Faymann-Truppe soll SPÖ retten

Absage an Julia Herr

Faymann-Truppe soll SPÖ retten

Mit Christian Deutsch haben Faymann-Vertraute in der SPÖ endgültig wieder das Sagen.

Wien. Nach dem Intermezzo von Ex-Kanzler Christian Kern und dem Abgang von seinem damaligen Vertrauten Thomas Drozda ist jetzt endgültig wieder das Lager von Kerns Vorgänger Werner Faymann am Ruder. Faymanns Vertrauter Christian Deutsch wurde von Parteichefin Pamela Rendi-Wagner zum SPÖ-Bundesgeschäftsführer gemacht – die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures zieht innerparteilich die Fäden im Hintergrund. So war es Bures, die Rendi-Wagner zum heiklen Termin bei Bundespräsident Alexander Van der Bellen begleitete.

SPÖ neu. Dabei hatten immer mehr Genossen nach dem desaströsen Wahlergebnis eine „Neugründung der SPÖ“ gefordert. Nach Ex-Bundesgeschäftsführer Max Lercher ist der steirische SPÖ-Landeschef Michael Schickhofer dafür. Auch der Traiskirchner Bürgermeister Andreas Babler und auch die Chefin der Sozialistischen Jugend SJ, Julia Herr, waren in die Offensive gegangen. Herr und andere Junge waren außerdem gegen die Bestellung Deutschs auf die Barrikaden gestiegen. Intern fliegen also die  Fetzen.

Deutsch: "Neugründung der SPÖ nicht notwendig"

Am Mittwochabend hatte es nach Waffenstillstand ausgesehen. Herr war mit anderen Jusos bei Bures eingeladen – Rendi-Wagner stieß spontan dazu. Schließlich hieß es aus Parteikreisen später, dass Herr neben Deutsch zweite Geschäftsführerin werden könnte.

Absage an Herr. Am Donnerstag dann die klare Absage zu einer SPÖ-Managerin durch Deutsch auf oe24.TV: Bei der Erneuerung der Partei solle Herr zwar eine Rolle spielen – aber: Auch einer Neugründung erteilt Deutsch eine klare Absage.

Hanke statt Rendi? Das ist aber nicht alles, der Vormarsch der Faymann-Getreuen könnte noch weitergehen: Es wird zwar heftig dementiert – doch hält sich seit Tagen hartnäckig das Gerücht, dass der Wiener Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke im Fall einer SPÖ-Regierungsbeteiligung den Vizekanzler und Parteichef übernehmen soll. Hanke soll dann wohl ein Signal der Stabilität an einen möglichen Partner ÖVP sein ...

Jetzt spricht der neue SPÖ-Manager

  • Deutsch zu Julia Herr als 2. Geschäftsführerin: „Wir haben bereits eine stellvertretende Bundesgeschäftsführerin, die Andrea Brunner. Sie leistet hervorragende Arbeit, ich sehe keinen Grund, sie auszutauschen. Bei der Erneuerung soll Julia Herr aber eine Rolle spielen. Ich habe sie ins zentrale Wahlkampfteam eingeladen. Da hat sie aus Zeitgründen abgesagt, was ich bedauere.“
  • Nein zur Neugründung der SPÖ: „Das halte ich nicht für nötig. Die SPÖ hat erst beim Parteitag im vergangenen November ein neues Parteiprogramm und eine Organisations­reform beschlossen.“
(knd)
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