Golovatov

Causa Golowatow

Litauens Botschafter wieder in Wien

Die Beziehungen zwischen Österreich und Litauen normalisieren sich.

Das diplomatische Schlechtwetter zwischen Litauen und Österreich infolge der Causa Golowatow hat sich offenbar endgültig verzogen. Wie eine Sprecherin der litauischen Botschaft in Wien der APA auf Anfrage bestätigte, ist Botschafter Giedrius Puodziunas seit vergangenem Freitag (30. September) wieder an Ort und Stelle im Amt.

Puodziunas war Mitte Juli aus Protest gegen das Vorgehen der österreichischen Justiz im Fall des von Litauen als Kriegsverbrecher gesuchten, ehemaligen KGB-Offiziers Michail Golowatow (Mikhail Golovatov) aus Wien formell zu "Konsultationen" nach Vilnius zurückbeordert worden.

Ende der Sanktionen angekündigt
Nach der Einigung einer litauisch-österreichischen Arbeitsgruppe in Sachfragen und einer gemeinsamen Erklärung der Justizminister zu dem umstrittenen Fall am 23. September hatte Außenminister Audronius Azubalis Mitte vergangener Woche ein Ende der diplomatischen Sanktionen gegen Österreich angekündigt. Er zeigte sich zufrieden, dass es Litauen gelungen sei, die Sensibilität für die Leiden im Unabhängigkeitskampf von der Sowjetunion in Europa zu erhöhen.

Der russische Ex-KGB-Offizier Michael Golowatow war am 14. Juli 2011 auf einen litauischen Haftbefehl hin am Flughafen Wien festgesetzt worden. Die litauische Justiz beschuldigt Golowatow, an der Tötung von Zivilisten in den letzten Tagen der Sowjet-Herrschaft in Litauen beteiligt gewesen zu sein. Er wurde jedoch schon nach wenigen Stunden von den österreichischen Behörden wieder freigelassen und reiste nach Russland aus. Die litauische Regierung warf Österreich daraufhin vor, dem diplomatischen Druck Russlands nachgegeben zu haben.



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