EU-Mandat: FPÖ-Bammel vor Strache

Aufstand der Basis

EU-Mandat: FPÖ-Bammel vor Strache

Die Causa EU-Mandat dürfte um einige Wochen verschoben werden -sie ist zu heikel.

Eigentlich war die Sache schon gelaufen. Noch bevor offiziell bekannt wurde, dass HC Strache am vergangenen Sonntag genügend Vorzugsstimmen (knapp 45.000) erhielt, um ins EU-Parlament einzuziehen, postete er auf Facebook: „Ich nehme das Mandat an!“ Minuten später löschte er das Posting aber wieder.

Jetzt meldete er sich auf Facebook zu Wort - ohne den Post wenig später wieder zu entfernen. "Dank der beachtlichen Anzahl von 44.500 Vorzugsstimmen, habt Ihr mir ein Direktmandat und damit den Auftrag erteilt, für Euch auf Europäischer Ebene erfolgreich politische Arbeit zu leisten. Die Interessen unseres Landes im Sinne unseres freiheitlichen Programmes zu vertreten und Österreich in der Europäischen Union die Geltung zu verschaffen, die ihr erwartet. Ihr als Souverän habt direkt-demokratisch entschieden", schreibt der Ex-FP-Chef. Am Ende ließ er seine Zukunft aber weiterhin offen. "Ich werde mir nun die Zeit nehmen, mit meiner Frau, meiner Familie und meinen engsten Begleitern über meine politische Zukunft nachzudenken", so Strache.

 

Gutes Gehalt

Wie aus FP-Kreisen zu hören ist, soll ihn auch Ehefrau Philippa Strache drängen, das Mandat anzunehmen. Was auch finanziell interessant wäre: Strache, der keinen Anspruch auf Gehaltsfortzahlung als Vizekanzler (Gage bisher fast 20.000 Euro brutto) hat, würde als EU-Abgeordneter zwölfmal im Jahr immerhin 8.757,40 Euro erhalten. Dazu käme eine Büropauschale von 4.513 Euro. Für jede Sitzung – 12 bis 15 im Monat – gibt es 320 Euro Taggeld. Macht zusammen 17.110 Euro.

FPÖ skeptisch

Die FPÖ-Chefs Norbert Hofer und Herbert Kickl wollten zwar nichts zu dem Thema sagen, dem Vernehmen nach befürchtet die Parteispitze aber, das Ibiza-Thema bis zur Nationalratswahl nicht loszuwerden. Auf der anderen Seite fürchtet man in der FPÖ die Wut der Hardcore-Strache-Fans, sollte man ihrem Idol mit dem Rauswurf aus der FPÖ drohen. Und so wird man Straches Entscheidung am Ende akzeptieren, er hat bis 2. Juli Zeit. Und langfristig hofft er ohnehin auf ein Comeback vor der Wien-Wahl. (gü)

© Twitter
Dieses Posting wurde nach wenigen Minuten wieder gelöscht.

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