'Ich hole jetzt Sohn & Freundin aus dem Spital ab'

Kurz über 'Gefühl, gejagt zu sein & 'Schwermut'

'Ich hole jetzt Sohn & Freundin aus dem Spital ab'

Abschiedsrede. Sebastian Kurz spricht 17 Minuten. Fragen sind nicht zugelassen. Was er sagte:

  • Kurz über Karriere: „Wenn man auf einen prägenden Lebensabschnitt zurückblickt und – trotz aller Herausforderungen – vor allem Dankbarkeit empfindet, glaube ich, darf man sich sehr glücklich schätzen.“
  • über Österreich: „Ich hoffe, dass ich meinen Beitrag leisten konnte, unser wunderschönes Österreich ein kleines Stück in die richtige Richtung zu bewegen.“
  • über Politik: „Spitzenpolitik ist vor allem ein stetiges Wechselbad an Gefühlen.“
  • über Kritik: „Jeden Tag hat man so viele Entscheidungen zu treffen, dass man schon in der Früh weiß, dass jeden Tag auch falsche Entscheidungen dabei sein werden. Und darüber hinaus steht man unter ständiger Beobachtung, wird täglich kritisiert und hat fast ein bisschen das Gefühl, gejagt zu werden.“
  • über Antrieb: „Dieser Eindruck, gejagt zu werden, hat auch etwas Positives ausgelöst, denn es hat mein Team und mich stets auch zu Höchstleistungen motiviert.“
  • über Begeisterung: „Meine Begeisterung für Politik ist weniger geworden … Die Flamme ist kleiner geworden … Die Entwicklungen der letzten Monate haben stark dazu beigetragen. Der politische Alltag war kein Wettbewerb der besten Ideen mehr, sondern viel eher die Abwehr von Vorwürfen, Unterstellungen und Verfahren.“
  • über Fehler: „Ich habe selbstverständlich Fehlentscheidungen getroffen. Ich habe immer wieder in gewissen Momenten es auch nicht geschafft, meinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden.“
  • über Vorwürfe: „Ich bin weder ein Heiliger noch ein Verbrecher. Ich bin ein Mensch mit Stärken und Schwächen. Mit Fehlern und Erfolgen und allem, was sonst noch dazugehört. Gerade weil es Vorwürfe gegen mich gibt, ist mir wichtig festzuhalten: Ich freue mich persönlich auf den Tag, auch wenn es Jahre dauern kann, wo ich bei Gericht beweisen kann, dass die Vorwürfe gegen mich schlicht und ergreifend falsch sind.
  • über Entscheidung: „Die heutige Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen. Aber: Ich empfinde keine Schwermut. Ich bin ex­trem dankbar für alles, was ich in den zehn Jahren erlebt habe und was meinem Team und mir für Österreich gelungen ist..
  • über Familie & neuen Job: „Ich werde es genießen, auf einmal Zeit mit meinem Kind und meiner Familie zu verbringen, bevor ich mich dann im neuen Jahr ­beruflich neuen Aufgaben widmen werde.
  • Letzte Worte: „Ich werde jetzt aufbrechen und meinen Sohn und meine Freundin aus dem Spital abholen. Vielen Dank!“


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