Asyl - Marsch auf Wien

Streit spitzt sich zu

Asyl-Demo: Marsch erreicht Ziel in Wien

Asylwerber und Sympathisanten beziehen Zeltlager vor der Votivkirche.

Der Politstreit um Asylwerber eskaliert. Nur drei Bundesländer erfüllen ihre Quote, sechs Länder nehmen zu wenige Menschen auf. Jetzt gehen die Flüchtlinge auf die Straße: Heute wollen die Bewohner des Lagers Traiskirchen durch einen Marsch nach Wien auf unhaltbare Zustände aufmerksam machen.

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Asyl-Protest: Marsch auf Wien

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    Traiskirchen-Flüchtlinge am Ziel
    Die Gruppe von Asylwerbern aus der Aufnahmestelle Traiskirchen ist am Samstagabend nach stundenlangem Fußmarsch an ihrem Ziel beim Sigmund-Freud-Park vor der Wiener Votivkirche angekommen. Zuvor hatten die protestierenden Asylwerber auf ihrem Weg in die Wiener Innenstadt noch vor dem Asylgerichtshof in der Laxenburger Straße für eine Kundgebung Halt gemacht. Im Sigmund-Freud-Park soll nun ein mehrtägiges Protest-Zeltlager bezogen werden.

    Nach Angaben des Innenministeriums war die Gruppe bis zu ihrem Ziel auf rund 500 Personen angewachsen, davon etwa 400 Sympathisanten und 100 Asylwerber, hauptsächlich solche aus Pakistan.

    Der Protestmarsch verlief laut Veranstalter und Polizei ruhig und ohne Zwischenfälle. Für Unruhe sorgte unter den Asylsuchern nach Angaben der Veranstalter allerdings das Gerücht, es werde in Traiskirchen noch um 21.00 Uhr Abend bzw. am nächsten Morgen eine sogenannte Standeskontrolle durchgeführt.

    Ein Sprecher des Innenministeriums meinte dazu, eine Kontrolle noch am Abend sei "frei erfunden", dergleichen sei keinesfalls geplant. Sonntag früh werde "wie jeden Tag" eine Anwesenheitskontrolle durchgeführt. Für alle jene Bewohner, deren Abwesenheit begründet sei, "weil sie etwa bei einem Arzt sind - oder von ihrem verfassungsmäßigen Recht auf Demonstrationsfreiheit Gebrauch machen", habe diese Kontrolle aber keinerlei Konsequenzen

    Auch das geplante Zeltlager vor der Votivkirche werde von der Polizei als Ausdruck der Versammlungsfreiheit toleriert, hieß es aus dem Innenministerium.
     

    Norbert Ceipek, Flüchtlings-Kinderbetreuer in Wien, im ÖSTERREICH-Interview:

    ÖSTERREICH: Ist der Protestmarsch der Flüchtlinge der richtige Weg?
    Norbert Ceipek: Ja, alles, was auf die furchtbare Situation der Flüchtlings-Unterbringung und Betreuung aufmerksam macht, ist gut.

    ÖSTERREICH: Wird eine Demonstration und ein Protest-Camp wirklich zu einem Umdenken bei den Verantwortlichen führen?
    Ceipek: Das weiß ich nicht. Es ist zu befürchten, dass es den Flüchtlingen negativ angerechnet wird, dass sie für eine ordentliche Betreuung einstehen.

    ÖSTERREICH: Trotzdem finden Sie diese Demonstration notwendig?
    Ceipek: Absolut, es ist ein deutliches Zeichen, dass gehandelt werden muss.



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