ORF-Krise

FPÖ-Westenthaler fordert Rücktritt von Stiftungsratschef Lederer

Die Geschäfte von Stiftungsratschef Heinz Lederer als PR-Berater rücken immer mehr ins Zentrum der Debatte um den ORF. 

Auch zehn Tage nach dem Rücktritt von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann wegen Belästigungsvorwürfen einer Mitarbeiterin kommt der ORF nicht zur Ruhe. Just während ein Auftritt der neuen Generaldirektorin Ingrid Thurnher in Sachen Songcontest über die Bühne lief, eskalierte der Streit rund um Stiftungsratschef Heinz Lederer.

Der gerät immer mehr nicht nur wegen seines Krisenmanagements beim Weißmann-Rücktritt ins Visier, sondern inzwischen auch wegen seiner Geschäfte als PR-Berater. Hauptvorwurf: Mögliche Unvereinbarkeit mit seiner Rolle als oberster ORF-Kontrollor.

FPÖ-Westenthaler fordert Rücktritt von Stiftungsratschef Lederer
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FPÖ-Stiftungsrat Peter Westenthaler - nie um eine Attacke verlegen - listet gleich vier Beratungsgeschäfte Lederers auf, die mit den ORF-Interessen kollidieren könnten:

+ Benko-Anwalt: Hier tauchte eine Rechnung Lederers auf, die die „Zeit betrifft, als Benko und Signa auch in der ORF-Kritik standen“, wie Westenthaler schreibt.
+ ÖSV: Hier habe Lederer beraten, „während der Ski-Verband mit dem ORF Millionendeals um TV-Rechte verhandelte“.
+ Funkhaus: Für den Bauunternehmer Rhomberg habe Lederer in der Zeit gearbeitet, als er Teile des ORF-Funkhauses erwarb.
+ Interspot: Auch für die Produktionsfirma Interspot, die für den ORF Sendungen produziert, sei der Stiftungsratschef tätig gewesen.

Lederer wehrte sich in einer Presseaussendung und wies von der FPÖ „geäußerten Behauptungen, seine Tätigkeit im Kontrollgremium für Geschäftemacherei gegen die Interessen des ORF benutzt zu haben, auf das Schärfste zurück“. Und weiter: „Alle Beratungsleistungen im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit als Unternehmer und nicht als Aufsichtsrat sind hinsichtlich der Vereinbarkeit mit meiner Funktion im ORF-Stiftungsrat geprüft und stehen in keinem Zusammenhang und schon gar nicht im Widerspruch zu den Interessen des ORF“, betont Lederer.

Genau das bezweifelt Westenthaler aber: „Ich habe  recherchiert und bin zum Ergebnis gekommen, dass Lederer keines dieser Beratungsmandate im ORF gemeldet hat oder vom ORF geprüft worden sind“. Lederer sage „schlicht öffentlich die Unwahrheit“. Natürlich seien alle Beratungsmandate mit Geschäftspartnern des ORF unvereinbar mit einer Tätigkeit im ORF-Stiftungsrat.

Westenthaler fordert deshalb den Rücktritt Lederers: „Ich fordere Herrn Lederer auf, alle Beraterverträge sofort offenzulegen und als ORF-Stiftungsrat auszuscheiden.“

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