Pumpgun, Stahlruten und Schrank mit Hitler-Bildern

Razzien bei Kameraden von Küssel

Pumpgun, Stahlruten und Schrank mit Hitler-Bildern

Hausdurchsuchungen in der Neonazi-Szene. Die Rückkehr alter Kameraden und ein neuer Zulauf aufgrund der Krise.

Neonazi-Milieu. Gottfried Küssel selbst ist auf Whats­App nicht aktiv. Der einstige VAPO-Anführer telefoniert auch kaum. Er passt offensichtlich nach zwei langen Gefängnisaufenthalten genau(er) auf. Personen aus seinem Umfeld – viele von ihnen waren schon bei dem einstigen Neonazi-Verein „Reich“ involviert – hatten via WhatsApp-Gruppen aber kein Geheimnis aus ihrer absurden Gesinnung gemacht. 19 Personen hatten nach dem Verbotsgesetz Relevantes geschrieben. Übersetzt: Ihre Neonazi-Parolen zum „Besten“ gegeben. Bei den Hausdurchsuchungen gegen diese 19 in 24 verschiedenen Wohnungen wurde ebenfalls viel Interessantes sichergestellt: Neben legalen Waffen – mehrere von denen sind bei Sicherheitsfirmen beschäftigt – wurden auch ein illegales Gewehr, eine abgesägte Pumpgun sowie jede Menge Stahlruten und Schlagringe gefunden. Zudem wurde ein NS-Devotionalienschrank mit unzähligen Hitler-Bildern, Orden und NS-Ansteckern sichergestellt. Also all das, was Neonazis immer schon so bei sich gelagert hatten.
Der heimische Verfassungsschutz beobachtet diese Szene österreichweit derzeit besonders genau.
 
Infiltrationen. Gerade in Krisenzeiten könnten Neonazis wieder im größeren Stil versuchen, Junge zu ködern und zuzuschlagen. Die Verdächtigen sind zwischen 20 und über 50 Jahre alt, sie arbeiten teils als Securitys, teils bei der Gemeinde Wien, einige von ihnen sind arbeitslos.
 
Der Verfassungsschutz in Österreich fürchtet – ähnlich wie in Deutschland –, dass diese Kreise versuchen würden, neben privaten Security-Firmen auch Bundesheer und Polizei (weiter) zu infiltrieren. Dabei gehe es nicht nur um den Zugang zu Waffen.
 
Das Neonazi-Milieu sammelt sich wieder hinter alten „Bekannten“. Hotspots sind nach wie vor in Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark anzufinden. Nur ihre „Wehrsportübungen“ in der Slowakei können sie derzeit nicht abhalten.
 
(Isabelle Daniel)


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