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"Der Plan seit 2014: Strache vernichten"

Ibiza-Krimi: Das sagt der Kronzeuge im Verhör

Das Protokoll des Soko-Verhörs liegt jetzt am Tisch im oe24-Newsroom: Der Ex-Partner von Detektiv H. belastet massiv fünf Hauptverdächtige im Ibiza-Krimi. Er sagt: "Das Wort ,vernichten' fiel oft."

Es geht um Kokain, um den Beginn der Planung des Ibiza-Politthrillers – und um das Motiv. Wir haben exklusiv alle Details aus dem Kripo-Verhör: Der Unternehmer W. (48) war jahrelang Partner in der Sicherheitsfirma eines der Hauptverdächtigen im Ibiza-Krimi, Detektiv H. Ende April befragten die Ermittler des Bundeskriminalamts (BKA) ihn erneut zu dem Politkrimi, der Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache aus dem Vizekanzler-Büro katapultierte und eine ganze Bundesregierung explodieren ließ. Die Aussagen dieses Kronzeugen lieferten den BKA-Ermittlern hochinteressante Details.

© Airbnb
Jene Villa, in der das Ibiza-Video mit dem zurückgetretenen FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache aufgezeichnet wurde.

Hasstiraden gegen Strache seit 2014, sein Bodyguard saß dabei

Und das berichtete W. vor den Beamten der Soko Ibiza: Die ersten Treffen der Gruppe der mutmaßlichen Haupttäter mit Anwalt M., Detektiv H., dessen Helfer K. und S., dem Sohn eines ORF-Stars, hätte er schon ab dem Jahr 2014 in einem exklusiven italienischen Restaurant im 1. Bezirk in Wien mitverfolgt.

© TZOe MFellner
Wiener Graben im ersten Bezirk.

W. schilderte dazu: „Die Übergaben von Gras (Anm.: Cannabis) und Kokain haben immer in Wien 1. stattgefunden, im Lokal X. Soweit ich mich erinnern kann, waren es pro Übergabe 10 bis 20 Gramm Kokain.“ Das Kokain sei „hauptsächlich von H. gekommen“. Für das Gramm seien von Anwalt M. und auch S. 100 Euro bezahlt worden, es gilt die Unschuldsvermutung. Und W. erzählte auch: „Bei der Übergabe des Kokains war auch R. anwesend.“

R. war jahrelang der ­Sicherheitschef von Heinz-Christian Strache, er gab beim FPÖ-Obmann und bei dessen Gattin Philippa den loyalen Bodyguard …

Der Konsum des Kokains fand laut W. auf der Toilette des italienischen Restaurants, im Büro von Anwalt M. und in der Wohnung von Detektiv H. im 7. Bezirk statt.

»Die Planung, Strache zu vernichten, passierte im Lokal«

Zum möglichen Motiv der ganzen Ibiza-Clique, warum sie gegen den früheren FPÖ-Chef vorgehen wollte, berichtete der Insider dieser Gruppe vor der Soko: „Die Planung, Strache zu vernichten, ist im Lokal X. passiert.“ Es seien damals S., der Sohn des ORF-Stars, sowie Anwalt M., dazu K. und R. (Straches Sicherheits-Chef) und Detektiv H. dabei gewesen. Der Kronzeuge erzählte dazu: „Dabei ist oft das Wort ,vernichten‘ gefallen. Der Grund für die ,Vernichtung‘ von Herrn Strache war Rache. Was auch immer der Auslöser war, das weiß ich nicht.“ Und W. erinnerte sich noch bei der Kripo-Einvernahme: „Was hingegen schon gesagt wurde, war, wie man auch Geld aus dieser Sache machen kann.“

9-mm-Pistole zum 50. Geburtstag

In den Aktenteilen, die oe24 vorliegen, sind auch zwei Fotos, die ebenfalls einen der Haupt­täter, Detektiv H., belasten könnten: Die Bilder zeigen eine 9-mm-Pistole der Marke „Crevna Zastava“. Die Seriennummer der Waffe wurde herausgefeilt. Der Helfer des Detektivs sagte darüber bei seiner Einvernahme durch die Kripo: „Diese Schusswaffe habe ich zu meinem 50. Geburtstag von H. erhalten.“

Beide Aussagen vor den Ermittlern der Soko Ibiza zeugen weniger von einem edlen Motiv, mit einem „zivilgesellschaftlich motivierten Projekt“ die politische Landschaft in Österreich verändern zu wollen – so hatte ja einer der mutmaßlichen Mittäter, Anwalt M., argumentiert. Bereits im November 2019 hat die Rechtsanwaltskammer Wien mit der Staatsanwaltschaft Kontakt aufgenommen, um über den „Disziplinarbeschuldigten“ M. urteilen zu können.

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