Anonymus STRACHE

Angriff

FP-Homepage schon wieder gehackt

"Anonymous" will weiter hacken. Neue Cyber Soko sucht Täter.

Heinz-Christian Strache versucht, es mit Humor zu nehmen: "Sie haben keine sensiblen Daten gehackt. Sie haben halt ein blaues Pony auf die Seite gestellt." FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl erregt sich hingegen über den "kriminellen Akt". In der Nacht von Sonntag auf Montag hat die Hacker-Gruppe "Anonymous" wieder in Österreich zugeschlagen: Nachdem die Hacker vor zwei Wochen bereits einmal die Homepages von FPÖ und SPÖ lahmgelegt hatten, war diesmal erneut der blaue Webauftritt dran. Die FP-Seite wurde diesmal richtig gehackt.

Statt FPÖ-Chef Strache verzierte ein blauer Pokémon die Homepage. Zudem wurden Passwörter von Blauen verschlüsselt veröffentlicht.

"Anonymous Austria" postete in den frühen Morgenstunden auf Facebook und Twitter: "Having a good time" mit einem Screenshot der Homepage-Übernahme.

Und wünschte sich dazu als Song von Ö3 Don’t stop me now von Queen. Denn Anonymous möchte weitere heimische Seiten knacken. Der deutschsprachige Arm der internationalen Gruppe, die bereits Scientology, den deutschen Zoll und andere im Visier hatte, möchte noch weitere offizielle Seiten hacken. Die Gruppe sieht die Attacken als Angriff auf die Politik der Blauen. Am Nachmittag ging die FPÖ-Seite zumindest vor­übergehend wieder online.

Sensible Daten doch in Anonymous’ Händen
Anonymous behauptet, "sensible" Daten der FPÖ gehackt zu haben. Mit den veröffentlichten Telefonnummern von Strache und anderen FPÖlern hätte man hingegen nichts zu tun, so die Gruppe in einer Aussendung. Diese Daten dürften vom Handy eines Kärntner FPÖ-Mitarbeiters stammen.
 

Strache: "Wir haben Anzeige eingebracht"

ÖSTERREICH: Herr Strache, Anonymous hat die FPÖ-Homepage nun wieder gehackt. Haben die Hacker jetzt sensible Daten?
Heinz-Christian Strache: Nein, wir haben die Seite gleich offline gestellt. Diese Hacker haben halt kurzfristig ein blaues Pony auf unserer Seite veröffentlicht. Mehr ist denen nicht gelungen.

ÖSTERREICH: Es ist der zweite Angriff innerhalb von zwei Wochen auf Ihren Webauftritt …
Strache: Wir haben Anzeigen eingebracht. Aber diese Hacker haben nichts kaputt machen können. Wir haben die Schwachstellen im Netz bereits gefunden.

ÖSTERREICH: Ihre Handynummer wurde am Samstag ebenfalls im Internet veröffentlicht. Haben Sie viele Anrufe erhalten?
Strache: Ich bin rasch auf eine andere Nummer umgestiegen. Aber dieser Fall hat offensichtlich wenig mit der Webseite zu tun. Hier wurde einem FPÖ-Mitarbeiter aus Kärnten das Handy gestohlen. Und von diesem wurden dann Nummern veröffentlicht. Das ist ein krimineller Akt, der auch angezeigt wurde.
 

Gipfel zu "Cyber-Security"

VP-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner hat in ihrem Ministerium ein eigenes Zentrum für "Cyber-Security" installiert. Dieses soll Präventivmaßnahmen ausarbeiten und "kritische Infrastrukturen", wie Ministerien und sensible Daten, schützen. Sprich: Hacker-Angriffe, wie auf SPÖ- und FPÖ-Homepages, sollen so verhindert werden.
Der heimische Verfassungsschutz sucht derzeit – freilich noch ohne Erfolg – die Drahtzieher hinter dem Anonymous-Angriff.

Zusammenarbeit mit Europol
Im Herbst gibt es dann gar auf Einladung von Mikl-Leitner eine Konferenz gegen Cyberkriminalität in Wien. Die Innenministerin will beim Thema Cyber-Security stark mit Europol zusammenarbeiten und eine höhere europaweite Vernetzung.

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