"Angeschlagen"
  "Ich bin persönlich erleichtert", so der Flüchtlingsbetreuer. "Aber sie sind zerbrechlich, sie sind angeschlagen." Die Zogajs würden darum bitten, in Ruhe gelassen zu werden. Sie wollen auch nicht fotografiert werden. Sowohl Nurie als auch Arigona seien nach wie vor in medizinischer Behandlung und bräuchten Medikamente, um ein normales Leben führen zu können. Vor allem die Verfassung der Mutter, deren Suizidgefährdung immer wieder als Argument gegen eine Abschiebung angeführt worden war, "war für uns ein enormes Risiko". Positiv sei gewesen, dass sie bis zum Tag ihrer Abreise aus Österreich habe arbeiten können. "Das war ein größerer Stabilisator als alle Medikamente."

Zukunft unklar
  Wie es mit der Familie weitergeht, ist noch nicht vollständig geklärt. Die Schülervisa der Kinder können verlängert werden, Arigona würde nach diesem Schuljahr gerne eine Ausbildung als Krankenschwester beginnen, so Schörkhuber. Das Arbeitsvisum der Mutter, das auf sechs Monate befristet ist, könne bis Schulschluss verlängert werden, danach werde man sich um eine unbefristete Aufenthaltsbewilligung bemühen. Zudem wäre die 18-jährige Arigona obsorgeberechtigt, "falls mit der Mutter irgendetwas ist".

   Die Volkshilfe betonte, sie habe keinerlei finanzielle Unterstützung für die Familie im Kosovo bzw. die Reisekosten geleistet. Es gebe lediglich ein Spendenkonto, das vom Ungenacher Pfarrer Josef Friedl verwaltet werde. Auch der Rechtsanwalt der Zogajs, Helmut Blum, habe den Fall unentgeltlich betreut.
 

Auf der nächsten Seite der Liveticker von der PK zum Nachlesen!

 

 

13:15
Die PK wurde jetzt beendet. OE24 wird den Fall Arigona weiterhin begleiten und über alle wichtigen Entwicklungen berichten.

12:52
Weidenholzer erklärt, dass der Fall Arigona noch lange nicht beendet ist. Das Visa ist nur befristet, eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung müsse nun das Ziel sein.

12:40
Die Familie Zogaj fühlt sich trotz mancher Anfeindungen in Frankenburg wohl und möchte dort bleiben.

12:39
Arigona tritt nicht zu einer Nachprüfung an, sondern wiederholt ihr letztes Schuljahr.

12:28
Nun spricht Gerti Jahn von der Plattform Bleiberecht: "1.500 Familien geht es in Österreich ähnlich. Viele sind seit Jahren hier, aber der Fall ist noch offen".

12:17
Die Mutter und die Geschwister sind heute Morgen zurück in die alte Wohnung in Schloss Frankenburg gekehrt.

12:16
Arigona bekam am Mittwoch Abend noch Besuch von zwei Freundinnen. Nach zwei Stunden Schlaf ging es ab in die Schule.

12:15
Anwalt Helmut Blum vertrat die Familie kostenlos.

12:11
Die erste Nacht hat die Familie in Linz verbracht.

12:09
Jetzt spricht Arigonas engster Betreuer, Christian Schörkhuber: "Ich bin froh, dass die Familie wieder legal in ihrer Heimat ist".

12:08
Arigona ist heute nicht anwesend weil sie in der Schule ist.

12:07
Die Familie Zogaj möchte keine Interviews mehr geben und ist dankbar, dass sie zurück durfte. Jetzt wolle man ein "normales Leben" führen.

12:05
Der Fall Zogaj sei ein exemplarischer Fall der aufzeigt, dass das Bleiberecht geändert werden muss.

12:04
Es gab keine finanzielle Unterstützung. Die Flugtickets wurden selbst bezahlt.

12:03
Der Präsident der Volkshilfe, Josef Weidenholzer, bedankt sich bei den Behörden für die faire Prüfung.

12:00
Die PK beginnt ohne Arigona. Am Podium nehmen ihre Unterstützer von der Volkshilfe Platz.

11:58
Hier das Video von Arigonas Abflug:

 

 

11:55
Am Mittwoch Nachmittag kehrten Arigiona und ihre Familie zurück aus dem Kosovo. Um 14 Uhr landeten sie mit einem Flugzeig in Schwechat.

 

Auf der nächsten Seite die ganze Geschichte zu Arigonas Heimkehr!

Arigona (18), Mutter Nurije (46) und die beiden Kleinen Albona (10) und Albin (11): Am Mittwoch um 14.10  Uhr landet ihre Fokker 100 der AUA in Wien-Schwechat.

Arigona hat Tränen in den Augen, flüstert ein leises „Danke“. Die vier Rückkehrer packen ihre Habseligkeiten zusammen, verlassen das Flugzeug, werden in einen Nebenraum gebracht: „Willkommen daheim“, sagen die beiden Beamten, die sie abholen. Arigona schluckt, sagt nochmals: „Danke.“ Damit ist das Kapitel Zogaj geschlossen.

Letzte Formalitäten
Es ist ein extrem langer, nervenaufreibender Tag für die Rückkehrer. Kurz vor acht Uhr fährt die Familie in der Mile Pop Jordanov  8 in Skopje vor, der österreichischen Botschaft in Mazedonien. Es regnet leicht, der Nebel hängt tief, elf Grad. Arigona und ihre Geschwister wirken müde, als sie aus dem Auto aussteigen. Seit zwei Stunden sind sie schon unterwegs. Ein Freund hat sie in seinem alten 7er-BMW aus Priština im Kosovo nach Skopje zur Botschaft gebracht.

„Jetzt brauchen wir nur noch unsere Visa“, ruft Arigona ihren Geschwistern zu. Sie trägt dunkle Jeans, einen dunklen Pullover, Winterjacke. Schnell eilt sie zur Visaabteilung der Botschaft. Etwa zwei Dutzend Menschen warten. Alle wollen Sichtvermerke.

Die Familie Zogaj reiht sich in die Schlange ein. Arigona beißt nervös auf ihrer Unterlippe, hat den Blick gesenkt. Niemand in der Warteschlange nimmt Notiz von der Flüchtlingsfamilie. Es dauert nur wenige Minuten, dann werden die Zogajs aufgerufen. Mutter Nurije geht mit, obwohl sie bereits am Montag ihr Sechs-Monate-Arbeitsvisum erhalten hat. Nurije, die in Österreich ja monatelang krank war, scheint erholt, gesund. Ihr dunkles Haar ist jetzt blond.

Das Ausfüllen der Formulare übernimmt Arigona. Um 9.30  Uhr ist alles erledigt, die Sichtvermerke sind in die nagelneuen kosovarischen Pässe gestempelt.

Erstmals lächelt Arigona. Zufrieden. Der Nieselregen hat aufgehört. Die Sonne kommt durch. Arigona ruft die Familie zusammen. Man spürt: Sie ist das Herz. Sie organisiert. Sie hat die Verantwortung übernommen.

Abflug Richtung Österreich
Kurz nach elf Uhr treffen die vier am Flughafen ein. Der Airport ist knüppelvoll. Passkontrolle und Sicherheitscheck. 45  Minuten später ist die Familie am Gate. Arigona greift zum Handy, telefoniert. Mit ihrem Freund, mit Schulkollegen: „Ich freu’ mich total auf euch“, sagt sie.

Dann ruft sie Schauspieler Alfons Haider an. Er hat am Rückkehrtag der Zogajs Geburtstag: „Mein schönstes Geschenk“, sagt Haider. Fünf, sechs Anrufe macht Arigona. Dann ist die Fokker 100 zum Einsteigen bereit. Arigona hat alle Bordkarten, achtet strikt darauf, dass die Gruppe eng beisammenbleibt. Um 12.40 Uhr sind alle an Bord. Arigona sitzt auf 20 A, Mutter Nurije auf 20 F, daneben die Kids.

Pünktlich hebt die Maschine ab, kaum sind wir in der Luft, schlafen alle ein. Knapp eineinhalb Stunden später landen wir in Wien: „Endlich“, flüstert Arigona, als die Maschine ausrollt: „Jetzt sind wir wieder daheim.“


Willkommensparty für Arigona
Die erste Zeit in Österreich wohnt die Familie bei Freunden. Wann die Zogajs in die alte Wohnung im Schloss in Frankenburg zurückkehren, ist unklar.

Vielleicht noch diese Woche könnte Arigona wieder die HBLW in Linz und ihre Geschwister Albin (9) und Albona (10) die Volksschule in Frankenburg besuchen. Die Mitschüler wollen eine Willkommensparty feiern. Große Frage: Stellt sich Arigona, die im Zeugnis einen Fleck hatte, einer Nachprüfung, oder holt sie ein Schuljahr nach?

Mutter Nurije, die für sechs Monate ein Arbeitsvisum erhalten hat, arbeitet ab Montag wieder in der Putenzucht Miko.



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