Auch Ärzte ohne Grenzen in Traiskirchen

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Auch Ärzte ohne Grenzen in Traiskirchen

Ein Team von Ärzte ohne Grenzen hat das Lager in Traiskirchen überprüft.

Am Donnerstag hat nicht nur amnesty international die Situation im überfüllten Erstaufnahmezentrum Traiskirchen überprüft, auch die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen war am Nachmittag im Zentrum - zum ersten Mal sah man diese Notwendigkeit. Experten des Verteidigungs- sowie des Innenministeriums beraten indes über einen möglichen Assistenzeinsatz des Bundesheeres zur Entlastung der Polizei.

Ein Team von Ärzte ohne Grenzen hat zum ersten Mal die Betreuungsstelle Ost Donnerstagnachmittag besucht und ein sogenanntes "Assessment" durchgeführt, bestätigte die Organisation gegenüber der APA. Angesichts vermehrter Medienberichte über die "unangemessenen Aufnahmebedingungen" von Flüchtlingen, wollte man sich ein objektives Bild der Lage machen.

Überprüfung der Grundversorgung
Ziel der Untersuchung ist es, festzustellen, ob die medizinische und psychologische Grundversorgung der Asylwerber in Traiskirchen sichergestellt ist. Unterstützt wurde das Team von Ärzte ohne Grenzen von Vertretern der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (ÖGPP). Ebenfalls überprüft wurde die Unterbringung und Hygiene im Zentrum. Über die Resultate der Untersuchung wird im nächsten Schritt das Innenministerium informiert, gegebenenfalls werden auch Empfehlungen ausgesprochen und die Erkenntnisse sollen später in einem Bericht veröffentlicht werden.

Das Innenministerium bestätigte gegenüber der APA den Besuch von Ärzte ohne Grenzen am Donnerstag. Die Hilfsorganisation wollte das Zentrum bereits davor an einem Sonntag prüfen, da dieser jedoch nicht angemeldet war, wurden die Vertreter nicht auf das Gelände vorgelassen. Nach dem Ansuchen um einen Termin, konnte gestern das "Assessment" stattfinden.

AI-Bericht kommende Woche
Die Menschenrechtsorganisation AI hatte nach ihrer Prüfung für kommende Woche die Präsentation ihrer Ergebnisse in Berichtsform angekündigt. Davor treffen am Montag Vertreter der Organisation mit hochrangigen Beamten des Innenministeriums zusammen, um über die Pläne der Behörde zu diskutieren. Unmittelbar nach der Überprüfung in Traiskirchen wurden gegenüber Journalisten keine Informationen über die Zustände im Flüchtlingslager bekannt gegeben. Auch Ärzte ohne Grenzen sprach noch nicht über die vorgefundenen Zustände.

Beamte des Verteidigungsministeriums und des Innenministeriums sprechen unterdessen derzeit über einen möglichen Assistenzeinsatz, um die Polizei zu entlasten. Wie diese Unterstützung genau aussehen könnte, ist noch nicht klar. Experten beider Ressorts seien laufend im Gespräch, um die Anforderungen zu klären. Zu definieren sei der exakte Bedarf und was davon das Bundesheer abdecken kann, erklärte ein Ministeriumssprecher gegenüber der APA. Wann ein Ergebnis vorliegt, könne ebenfalls noch nicht gesagt werden, man sei jedoch um eine rasche Lösung bemüht, hieß es.