IAEA, OPEC & Co

Wien ist Hotspot im Iran-Israel-Krieg

Wichtige Organisationen wie IAEA und OPEC sowie Geheimgespräche. Darum ist Wien ein wichtiger Krisenhotspot im Iran-Israel-Krieg.

Während die Welt auf die Eskalation zwischen Israel, den USA und dem Iran blickt, rückt Wien plötzlich ins Zentrum der Macht. Nicht nur, weil hier die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) sitzt – sondern weil die Stadt mit dem Sitz der Öl-Organisation OPEC und zahlreichen Diplomaten rund um die UNO-City  zur geheimen Kommandozentrale im Atomstreit geworden ist.

Gleich am Montag ging es in Wien bei einer Dringlichkeitssitzung der Atombehörde heiß her.

Die unterirdische Uran-Anreicherungsanlage Fordo im Iran ist bei den US-Bombenangriffen nach Einschätzung des Chefs der UNO-Atomaufsichtsbehörde IAEA, Rafael Grossi, beträchtlich beschädigt worden.

Dringlichkeitssitzung in Wien

Das Ausmaß könne jedoch noch niemand genau bestimmen, erklärte Grossi am Montag in einer Stellungnahme für eine Dringlichkeitssitzung des Gouverneursrats der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien. 

"Angesichts der eingesetzten Sprengkraft und der extrem vibrationsempfindlichen Eigenschaften der Zentrifugen ist davon auszugehen, dass sehr erhebliche Schäden entstanden sind", sagte Grossi. Die Vereinigten Staaten hatten am Wochenende neben Fordo auch die zweite Anreicherungsanlage in Natanz mit bunkerbrechenden Bomben angegriffen. Auch das Atomzentrum in Isfahan wurde attackiert. Nach iranischen Angaben sei bisher keine erhöhte Strahlung rund um diese drei Ziele gemessen worden, sagte Grossi.

Schutzmaßnahmen für Atom-Material  

Grossi fordert vom Iran Klarheit über den Verbleib des nuklearen Materials. Irans Außenminister Abbas Araqchi habe am ersten Tag der israelischen Angriffe Schutzmaßnahmen für Atom-Material und nukleare Geräte angekündigt, sagte Grossi. Der allfällige Transport von Atom-Materialien müsse der IAEA gemäß dem verbindlichen Inspektionsabkommen zwischen der Atombehörde und dem Iran gemeldet werden, betonte der IAEA-Generaldirektor.

Der Iran hatte in Fordo Uran von einem beinahe atomwaffentauglichen Reinheitsgrad hergestellt. Bei den dafür notwendigen Zentrifugen handelt es sich um hochempfindliche Geräte, die etwa auch durch einen Stromausfall Schaden nehmen können. Es sei notwendig, dass IAEA-Inspektoren nun die Vorräte an 60-prozentigem Uran im Iran verifizieren, sagte Grossi.  

Atom-Taskforce in Wien kann in einer Stunde reagieren

Die IAEA hat eine 24/7-Taskforce in Wien, die im Ernstfall "innerhalb einer Stunde" reagieren will. Tatsächlich hat die IAEA an ihrem Sitz in Wien ein Zentrum für Störfälle und Notfälle (IEC). Es dient als zentrale Stelle für Informationsaustausch und Zuweisung von Ressourcen bei nuklearen Unfällen. Das Zentrum stehe derzeit in ständigem Austausch mit den iranischen Behörden, sagte Grossi erst am 13. Juni im UN-Sicherheitsrat. 

Doch die Wahrheit ist: Die IAEA ist ohnmächtig, wenn der Iran nicht kooperiert.

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