Finanzierung offen

E-Card für Sozialhilfe-Empfänger verzögert sich

Die Einführung der E-Card für Sozialhilfeempfänger hängt vorerst in der Warteschleife.

Das Gesundheitsministerium möchte auf die Vorschläge der Salzburger Vorsitzführung der Landeshauptleute-Konferenz warten. Salzburg übernimmt den Vorsitz von Oberösterreich am 1. Jänner 2007. Andere Chancen sehen die Verhandler des Ministeriums derzeit keine.

Vorschlag doch zu teuer
Das zuletzt in einer Arbeitsgruppe ausgehandelte Papier - akkordiert zwischen Landessozialreferenten, Hauptverband der Sozialversicherungsträger und Gesundheitsministerium - hat die Landeshauptleute-Konferenz am 4. Dezember doch wieder abgelehnt.

Die darin vorgesehenen Krankenversicherungsbeiträge für die rund 19.000 Sozialhilfebezieher bundesweit hätten die Länder pro Jahr insgesamt 53 Mio. Euro gekostet, pro Person und Monat wären 233 Euro zu entrichten gewesen. Den Ländern war dieser Vorschlag aber immer noch zu teuer, obwohl er sich aus ihren eigenen Datensätzen über die Zahl der Betroffenen und die für sie aufgewendeten Summen für die "Krankenhilfe" errechnet.

Gesundheit keine Bundessache
Das Argument der Bundesländer, die Gesundheitsversorgung sei Bundessache, zumal sie in einem Bundesgesetz geregelt ist, weist man im Ministerium zurück. Es gehe nicht um die Art der Leistung, sondern um die Zuständigkeit für die Betroffenen. Und Sozialhilfebezieher fallen in die Kompetenz der Länder.

Einigung bei Verwaltungsreform
Gestern sollen sich die Koalitionsverhandler zur Verwaltungsreform, die Landeshauptleute von Wien und Niederösterreich, Michael Häupl (SPÖ) und Erwin Pröll (ÖVP), darauf geeinigt haben, dass die betreffenden Sozialhilfeempfänger krankenversichert werden sollen. Wie das Modell und die Finanzierung aussehen, ist aber offen geblieben. Eine prinzipielle Befürwortung des Projekts hat es auch schon bei der Landeshauptleute-Konferenz gegeben.

Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten