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Tschick-Proteste & Klagen

Chaos drei Wochen vor Rauchverbot

Bereits in vielen Ländern hat sich das Rauchverbot durchgesetzt, bei uns kämpft man dagegen an.

In 18 Tagen werden ­Österreichs Lokale rauchfrei. Endlich, sagen viele. Schon 549 Tage zuvor (am 1. Mai 2018) hätte es eingeführt werden sollen, die türkis-blaue Regierung sagte es ab. Als Lokalgast merkt man derzeit noch nichts, Betreiber informieren ihre Kunden kaum. Gastronomen hoffen, dass sie weiterhin das Qualmen erlauben dürfen. Eine Vielzahl an Aktionen könnte Chaos auslösen.

  • Protest. In Wien-Floridsdorf formiert sich großflächiger Widerstand, unterstützt von FPÖ-Politikern. 50 Wirte und ihre Gäste wollen einen „Raucher-Flashmob“ auf der Straße abhalten. Hintergrund: Wirte argumentieren, dass bei einem Rauchverbot ihre Gäste alle auf den Gehsteigen vor den Lokalen rauchen werden. Die Organisatoren erwarten Hunderte „Rauch-Rebellen“.
  • Klage. Shisha-Bars (Wasserpfeifen-Lokale) haben eine Verfassungsklage eingebracht. Sie wollen von der Regelung ausgenommen sein. „Ich gehe in ein Shisha-Lokal, um eine Shisha zu dampfen, sonst würde ich nicht reingehen“, so Peter Dobcak von der Wirtschaftskammer Wien. Angeblich sind 10.000 Jobs in Gefahr.
  • Ausnahme. Nachtlokale kämpfen auch für eine Ausnahmeerlaubnis. Sie verstehen nicht, warum sie Speiselokalen gleichgesetzt werden.

1.500 Tote seit Absage des ersten Rauchverbots

Wir hinken in Europa stark hinterher: In 15 Ländern gibt es längst ein striktes Rauchverbot in Lokalen. Eine Research-Affairs-Umfrage für ÖSTERREICH zeigte auf: 69  % wollen das auch bei uns: 900.000 Bürger unterstützten das „Don’t smoke“-Volksbegehren. Jeden Tag sterben 2,8 Passivraucher. Hochgerechnet sind das dann mehr als 1.500 Tote, seitdem das Gesetz eigentlich hätte kommen sollen.

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