Experten fordern Bildungspflicht bis 18

Politik

Experten fordern Bildungspflicht bis 18

Ausbildungspflicht soll die derzeitige neunjährige Schulpflicht ersetzen.

 Eine Bildungspflicht bis maximal 18 Jahre statt der traditionellen neunjährigen Schulpflicht schlägt der Integrationsbericht 2013 vor. Jugendliche, die am Ende ihrer verpflichtenden Schulkarriere Lesen, Schreiben und Rechnen nicht ausreichend beherrschen, sollen so lange weiter unterrichtet werden, bis sie Mindeststandards erreicht haben, so der Expertenrat.

ÖVP: Ins nächste Regierungsprogramm
VP-Chef Michael Spindelegger kann sich eine Bildungspflicht für Jugendliche bis 18 Jahre vorstellen. Es gehe darum, dass man als Schulabgänger "eine Ausbildung hat, mit der man in der Berufswelt reüssieren kann", sagte Spindelegger bei einer Pressekonferenz am Montag. Auch Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) sprach sich einmal mehr für eine Ausbildungspflicht aus.

Vorgeschlagen wird die Bildungspflicht im aktuellen Integrationsbericht. Spindelegger betonte, er hätte nichts dagegen, eine derartige Maßnahme im nächsten Regierungsprogramm zu verhandeln. Zuständig für das Thema sei Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP), in den er diesbezüglich vollstes Vertrauen habe.

Pühringer hatte bereits am Wochenende eine Ausbildungspflicht bis maximal 18 Jahre anstatt der derzeitigen neunjährigen Schulpflicht gefordert. Er verwies auch am Montag bei der Pressekonferenz nach einer Wahlkampf-Wanderung mit Spindelegger darauf, dass 26 Prozent der Schüler mit Migrationshintergrund und sieben Prozent der Schüler ohne Migrationshintergrund nur einen Pflichtschulabschluss hätten. "Wir werden es uns auf Dauer nicht leisten können, auf sie zu verzichten", sagte der Landeshauptmann.

"Pädagogischer Schildbürgerstreich"
Für einen "pädagogischen Schildbürgerstreich" hält dagegen Team-Stronach-Bildungssprecher Stefan Markowitz eine Bildungspflicht bis 18. Dieser solle "lediglich vertuschen soll, dass das Pflichtschulsystem in Österreich extrem ineffizient ist", hieß es in einer Aussendung. Gerade habe man mit Müh und Not durchgesetzt, dass das Polytechnikum wiederholt werden könne: "Der jetzige Vorschlag einer Schulverlängerung um drei Jahre ist erstens nicht finanzierbar und zweitens sinnlos." Sinnvoller wäre eine Attraktivierung der Lehrlingsausbildung.