Blaue Angst vor Strache

Wahl-Insider

Blaue Angst vor Strache

Strache agiere nur noch unabgesprochen und sei wütend auf die FP-Führung. Kommt es beim FP-Parteitag zum Showdown?

„Heinz-Christian Strache agiert derzeit genauso irrational wie einst Jörg Haider. Wenn man ihn fallen lässt – oder nicht genug unterstützt –, will er alles kaputt machen“, warnt ein FPÖ-Stratege. Tatsächlich dürfte der gefallene Ex-FPÖ-Chef – ihm werden von der FPÖ ein Büro und zwei Mitarbeiterinnen zur Verfügung gestellt – von den Seinen nicht genug unterstützt werden.

FPÖ-Chef Norbert Hofer versucht zwar hinter den Kulissen den unmöglichen Spagat, Strache auch nach dem Ibiza-Skandal und den jüngsten Korruptionsermittlungen weiterhin bei Laune zu halten, während er öffentlich auf sanfte Distanz geht. Aber das reicht weder Strache noch der blauen Basis.

In freiheitlichen Kernkreisen dürfte Hofer – wie in dieser Kolumne bereits berichtet – derzeit nicht sehr gut angeschrieben sein. Er gilt den Blauen als „zu weich, zu harmoniebedürftig und zu sehr auf eine Koalition mit der ÖVP aus“, so mehrere FPÖ-Kenner.

„Mittelfristig wird Herbert Kickl der neue FPÖ-Chef werden“, sagen diese FPÖ-Insider. Wann mittelfristig sei, darüber scheiden sich die Geister.

Denn einzelne Funktionäre der Partei fürchten gar bereits beim FPÖ-Parteitag am 7. September ein Scherbengericht. „Wenn Strache Stimmung macht, kann es eng für Hofer werden“, sagt ein Blauer. Allerdings: Drei Wochen nach dem FP-Parteitag ist bereits die Nationalratswahl. Das könnte Hofers Glück sein. Offiziell dementieren die Freiheitlichen freilich alle Spannungen. Sie dürften aber wissen, dass die Uhr gegen die Parteispitze tickt.

Bei unter 20 Prozent würde wohl Kickl übernehmen

Sollte die FPÖ unter 20 Prozent – manche glauben erst ab unter 18 Prozent – stürzen, würde „die Partei sofort auf Kickl setzen. Dann würde man Hofer den dritten Nationalratspräsidenten versprechen, damit er freiwillig geht.“ Die Blauen würden dann wieder auf Frontalopposition setzen. Allerdings hat auch Strache selbst Bestrebungen, wieder FP-Chef zu werden. Wie einst Haider.

Isabelle Daniel

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