"Großer Fehler"

Heftige Kritik nach Rauswuf der "Jungen Grünen"

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Das "untolerierbare Verhalten" der Jugend stehe "in keinem Verhältnis zu ihrem Rauswurf".

Der Rausschmiss der "Jungen Grünen" aus der Bundespartei sorgt in den Länderorganisationen für gehörige Missstimmung. Das belegt ein via "Standard" an die Öffentlichkeit gelangtes Protokoll einer internen Konferenz mit prominenten Ländervertretern vom vergangenen Freitag. Vor allem im Westen missfällt das Vorgehen der Parteispitze.

Der Ausschluss der "Jungen Grünen" war von der Parteispitze in die Wege geleitet worden, weil diese eine Abspaltung der von der Bundespartei unterstützten "GRAS" bei den ÖH-Wahlen unterstützen wollten. Da man auch auf Druck der Parteiführung nicht klein beigab und zumindest auf einem Antreten in Graz und Linz beharrte, wurde am Donnerstag von der Bundesgeschäftsführung das Ende der Zusammenarbeit mit den "Jungen Grünen" verkündet.

Missfallen im Westen

Diese Vorgangsweise missfällt etwa dem Vorarlberger Klubobmann Adi Gross. Wie aus dem Protokoll hervorgeht, bezeichnete er den Ausschluss der Parteijugend als "großen Fehler" und betonte, das "untolerierbare Verhalten" der Jugend stehe "in keinem Verhältnis zu ihrem Rauswurf". Ähnlich lautete die Einschätzung des Tiroler Klubchefs Gebi Mair, der meinte: "Keiner kann nachvollziehen, was die Bundespartei da gemacht hat. Es wird sehr viel Schaden zugefügt." Die externe Kommunikation nannte er blamabel.

Selbst der Landessprecher der steirischen Grünen, die ja quasi von der Kandidatur der abgespalteten Uni-Liste direkt betroffen gewesen wären, Lambert Schönleitner sieht durch das Vorgehen der Parteispitze einen langfristigen Schaden und meint, man sollte das ganze noch einmal überdenken. Zur Situation in Graz befand er: "Hier hat es de facto die GRAS nicht gegeben. Ist es nicht sinnvoll, die Grünen Studierenden hier kandidieren zu lassen?"

Wie es mit den "Jungen Grünen" weitergeht, wird sich wohl erst im Mai entscheiden, hieß es am Sonntag auf Anfrage der APA. Heute gibt es zwar ein Treffen mit Vertretern mehrerer Bundesländer. Endgültige Entscheidungen stünden aber noch nicht an.

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