Desaster-Matura: 22% Fleck in Mathe

5er haben sich verdoppelt

Desaster-Matura: 22% Fleck in Mathe

Das Bildungsministerium veröffentlichte am Montag die Zentralmatura-Ergebnisse.

Für eine böse Überraschung sorgen heuer die Ergebnisse der Zentralmatura: Gleich 22 % der AHS-Schüler kassierten in Mathematik einen „Fleck“. Rund zwei Drittel von ihnen konnten sich das „Nicht genügend“ mit den Kompensationsprüfungen wieder ausbessern, doch 7 % fielen trotzdem durch. Im Vergleich zu Deutsch und Englisch ein Desaster: Dort hagelte es nur 1,1 % bzw. 2,1 % an „Fünfern“.

Besonders schlecht sind die Mathe-Ergebnisse in Vorarlberg. Dort war gleich ein Drittel der AHS-Schüler negativ (33,2 %). In den Berufsbildenden Höheren Schulen lief die Mathe-Matura besser.

Auch Gender-Unterschied: Burschen doppelt so gut

Für Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) kein Grund zum Verzweifeln. Man werde die Ergebnisse genau analysieren und „danach trachten, dass unsere Schüler in Mathe besser werden“ (siehe Interview).

Sie will künftig besonderes Augenmerk auf die großen Unterschiede zwischen den Geschlechtern legen. Burschen schnitten in Mathematik etwa doppelt so gut ab wie Mädchen.

Ministerin: "Müssen in Mathe besser werden"

ÖSTERREICH: Was bei den Zentralmatura-Ergebnissen ins Auge sticht, ist das schlechte Abschneiden in Mathe. Wie erklären Sie sich das?

Sonja Hammerschmid: Es gilt, diese Ergebnisse einmal zu analysieren, dann müssen wir uns ansehen, was wir optimieren können. Natürlich trachten wir danach, dass unsere Schüler in Mathe besser werden. Anders als bei den Sprachen ist hier die Kompetenzorientierung im Schulbereich noch eine relativ neue – das könnte ein Grund sein. Mit der Zeit werden wir das durch entsprechende Maßnahmen sicher verbessern.

ÖSTERREICH: Auch der Unterschied zwischen den Geschlechtern ist in Mathe beachtlich.

Hammerschmid: Ein Ansatzpunkt liegt in der Formulierung der Aufgaben. Wir möchten aber auch den Unterricht Gender-sensibler gestalten. Dazu gibt es schon einige Ideen.

ÖSTERREICH: Schüler- und Elternvertreter wünschen sich eine teilzentrale Matura. Eine Möglichkeit für Sie?

Hammerschmid: Nein, die Zentralmatura ist so jung, und es braucht einfach Zeit, sie zu etablieren. Das gleich wieder abzuschaffen, wäre vorschnell.

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