Der neue Stil von Vizekanzler Kogler

Grüne Aufbauarbeit

Der neue Stil von Vizekanzler Kogler

Kogler zieht nicht in Strache-Büro und will neuen Stil leben

Sie seien quasi "von der Straße aus in die Regierung" gekommen, scherzt der neue und erste grüne Vizekanzler Werner Kogler dieser Tage gerne. Einen wahren Kern hat der Befund freilich. Während die ÖVP und Sebastian Kurz - sein Kabinettschef wird Bernhard Bonelli, Stellvertreter Markus Gstöttner, Medienbeauftragter des Kanzlers und Kommunikationschef Gerald Fleischmann, Bürochefin Lisa Wieser und Pressesprecher Johannes Frischmann und Etienne Berchtold - bereits alle Ministerien mit Kabinetten besetzt haben, suchen die Grünen noch.

Seit einigen Wochen wurde zwar ein eigener Headhunter engagiert, um gute Leute für die vier Ministerien zu finden, aber das dauert eben. Für Kogler selbst - er hatte bis zuletzt überlegt, ob er nicht doch Klubchef werden solle - dürfte der Wechsel in das Vizekanzleramt ein "enormer Umstieg" sein. Bislang habe er stets "auf ein mobiles Büro gesetzt", berichten Vertraute. Neu: Er wechselt nicht in das Palais Dietrichstein, wo Strache saß, sondern in Büroräume im Infrastrukturministerium.

Mit Staatssekretärin Ulrike Lunacek werde er auch eine "Vertraute haben, die ihm Termine dort abnehmen" könne, so ein Grüner. Denn, Kogler wolle nicht auf die "Aufbauarbeit in und für die Partei vergessen".

Ungewohnt dürfte es auch für die jüngste Justizministerin Alma Zadic werden, die nach der Angelobung quasi ohne Team ins Justizministerium schlendern wollte. Für sie könnte es - aufgrund der Angriffe von Rechtsextremen gegen sie - freilich schon bald Personenschutz geben.

Grüne streben neuen Stil in den Ministerien an

Volksnah. Die neue "Super-Ministerin" für Infrastruktur und Umwelt, Leonore Gewessler, wiederum dürfte ebenfalls auf einen neuen, volksnahen Stil setzen. Sie will mit NGOs - sie kommt von Global 2000 - im stetigen Austausch bleiben und könnte von dort auch Kabinettsmitarbeiter akquirieren. Der neue grüne Sozialminister Rudi Anschober, der die vergangenen Wochen zwischen Wien und Oberösterreich pendelte, wird wohl seinen Labrador mit ins Büro nehmen und auf einige Ex-Rote zurückgreifen.

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