H.C. STRACHE / Interview

Trotz Entschuldigung

Marokko schaltet Anwalt gegen FPÖ ein

Trotz Entschuldigung: Staat Marokko setzt in der Klage gegen die FPÖ bereits konkrete Schritte.

„Die bilateralen Beziehungen zwischen Marokko und Österreich werden durch diese Angelegenheit nicht beeinträchtigt. Die FPÖ ist eine politische Partei und repräsentiert nicht den Staat Österreich“, sagt Marokkos Botschafter Ali El Mhamdi im ÖSTERREICH-Gespräch. Das hatte Marokkos Außenminister auch Staatssekretär Wolfgang Waldner (ÖVP) beim vertraulichen Gespräch in Istanbul zugesichert. Hinter den Kulissen ist der Ärger über die seltsamen Plakate der FPÖ Innsbruck – „Heimatliebe statt Marokkaner-Diebe“ – aber groß.

Strache beharrt auf Slogan.
In Marokko hat man genau beobachtet, dass sich zwar Innsbrucks FPÖ-Spitzenkandidat August Penz entschuldigt hat – aber eben auch, dass Bundesparteichef Heinz-Christian Strache die Plakate verteidigt hat. Die Folge: Der Staat Marokko wird sich in jedem Fall einer allfälligen Klage wegen mutmaßlicher Verhetzung gegen die FPÖ anschließen. Derzeit prüft die Staatsanwaltschaft eine Anzeige gegen die FPÖ Innsbruck.

Anwalt wurde beauftragt. Wie ernst dem Königreich Marokko ein gerichtliches Nachspiel für die FPÖ ist, zeigt, dass Marokko bereits einen österreichischen Rechtsanwalt eingeschaltet hat. Dieser soll nun eine Zivilklage gegen die FPÖ mit vorbereiten.

Indes erhält die FPÖ auch im arabischen Raum zunehmend Aufmerksamkeit für den umstrittenen Slogan: Marokkanische Medien und Al Arabiya haben groß darüber berichtet, dass die Bundesparteispitze den Plakatslogan verteidigt.
Reisen in den arabischen Raum wird die FPÖ in nächster Zeit wohl besser bleiben lassen …



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