In der Gas-Falle: Die Notfallpläne der Regierung

Speicher nur 26% voll

In der Gas-Falle: Die Notfallpläne der Regierung

Artikel teilen

Österreich in der Gas-Falle. Wir beziehen derzeit 80 % unseres Erdgases aus Russland, stecken in einer gefährlichen Abhängigkeit. Das Land finanziert auch mit unseren Energiekäufen den blutigen Krieg gegen die Ukraine.  

Wien. Österreichs Lager sind aber derzeit zu drei Viertel leer, die Energiepreise steigen rasant. 

Jetzt kommt ein wenig Bewegung in die Gaskrise. Gestern hat die Bundes­regierung Maßnahmen beschlossen: „Unsere Erdgasspeicher sollen vor der kommenden Heizsaison zumindest zu 80 % gefüllt sein“, sagt VP-Bundeskanzler Karl Nehammer.

  • Reserve aufstocken. Im ersten Schritt soll eine Gasreserve von 12,6 Terawattstunden (TWh) angelegt werden – das reicht für den Verbrauch eines durchschnittlichen Jänners. Im zweiten Schritt wird auf 20 TWh aufgestockt – das ist dann genug für zwei Wintermonate. Hier soll nur „nicht-russisches“ Gas gekauft werden. „Die Maßnahme wird die Abhängigkeit von russischem Gas deutlich reduzieren“, sagt die grüne Energieministerin Leonore Gewessler.
  • Speicher auch für uns. Alle Speicher auf österreichischem Gebiet sollen künftig an das heimische Gasnetz angebunden sein. Derzeit ist das gigantische Lager in Haidach (S.) nur an deutsche Leitungen angeschlossen.
  • Alles nutzen. Unternehmen, die Gasspeicher verwalten, werden verpflichtet, ungenützte Speicherkapazitäten anzubieten oder zurückzugeben. Beispiel Haidach: Ein Teil des Lagers wird von einer Gazprom-Tochterfirma genutzt, ist aber völlig leer. Das soll künftig nicht mehr möglich sein.
  • EU-Plan. Laut Kommis­sion sind 300 Milliarden Euro nötig, um bis 2030 ­unabhängig von Russlands Gas zu werden. Mit dem Geld soll die Energiewende beschleunigt werden. 
Dein oe24 E-Paper
Jetzt NEU auf oe24.at: Mit einem Click zum kompletten E-Paper ▲
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten
OE24 Logo