Caritas will das Asyllager übernehmen

Nach Glawischnig-Appell:

Caritas will das Asyllager übernehmen

Lage immer dramatischer: Asylwerber schlafen in Bussen.

Der Aufnahmestopp in Traiskirchen sei notwendig, um das überfüllte Lager zu entlasten – hieß es letzte Woche, als selbiges für Neuankömmlinge geschlossen wurde. Denn über 1.000 der rund 4.000 Bewohner des Erstaufnahmezentrums haben nicht einmal einen Schlafplatz – sie nächtigen im Freien am Boden.

Nur: Die Situation ist un­verändert – wird im Gegenteil sogar noch explosiver. Jetzt werden neu ankommende Flüchtlinge zuerst auf das angrenzende Areal der Sicherheitsakademie Traiskirchen gebracht, wo sie in Bussen hausen, wie der Standard berichtet. Die seien völlig überhitzt und Duschmöglichkeit gebe auch keine, sagt ein In­sider auch zu ÖSTERREICH.

Die Polizei hat laut Gesetz die Möglichkeit, sie bis zu 48 Stunden festzuhalten. Aus dem Innenministerium heißt es dazu: Man biete die Busse lediglich als Warteraum an, da ein Mangel an Schlafplätzen herrscht. Niemand sei gezwungen, dort zu nächtigen.

Glawischnig: »Traiskirchen an Profis übergeben«
Auch Grünen-Chefin Eva Glawischnig zeigte sich am Montag erschüttert. Sie forderte, das Lager an Profis wie Caritas, Diakonie und Rotes Kreuz zu übergeben. Derzeit wird es von dem Schweizer Unternehmen ORS geführt.

Die Caritas gibt sich in ÖSTERREICH aufgeschlossen. „Wir wären grundsätzlich zu Gesprächen bereit“, so Geschäftsführer Klaus Schwertner (s. re.). Zudem habe sich die Caritas bereits 2003 gemeinsam mit Diakonie, Rotem Kreuz und Volkshilfe darum beworben. Das Innenministerium entschied dagegen. (fis)

Schwertner: ›Sind zu Gesprächen bereit‹

ÖSTERREICH: Eva Glawischnig will Traiskirchen in die Hände von Profis wie Caritas legen …

Klaus Schwertner: Grundsätzlich sind wir zu Gesprächen bereit. Die Zustände dort sind eine humanitäre Tragödie und untragbar.

ÖSTERREICH: Werden Sie das Gespräch suchen?

Schwertner: Dieser Schritt muss vom Innenministerium kommen.

ÖSTERREICH: Wäre das personell bewältigbar?

Schwertner: Es bräuchte natürlich eine entsprechende Vorlaufzeit.



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