Häupl: Abschied mit Tränen und Eklat

FPÖ blieb bei Applaus sitzen

Häupl: Abschied mit Tränen und Eklat

In seiner letzten Rede verabschiedete sich Michael Häupl mit einem launigen Gebet. 

Exakt 2 Minuten und 54 Sekunden dauerten die Standing Ovations, die SPÖ, Grüne, Neos und auch die ÖVP Michael Häupl nach seiner letzten Rede spendeten. Von Nachfolger Michael Ludwig gab es Blumen, bei Häupl flossen Tränen der Rührung.

Nur eine Fraktion sorgte im Finale für einen Eklat: Die FPÖ verweigerte als einzige Partei den stehenden Applaus. Nur einzelne Blaue klatschten müde.

Mahnende Worte Häupls: "Demokratie zerbrechlich"

„Es war über weite Strecken eine tolle Zeit“, resümierte ­Michael Häupl in seiner 45-
minütigen Abschiedsrede als Wiener Bürgermeister. Er zeigte sich stolz auf die hohe Lebensqualität in der Stadt und sprach auch einige mahnende Worte – wohl auch in Richtung Regierung: „Die Demokratie ist ein zerbrechliches Gut“, so Häupl, und: „Das Friedensprojekt Europäische Union ist es wert, hart dafür zu arbeiten.“ Er endete mit einem launigen Gebet: „Herr, bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit etwas sagen zu müssen.“

Lob kam von der Opposition – abgesehen von der FPÖ. „Mit dir zu streiten hat oft viel mehr Spaß gemacht, als mit anderen einer Meinung zu sein“, sagte etwa der ÖVP-Klubchef Manfred Juraczka.

Dieses Wochenende wird Häupl mit seiner Frau in Neufeld am See verbringen. Das Handy bleibt erstmals ausgeschaltet.

Abschiedsrede: "War nie ein Kind von Traurigkeit"

  • Selbstkritik: „Ich war verbal nie ein Kind von Traurigkeit. Wenn ich jemanden gekränkt haben sollte, entschuldige ich mich jetzt dafür. Ich lege selbst großen Wert auf Respekt.“

  • Dank an die Mitarbeiter: „Die Beamten leisten in den verschiedenen Bereichen hervorragende Arbeit. Sie sind großartig – wenn sie wollen.“

  • Dank an die Wiener: „Ich will mich dafür bedanken, dass die Wienerinnen und Wiener mir eingeräumt haben, über so lange Zeit zu arbeiten.“

  • Gebet: „Herr, bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit ­etwas sagen zu müssen. Du verstehst, Herr, dass ich mir ein paar Freunde erhalten möchte.“

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