Hofburg-Wahl

Hofer siegt vor Griss bei 1. TV-Elefantenrunde

Die letzten drei Wochen im Rennen um die Hofburg starten: Hochspannung garantiert.

Ein flotter Schlagabtausch war die erste Elefantenrunde der sechs Bundespräsidentschaftskandidaten. Ein erstes Wortgefecht lieferten sich der Ex-Grüne Alexander Van der Bellen und den FPÖ-Mann Norbert Hofer. Thema war die Aussage Van der Bellens aus einem ÖSTERREICH-Interview, dass er die FPÖ auch mit 50% der Stimmen nicht mit der Regierungsbildung beauftragen würde, was Hofer ihm vorhielt (siehe Zitate unten). Für Staunen sorgte ÖVP-Mann Andreas Khol, der daran erinnerte, dass Ex-Präsident Thomas Klestil Schwarz-Blau fast nicht angelobt hätte: „Da waren wir knapp vor einer präfaschistischen Präsidentendiktatur."

Duell
Ungewohnt angriffig gab sich auch SPÖ-Kandidat Rudolf Hundstorfer. Er hielt Van der Bellen vor, ein „Steigbügelhalter“ der FPÖ zu sein, wenn er die Angelobung verhindert. Auch mit Hofer lieferte er sich mehrere Wortgefechte.

Als unabhängige Rechtsexpertin gab sich Irmgard Griss. Richard Lugner hielt ihr vor, dass sie ohne Parteieneinfluss nie OGH-Richterin geworden wäre. „Dann bin i die Marilyn Monroe, des glaubt mir auch keiner."

Hofer vor Griss
In einem Voting konnte Hofer (26%) vor Griss (24%) am meisten überzeugen. Es folgten Van der Bellen (16%), Hundstorfer (15%) und Khol (12%). Richard Lugner konnte nur 2% der Befragten überzeugen.

Die große Debatte zu Regierung & Türkei-Deal

Würden Sie die Regierung entlassen?

Norbert Hofer (FPÖ): Als 100.000 ohne Registrierung ins Land kamen, wurde die Verfassung gebrochen. Deshalb hätte ich die Regierung entlassen.

Rudolf Hundstorfer (SPÖ): Die Handlung der Regierung war rechtskonform. Mit solchen Notfallparagrafen sollte man sehr vorsichtig umgehen. Sie lösen kein Problem, sie schüren Konflikte.

Andreas Khol (ÖVP): Ich muss als Trainer der Regierung schauen, dass Tore geschossen werden. Deshalb hätte ich die Regierung nicht entlassen, sondern angesichts des Flüchtlings-Ansturms einen nationalen Schulterschluss gesucht.

Van der Bellen: Die Obergrenze für Flüchtlinge, wie sie die Regierung fixiert hat, ist verfassungswidrig,

Richard Lugner: Rot-Schwarz kann nicht mehr miteinander, es herrscht wirtschaftlicher Stillstand. Deshalb hätte ich die Regierung entlassen.

Irmgard Griss. Der Bundespräsident darf nicht aktionistisch handeln, sondern muss dafür sorgen, dass ein rechtskonformer Zustand erreicht wird.

Würden Sie einer Regierung, die Sie nicht wollen, die Angelobung verweigern?

Hofer: Herr Van der Bellen, Sie sagten, sogar wenn die FPÖ mehr als 50% bei einer Wahl bekommt, würden Sie sie nicht angeloben.

Van der Bellen: Glauben Sie im Ernst, dass die FPÖ das schafft?

Hofer: Das haben Sie gesagt!

Van der Bellen: Ich habe gesagt, theoretisch. Lesen Sie in ÖSTERREICH nach – einer bekannten österreichischen Tageszeitung.

Khol: Wer solche Allmachtsfantasien hat, wer Minderheitsregierungen unterstützen will, sät Wind und erntet Sturm. Das mündet in einer vorfaschistischen Präsidentendiktatur.

Würden Sie den EU-Türkei-Deal unterstützen?

Hundstorfer: Gegen diesen Deal habe ich eine massive Skepsis. Man muss auch die Anschuldigungen von Amnesty überprüfen.

Lugner: Ich habe als Unternehmer gelernt, dass man sich nicht erpressen lassen soll. Brauchen wir ein asiatisches Land in der EU?

Griss: Die Türkei ist in einer starken Position. Sie bestimmt, wieviele Flüchtlinge nach Europa kommen.



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