Wiener Arzt wird Anschober-Nachfolger

Wolfgang Mückstein: Lockdown-Hardliner wird neuer Minister

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Die Entscheidung über Anschobers Nachfolge ist gefallen. So tickt der neue Minister.
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Wien. Sozial- und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) gab heute seinen Rücktritt bekannt. Rudolf Anschober, der angesichts der Umstände trotzdem in Österreichs Regierungsgeschichte eingehen wird, legt sein Amt als Sozialminister gesundheitlich "überlastet" zurück. Ihm ist "die Kraft ausgegangen".

Schnell waren erste Nachfolger Anschobers im Gespräch – die Entscheidung fiel auf den Wiener Arzt Wolfgang Mückstein. Das bestätigte Vizekanzler Werner Kogler zu Mittag bei einer Pressekonferenz, wo er gemeinsam mit Mückstein auftrat.

Van der Bellens Hausarzt wird neuer Minister

Wolfgang Mückstein ist Allgemeinmediziner, kommt also aus der Praxis. Mückstein ist der Hausarzt von Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Und: Mückstein hat sich in den letzten Wochen stark in die Diskussion um das Impfen eingeschaltet. Er forderte immer wieder, dass Hausärzte endlich impfen sollen.

Allgemeinmediziner Mückstein ist einer der Leiter des Primärversorgungszentrums im sechsten Wiener Gemeindebezirk. In der Wiener Ärztekammer fungiert der Mit-Vierziger als Referent für Gruppenpraxen und neue Organisationsformen.

Politisch wäre er bisher aber so gut wie nicht aufgefallen. Einzig in der Ärztekammer ist Mückstein wohl bekannt. Dort sitzt der Allgemeinmediziner für die Grünen mehr als ein Jahrzehnt etwa als Referent für Gruppenpraxen und neue Organisationsformen. Das verwundert insofern nicht, als Mückstein im sechsten Wiener Gemeindebezirk quasi das Urmodell eines Primärversorgungszentrums leitet und in dieser Funktion auch gerne gehörter Gesprächspartner von Medien war. Seinem Studium der Medizin hat er einen TCM-Bachelor hinzugefügt, ist also mit chinesischer Medizin vertraut.

Er gilt als "Lockdown-Hardliner"

Mückstein ist ein Lockdown-Hardliner, sprach sich bereits in den letzten Wochen für deutlich schärfere Maßnahmen aus.

In einem Interview mit dem INSIDER-Magazin kritisierte Mückstein zuletzt die Corona-Politik der Bundesregierung: Es wurde zu spät reagiert. Von 100 Patienten, die sich anstecken, kommen fünf ins Spital und einer auf die Intensivstation. Da kann man sich bei 2.000 bis 3.000 Neuinfektionen pro Tag ausrechnen, bis wann die Intensivstationen
voll sind."

Mückstein verhandelte bereits Gesundheits-Kapitel  für Grüne mit ÖVP

Der Lockdown für die 3. Welle sei laut Mückstein zu spät angesetzt worden. Zu den Grünen hat Mückstein bereits seit längerem einen engen Draht: Er hat das Gesundheits-Kapitel bei den Koalitinsverhandlungen mit der ÖVP mitverhandelt.

Vorgänger Anschober holte seinen Rat auch für eine Teststrategie im niedergelassenen Bereich ein. Die Amtsübernahme hat sich der verheiratete Vater von zwei Töchtern "gut überlegt", aber rasch Ja gesagt. Was anderes blieb ihm auch kaum übrig, denn Kogler hat erst gestern angefragt.

Mücksteins Markenzeichen: Jeans und Turnschuhe.

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