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Strache: "Wollen den Finanzminister"

Wolfgang Fellner lud Strache zum großen oe24.TV-Talk über die Koalitionsverhandlungen.

Die Blauen halten VP-Chef Sebastian Kurz derzeit mit einer Handvoll Koalitionsforderungen auf Trab. Bei Fellner! live am Donnerstag auf oe24.TV legte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache noch einmal nach: „Wenn eine Partei den Kanzler stellt, ist es in ­einer Koalition so üblich, dass die andere den Finanzminister stellt. Mit dieser Diskussionsgrundlage gehen wir in die Verhandlungen.“ ÖSTERREICH berichtete bereits am Montag von der Koalitions­bedingung Finanzressort.

Auch, dass er bei dem für Freitag angesetzten Treffen ein Hühnchen mit dem Bundespräsidenten zu rupfen habe, kündigte Strache im Talk mit Wolfgang Fellner an. Alexander Van der Bellen soll vor Diplomaten angekündigt haben, die FPÖler Gudenus und Vilimsky keinesfalls als Minister anzugeloben. Strache könne sich zwar nicht vorstellen, dass VdB das gesagt hat. Man „müsse das aber klären“.

Minister-Veto: »Werde das mit VdB klären«

Die besten Sager aus dem großen Koalitions-Interview mit FPÖ-Chef Strache.

  • Über die Verhandlungen: „Wir sind noch lange nicht im Ziel. Wir befinden uns in seriösen, qualitätsvollen Verhandlungen. Es gibt aber einige Knackpunkte, die noch zu bewältigen sind. Man soll das Fell des Bären erst verteilen, wenn er erlegt ist.“
  • Über Christian Kern: „Er ist in seiner Rolle als Kanzler zu Recht nicht bestätigt worden und jetzt leckt er offenbar noch seine Wunden. Er wird wohl in die Geschichte als kürzester Kanzler eingehen (...). In seiner letzten Rede warnte er vor der schwarzen Witwe. Da hat offensichtlich ein politisch Toter zu uns gesprochen.“
  • Über seine Pläne für Polizei: „Da gibt es Personalnotstände, da muss dringend etwas passieren. Wir wollen schauen, dass wir über einen Plan für Polizeischüler auf zumindest 3.000 zusätzliche Polizisten kommen. Und der Beruf des Polizisten muss aufgewertet werden.“
  • Über Bürgernähe: „Es wäre wünschenswert, dass Kanzler und Vizekanzler einmal jeden Beamten und Polizisten in Österreich kennenlernen und hören, was sich ändern muss. Das sehe ich als meine Aufgabe.“
  • Über das Budget: „Das ist nicht auf Pfad. Wir haben die Altlasten der bisherigen Regierung sichtbar gemacht (...). Das sind etwa eineinhalb Milliarden, die da fehlen.“
  • Über Verhandlungstempo: „Wir gestalten die Verhandlungen zügig, aber qualitätsvoll. Wir wollen uns keinen Zeitdruck auferlegen. Wenn wir sagen, 25 Fachgruppen schaffen das in zwei Wochen, wäre das unredlich. Wir sind ja keine Zauberer.“
  • Über die „neue“ ÖVP: „Man wird sehen, ob das auch wirklich nachhaltig türkis ist oder ob schwarze Störmanöver stattfinden. Man kriegt schon mit, dass alte Strukturen an gewissen Reformen keine große Freude haben.
  • Über das Finanzressort: „Wenn eine Partei den Kanzler stellt, ist es in einer Koalition so üblich, dass die andere den Finanzminister stellt. Mit dieser Diskussionsgrundlage gehen wir in die Verhandlungen. Bei Rot-Schwarz war das auch selbstverständlich.“
  • Über VdBs Minister-Veto gegen Gudenus und Vilimsky: „Grundsätzlich sehe ich keinen Anlass, Berichte Dritter zu kommentieren. Die sind nicht verifiziert und ich gehe davon aus, dass das in dieser Form gar nicht stattgefunden hat. Wenn doch, muss er das erklären. Ich möchte das aber in einem persönlichen Gespräch mit ihm klären.“
  • Über ein mögliches Scheitern der Verhandlungen: „Grundsätzlich können ­Koalitionsverhandlungen natürlich scheitern – an inhaltlich entscheidenden Grundsätzen. Ich gehe aber nicht davon aus.“
  • Über mögliche Kandidatur als Wiener Bürgermeister: „Ich sage grundsätzlich niemals nie. Ich glaube, dass auch in Wien ein Wunsch nach Veränderung herrscht.“

 

Video zum Thema: Fellner! Live Analyse: H.C. Strache im Interview