Landtagswahl

Tirol-Wahl: ÖVP verliert 10 %, FPÖ vor SPÖ, grünes Debakel

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Die ÖVP verlor rund 9,6 Punkte auf 34,7, gefolgt neuerdings von der FPÖ, die von 15,5 auf 18,8 Prozent zulegte. Die SPÖ konnte sich nur um 0,2 Punkte auf 17,5 Prozent steigern.

Innsbruck. Die ÖVP hat das Kunststück geschafft, bei der Tiroler Landtagswahl trotz des schlechtesten Ergebnisses aller Zeiten gefühlt fast schon wie eine Siegerin da zu stehen. Mit knapp 35 Prozent verlor man knapp nicht zweistellig, blieb damit über allen Prognosen und hat sowohl eine Option auf eine Zweier-Koalition mit der SPÖ als auch auf eine Dreier-Variante. Anton Mattle, der aller Voraussicht nach Landeshauptmann wird, schloss nur ein Bündnis mit der FPÖ aus.

Ergebnis im Detail

Das Ergebnis im Detail: Die ÖVP verlor rund 9,6 Punkte auf 34,7, gefolgt neuerdings von der FPÖ, die von 15,5 auf 18,8 Prozent zulegte. Die SPÖ, deren Spitzenkandidat Georg Dornauer 20 Prozent erreichen wollte, konnte sich nur um 0,2 Punkte auf 17,5 Prozent steigern. Zu den großen Siegern zählte die Liste Fritz mit ihrem historisch zweitbesten Ergebnis von 9,9 Prozent nach 5,5 Prozent vor viereinhalb Jahren. Die NEOS blieben hingegen mit 6,3 (plus 1,1) ebenso unter den Erwartungen wie der bisherige kleine Regierungspartner, die Grünen, die sich mit ihrem neuen Spitzenmann Gebi Mair mit Platz fünf und 9,2 Prozent (minus 1,5) begnügen mussten.

Sollte es zu einer Zweier-Koalition kommen, müsste die ÖVP eigentlich mit der SPÖ zusammenarbeiten, hat Spitzenkandidat Anton Mattle doch eine Kooperation mit der FPÖ ausgeschlossen und dies am Sonntag bekräftigt. Es gingen sich allerdings noch Dreier-Varianten aus, dabei keine ohne Volkspartei. Mattle ließ diesbezüglich vor den montägigen Gremien alles offen. Ausgeschlossen hat solch ein Bündnis keiner der anderen möglichen Partner.

Im Vorfeld angeschlagener Mattle

Bleiben wird der im Vorfeld angeschlagene Mattle jedenfalls. Er werde auch am Montag in den Gremien keine Vertrauensfrage stellen. Der Wirtschaftsbund stellte sich noch am Wahlabend demonstrativ in einer gemeinsamen Aussendung seiner Spitzen hinter ihn. Man werde alles versuchen, die Wähler zurückzuholen, versprach Mattle. Er war in die Bresche gesprungen, nachdem Landeshauptmann Günther Platter einigermaßen kurzfristig seinen Abtritt angekündigt hatte.

SP-Chef Georg Dornauer verpasste zwar das Ziel 20 Prozent unter anderem wegen eines sehr schwachen Abschneidens in der Landeshauptstadt Innsbruck deutlich, doch bleibt er regierungsbereit. Am Zug sieht er jedoch die ÖVP. Daher werde er am Abend nicht zum Hörer greifen und sich bei der Volkspartei wegen einer möglichen Regierungszusammenarbeit melden. Die SPÖ werde aber jedenfalls ein Sondierungsteam bilden.

Abwerzger: "Wir sind gesprächsbereit mit allen"

Seitens der Freiheitlichen wäre man durchaus bereit zu regieren. "Wir strecken die Hand aus und sind gesprächsbereit mit allen", meinte ein mit dem Ergebnis "sehr zufriedener" Spitzenkandidat Markus Abwerzger. Gar "großartig" nannte die Listenerste der Liste Fritz, Andrea Haselwanter-Schneider, das zweitbeste Ergebnis der Parteigeschichte.

Nicht unbedingt als Regierungsauftrag betrachteten die Grünen ihr Ergebnis. Sollten jedoch die Sondierungen anderer Parteien zu keinem Ergebnis kommen, stünde man für Verhandlungen bereit, meinte Spitzenkandidat Gebi Mair. Ob er selbst an Bord bleibt, ließ er offen. Das werde man gemeinsam in den Gremien entscheiden.

Unter den eigenen Erwartungen blieben die NEOS, wie Spitzenkandidat Dominik Oberhofer durchaus auch zugab. Aus dem Koalitionsspiel wollte er sich dennoch nicht herausnehmen. Denn das Ergebnis der SPÖ sei für ihn kein Regierungsauftrag. Keine Rolle spielte die impfkritische Liste MFG, die vor wenigen Monaten bei der Gemeinderatswahl in Tirol noch überrascht hatte. Mit 2,8 Prozent scheiterte man klar an der Fünf-Prozent-Hürde.

Zugelegt hat die Wahlbeteiligung - von rund 60 auf gut 65 Prozent.

+++ Der oe24-LIVE-Ticker zum Nachlesen HIER +++

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 22:19

Experten sehen Ohrfeige für ÖVP, Katastrophe vermieden

Die Tiroler Landtagswahl hinterlässt bei der ÖVP ein tiefblaues Auge, die Katastrophe - den Verlust des Landeshauptmannsessels - konnte man aber abwenden. "Aus dieser Niederlage einen Sieg zu konstruieren, ist aber absurd", sagt der Politikberater Thomas Hofer im APA-Gespräch. Wie auch Meinungsforscher Peter Hajek hält er eine schwarz-rote Koalition in Tirol nun für am wahrscheinlichsten, "da ist aber sicher noch nicht aller Tage Abend", sagt Hajek am Wahlabend.

Minus zehn Prozentpunkte brachten der ÖVP das historisch schlechteste Ergebnis ein, und als dieses müsste es auch gesehen werden, so Hofer. Was der ÖVP allerdings in die Hände spiele, sei das Fehlen eines bundespolitisch relevanten "Wahltriumphators". Die FPÖ hat zwar rund drei Prozentpunkte zugelegt, um als klarer Sieger hervorzugehen, sei das aber zu wenig. "In Tirol gibt es mit der Liste Fritz eine populistische Alternative, ohne die die FPÖ wohl deutlicher zugelegt hätte."

 22:06

Wählerstromanalyse: ÖVP verlor Wähler an alle Parteien außer Grünen

Die ÖVP hat bei der Tiroler Landtagswahl Stimmen an alle Parteien verloren außer an die Grünen, die SPÖ verlor Stimmen an die Liste FRITZ und an die Grünen, die FPÖ konnte 15.000 Nichtwähler mobilisieren und die Liste FRITZ hat ihre Zugewinne vor allem von ÖVP und SPÖ-Wählern. NEOS gewannen von der ÖVP mehr Stimmen als sie an die ÖVP verloren. Das geht aus der SORA-Wählerstromanalyse im Auftrag des ORF hervor.

 21:36

Gremien schreiten zu Analysen, Weg zu Sondierungen

Nach der Tiroler Landtagswahl ist vor den Gremiensitzungen und vor offenbar bald startenden Sondierungsgesprächen über die Bildung einer neuen Regierung. Die ÖVP kommt Montagvormittag zu einem Parteivorstand zusammen. Dabei dürfte schon ein erster Fahrplan für die Gespräche mit den Parteien festgelegt werden.

Parteichef und Spitzenkandidat Anton Mattle will zwar mit allen sondieren, mögliche Koalitionsverhandlungen mit der FPÖ wird es aber nicht geben. Eine Festlegung auf eine bestimmte Wunschkoalition dürfte nicht getroffen werden, Mattle will sich - zumindest nach außen - alle Optionen offen halten. Eine innerparteilicher Watschentanz bleibt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus, dem schwarzen Frontmann wurde am Sonntag trotz beträchtlicher Verluste allenthalben der Rücken gestärkt.

 21:36

Gedämpfter Optimismus zum pinken Wahltags-Abschluss

Gedämpft optimistisch und untermalt mit lauter Musik und Spritzer ließen die Tiroler NEOS den Landtags-Wahlsonntag im Restaurant Paninothek am Innsbrucker Boznerplatz ausklingen. Die Erwartungen seien "natürlich größer" gewesen, räumte NEOS-Spitzenkandidat Dominik Oberhofer gegenüber der APA ein. Die Pinken kamen laut vorläufigem Endergebnis auf 6,29 Prozent und konnten damit gegenüber der letzten Wahl 2018 leicht zulegen.

Damals kamen die Pinken - ebenfalls angeführt von Oberhofer - bei ihrem erstmaligen Einzug in den Landtag auf 5,21 Prozent und sind seitdem mit zwei Mandataren im Landesparlament vertreten. Im durch großes Selbstbewusstsein und hyperaktive Regierungslust geprägten Wahlkampf hatte Oberhofer Zweistelligkeit und eine Regierungsbeteiligung in einer Dreierkoalition als klares Ziel ausgegeben.

 21:25

SPÖ verliert nicht mehr, aber wächst auch kaum

Die SPÖ hätte sich vom Wahlsonntag in Tirol mehr erhofft. Heraus kam ein ganz schwacher Zugewinn (0,23 Prozentpunkte) - und mit 17,48 Prozent der Verlust des zweiten Platzes an die FPÖ. Aber die Chancen auf den von Spitzenkandidat Georg Dornauer angepeilten Einzug in Landesregierung stehen gut. Die Bundespartei war zufrieden und konzentrierte sich auf die Regierungsfrage. Immerhin drohen auch im "schwierigen Terrain" offenbar keine großen Verluste mehr.

Große Erfolge feiern konnten die seit 2018 von Pamela Rendi-Wagner geführten Sozialdemokraten - nach langen Jahren mit vielen Wahlschlappen - jedoch nur in Ländern, in denen sie den Landeshauptmann stellen: Im Burgenland eroberte Hans Peter Doskozil 2020 die Absolute zurück, im Herbst darauf baute der neue Wiener Bürgermeister Michael Ludwig die rote Mehrheit aus. Schon 2018 hatte Peter Kaiser (noch unter Parteichef Christian Kern) die Spitzenposition mit massivem Zugewinn ausgebaut.

 21:16

Grünen-Wahlparty mit Applaus und Zweckoptimismus

Die Tiroler Grünen haben trotz des Verlustes von eineinhalb Prozentpunkten auf 9,2 Prozent im Innsbrucker Lokal "Glasmalerei" eine gut besuchte Wahlparty über die Bühne gehen lassen. Für den gegen 19.30 Uhr ankommenden Spitzenkandidaten Gebi Mair gab es lauten Applaus und Jubel. Dieser wiederum übte sich in Zweckoptimismus und schwor seine Partei zusätzlich darauf ein, in Zukunft mehr an "Profil und Kanten" zu gewinnen.

Doch bevor er in seiner kurzen Rede in eine noch ungewisse Parteizukunft blickte, warf er einen Blick zurück auf den Wahlkampf. "Es gibt Zeiten, in denen kann man alles geben und es reicht doch nicht", betonte er in Hinblick auf das Wahlergebnis. Angesichts dieses Ergebnisses habe er "Angst gehabt, am heutigen Abend allein da zu sein", so Mair.

 21:14

Ludwig sieht "solides Wahlergebnis" für SPÖ

Als "solides Wahlergebnis" hat Wiens Bürgermeister und SP-Vorsitzender Michael Ludwig das Abschneiden der SPÖ bei der Tiroler Landtagswahl bezeichnet. Dem Tiroler SPÖ-Chef, Georg Dornauer, wünscht er "viel Erfolg" für die bevorstehenden Regierungsverhandlungen. Die Wiener ÖVP kommentierte das verlustreiche Wahlergebnis der Tiroler Volkspartei fast euphorisch.

Spitzenkandidat Anton Mattle habe sein Wahlziel "deutlich übertroffen", sah Landesparteiobmann Karl Mahrer einen klaren Wahlsieg der Volkspartei Tirol. "Die Tirolerinnen und Tiroler haben mit diesem Wahlergebnis Anton Mattle ganz klar zu ihrem nächsten Landeshauptmann erklärt." Die ÖVP habe vom Wähler den klaren Auftrag zum Weiterregieren erhalten, so Mahrer weiter. Nun gelte es, möglichst rasch eine Regierung zu bilden, um in diesen Zeiten, in denen eine Krise der nächsten die Hand reicht, für Stabilität zu sorgen.

 21:13

Siegesstimmung und Standing Ovations bei Liste Fritz

Mit Standing Ovations und lautem Applaus wurde die Spitzenkandidatin der Tiroler oppositionellen Liste Fritz nach geschlagener Landtagswahl im Restaurant "La Trattoria" am Innsbrucker Sparkassenplatz empfangen. Die Partei legte laut vorläufigem Endergebnis auf 9,9 Prozent zu (2018: 5,46) und stellt künftig drei Mandate (plus eins). "Wir sind gekommen, um zu bleiben", rief Parteiobfrau Haselwanter-Schneider, die die Liste zum dritten Mal in die Wahl führte, den Feiernden zu.

Eine "politische Landschaft in Tirol ohne Liste Fritz" werde es nicht geben. Bewegt bedankte sich die Parteiobfrau in einer kurzen Rede bei den Unterstützerinnen und Unterstützern und explizit auch beim Klubobmann und Landeslistenzweiten Markus Sint, der mit ihr den Wahlkampf im Tandem bestritten und viele Wahlkampfauftritte auch alleine absolviert hatte: "Das ist nicht der Verdienst einer Spitzenkandidatin, aber es ist im Leben nun mal so - einer muss voran gehen", sagte die 54-Jährige.

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Während Andreas Bourani ("Auf uns") von einem "Feuerwerk aus Endorphinen" sang, erhoben sich die Versammelten und beklatschten den Achtungserfolg der Kleinpartei ausgiebig. Die Liste überholte mit den erreichten 9,9 Prozent übrigens auch die Grünen, die seit 2013 in einer Koalition mit der ÖVP an den Regierungshebeln saßen und nun nur mehr auf Platz fünf kommen.

 21:12

Blaue Party mit "Champions" und "Welle"

Die Tiroler FPÖ hat nach ihrem Wahlerfolg und den erreichten 18,84 Prozent Sonntagabend eine große Party in der Orangerie des Innsbrucker Congresse steigen lassen. Zu den Klängen von "We Are the Champions" zog Spitzenkandidat Markus Abwerzger in den vollen Saal mit rund 250 Anhängern ein. "Unser Weg endet hier nicht. Der endet bei Mitte-20 Prozent bei der nächsten Landtagswahl", rief er den blauen Sympathisanten zu.

Auf dem Weg zum Podium gab es innige Umarmungen, etwa mit Innsbrucks FPÖ-Urgestein Rudi Federspiel oder Bundesrat Christoph Steiner. Auf der Bühne "dirigierte" Abwerzger die Menge dann mit der dreifachen "Welle". Bier floss in Strömen.

APATIROL-LANDTAGSWAHL-WAHLPARTY-FPÖ-ABWERZGER-=.jpg © APA/EXPA/ERICH SPIESS

Abwerzger setzte dann vor allem zu einer Lobeshymne für sein Team an und pries den zweiten Platz, eine Premiere in der Geschichte der Tiroler FPÖ. Für Tirols SPÖ-Chef Georg Dornauer, den er auf den dritten Platz "verbannte", hatte Abwerzger leichten Spott übrig. Diesem sei angesichts des Wahlergebnisses das "Ladl runtergefallen".

 21:10

Aufatmen bei schwarzer Wahlparty

Bei der Wahlparty der Tiroler ÖVP hieß es Sonntagabend aufatmen. Ein sichtlich erleichterter Parteichef und Spitzenkandidat Anton Mattle gesellte sich kurz nach Verkündung des vorläufigen Endergebnisses zu seinen Parteifreunden in den Innsbrucker Arkadenhof und wurde mit "Toni, Toni, Toni"-Rufen und rot-weißen Luftballons mit "Toni"-Aufschrift begrüßt. Mit dabei war auch Noch-Landeshauptmann Günther Platter.

Trotz der herben Verluste waren die meisten ÖVPler an diesem Abend in Feierlaune, immerhin hatten einige Umfragen den Schwarzen deutlich schlechtere Ergebnisse prognostiziert. Für Mattle war in seiner kurzen Rede jedoch nicht alles eitel Wonne: "Wir werden täglich hart daran arbeiten, Vertrauen zurückzugewinnen", gab er als Devise für seine künftige Regierungstätigkeit aus und benannte auch die "Verluste". Die ÖVP musste ein Minus von zehn Prozentpunkten einstecken und erhielt 34,71 Prozent der Wählerstimmen.

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"Donkschian enk alle. Ihr seid's ein super Team", bedankte sich Mattle bei seinen Mitstreitern, die bei der "Tour durch Tirol" mit dabei waren. Vor dem Arkadenhof parkte demonstrativ Mattles Tourbus, der mit dem Wahlplakat-Slogan "Geradeaus" beklebt war. Der ÖVP-Chef blickte kurz auf die Zeit im Bus zurück, der Wahlkampf war voller "Anspannung und Herausforderungen", meinte er.

 20:51

Kickl: "Sensationelles Plus"

FPÖ-Chef Herbert Kickl sah das "sensationelle Plus" als "eindeutigen Auftrag". "Mit diesem großartigen Erfolg ist die freiheitliche Trendwende eingeleitet und diese wird sich in den kommenden Wahlen mit Sicherheit fortsetzen." FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz zeigte sich "sehr zufrieden" mit dem freiheitlichen Ergebnis, wie er gegenüber der APA im Innsbrucker Landhaus erklärte. Vor allem der zweite Platz erfreute ihn: "Das haben wir in Tirol bisher noch nie geschafft." Dieser Erfolg sei das Ergebnis der hervorragenden Arbeit von Spitzenkandidat Markus Abwerzger und seinem Team. Trotz ÖVP-Absage sah Schnedlitz indes die Chance für eine freiheitliche Regierungsbeteiligung noch einen "Spalt offen".

 20:47

SPÖ: "Schwarz-Grün ist abgewählt"

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch führte die Verluste von ÖVP und Grünen auf "Arroganz und Hochmut" zurück. Mit dem heutigen Wahlergebnis zeige sich, dass in Tirol kein Stein auf dem anderen bleiben werde. "Schwarz-Grün ist abgewählt", so Deutsch in einer ORF-Diskussionsrunde. Während Schwarz-Grün ein Totalversagen eingefahren habe, sei das rote Ergebnis ein "schöner Erfolg im Wissen, dass Tirol für die SPÖ ein schwieriges Terrain" sei.

 20:47

Kogler: "Schwierige Zeiten"

"Wir leben in schwierigen Zeiten, und ganz Europa in einer Zeitenwende. Viele Menschen haben aufgrund der Teuerung, dem Krieg in der Ukraine und den damit verbundenen möglichen Energieengpässen große Sorgen", so Vizekanzler Werner Kogler. "Als Juniorpartner im Land bei einer überraschend losgetretenen Landtagswahl war das sicherlich kein leichter Wahlkampf - die Tiroler Grünen haben Durchhaltevermögen bewiesen. Jetzt heißt es weiterarbeiten an den brennenden Themen Energiewende, saubere Politik und saubere Umwelt", ergänzte Bundesgeschäftsführerin Angela Stoytchev.

 20:45

Bundes-ÖVP zeigt sich zufrieden mit Ergebnis

VP-Generalsekretär Christian Stocker hat die Verluste der ÖVP in Tirol kleingeredet und auf den ersten Platz verwiesen. "Die Volkspartei bleibt weiterhin die mit Abstand stärkste Kraft in Tirol, mit deutlichem Abstand zu allen anderen Parteien." Spitzenkandidat Anton Mattle habe sich zum Ziel gesetzt, die 30 Prozent zu überspringen und das sei deutlich gelungen.

"In den vergangenen Wochen und Monaten haben Umfragen der Volkspartei einen Totalabsturz prognostiziert - diesen haben Toni Mattle und die Tiroler Volkspartei verhindert und nun stattdessen ein weit über den Prognosen liegendes Ergebnis eingefahren. Die Tirolerinnen und Tiroler haben mit ihrem Stimmverhalten deutlich zum Ausdruck gebracht, dass ihr Landeshauptmann Toni Mattle heißen soll", so Stocker.

 20:28

Teuerung bestimmendes Thema bei Tirol-Wahl

"Inflation und steigende Preise", gefolgt von "Sicherung der Energieversorgung" sowie "leistbares Wohnen" waren die Themen, die die Wähler bei der Tiroler Landtagswahl am meisten beschäftigt haben. Das ergab eine Wahltagsbefragung von ISA/SORA für den ORF. Dahinter kamen der Krieg in der Ukraine, Umweltschutz und Pflege. Corona spielte offenbar nur eine untergeordnete Rolle, kam es bei den Befragten doch erst an neunter Stelle.

Für die SORA-Wahltagsbefragung wurden über 1.200 Wahlberechtigte in Tirol vom 19. bis zum 24. September telefonisch und online befragt. Die maximale Schwankungsbreite liegt bei plus/minus 2,8 Prozent. 54 Prozent nannten Inflation als das Thema, über das sie am häufigsten im Wahlkampf diskutiert haben. Jeweils 37 Prozent der Befragten führten "Sicherung der Energieversorgung" und "leistbares Wohnen" an. Gleich 88 Prozent finden, dass man sich das Leben in Tirol immer schwerer wird leisten können.

 19:09

Vor allem Stammwähler wählten ÖVP

Bei der Frage, warum bei der Tiroler Landtagswahl die jeweilige Partei gewählt wurde, ist bei der ÖVP an erster Stelle mit 28 Prozent das Motiv der Stammwählerschaft gestanden. Danach kam erst der Spitzenkandidat Anton Mattle (18 Prozent), die Themen der Partei rangierten nur auf dem vierten Platz mit 13 Prozent.

Bei den anderen Parteien war die Zugkraft der Spitzenkandidaten deutlich geringer. Bei den Freiheitlichen war das für sechs Prozent, bei der SPÖ für vier, bei der Liste Fritz für zehn und bei den Grünen für zwei Prozent ausschlaggebend. Wesentlich stärkeres Motiv waren bei allen anderen Parteien die Inhalte und Themen. Bei den Freiheitlichen war das immerhin für 25 Prozent das Motiv für die Wahl, bei der SPÖ für 36 Prozent und den Grünen für 61 Prozent.

 18:41

Dornauer zuversichtlich für Platz Zwei

Tirols SPÖ-Chef und Spitzenkandidat Georg Dornauer hat sich zuversichtlich gezeigt, im Laufe des Abends noch Platz Zwei zu erreichen und damit die FPÖ zu überholen. "Ich glaube, es wird eine Punktlandung", meinte er in einer ersten Reaktion nach der ersten Hochrechnung Sonntagabend. Erste Gratulationen richtete er an die ÖVP.

Die Schwarzen hätten nun den "demokratisch legitimierten Auftrag zur Regierungsbildung", sagte Dornauer. Daher werde er am Abend nicht zum Hörer greifen und sich bei der ÖVP wegen einer möglichen Regierungszusammenarbeit melden.

 18:27

Georg Dornauer - Der "rote Schorsch" darf hoffen

Georg Dornauer könnte der ersehnte Karriere-Sprung in die Landesregierung bevorstehen. Dennoch wird der Wahlsonntag für die SPÖ als einer der vergebenen Chance in die rote Tiroler Landesparteigeschichte eingehen. Zwar dürfte man mit einem eher charismatischen Spitzenkandidaten dazu gewinnen, doch ein fulminanter Wahlsieg wurde es trotz günstiger Themenlage nicht, im Gegenteil wurde man von der FPÖ eingeholt und verpasste die erhofften 20 Prozent.

Dornauer versuchte im Wahlkampf einen mühseligen Mittelweg zwischen Opposition und Anbiederung an die ÖVP, deren Partner er unbedingt werden wollte und es wohl auch wird. Dieser teils staatstragende Gestus kam beim Wähler dann wohl nicht so an, wie es allenfalls mit einem kantigeren Kurs möglich gewesen wäre.

 18:08

Mair sieht Grüne nicht als "erste Ansprechpartner"

Grünen-Spitzenkandidat Gebi Mair will das Ergebnis seiner Partei bei der heutigen Landtagswahl "nicht schön reden". Klar sei, Schwarz-Grün sei Geschichte und man sei bei Koalitionsgesprächen auch nicht erster Ansprechpartner. Würden sich aber bei Sondierungen anderer Parteien keine Ergebnisse ergeben, stünde man für Gespräche zur Verfügung.

Was seine persönliche Zukunft angeht, ließ diese Mair gegenüber der APA offen. Die Grünen gewännen und verlören gemeinsam. Man werde sich nun daher gemeinsam anschauen, wie man sich am besten in neuen Verhältnissen aufstelle.

 18:08

Mattle will bleiben, keine Vertrauensfrage

Tirols ÖVP-Obmann und Spitzenkandidat Anton Mattle will trotz fast zehn Prozentpunkten minus und vorläufig nur mehr 34,5 Prozent bleiben und eine Landesregierung bilden. Man habe eine "Aufholjagd" gestartet und dies habe letztlich geklappt, sagte Mattle vor Journalisten. Er werde am Montag im ÖVP-Parteivorstand auch nicht die Vertrauensfrage stellen.

Die Landespartei sei zu Wahlkampfbeginn bei 29 Prozent gestartet, meinte Mattle. Es sei gelungen, Wähler zurückzuholen, wenngleich: "Wir haben verloren, das ist uns bewusst". Man werde aber alles tun, um dieses Vertrauen zurückzugewinnen.

 18:07

ÖVP Burgenland sieht "beachtliches Ergebnis"

Die burgenländische ÖVP sieht trotz des Debakels in der ersten Hochrechnung für die Tiroler Parteikollegen ein "beachtliches Ergebnis". Anton Mattle habe es "unter schwierigsten Voraussetzungen" geschafft, Platz eins zu sichern, stellte der burgenländische Landesgeschäftsführer Patrik Fazekas fest. Von SPÖ und FPÖ gab es aus dem östlichsten Bundesland Gratulationen für Rot und Blau.

Fazekas erklärte in einem Statement gegenüber der APA am Sonntagnachmittag, dass nun im Sinne der Menschen in Tirol rasch Klarheit für eine künftige Koalition gefunden werden müsse: "Der Wahlkampf ist vorbei und damit müssen die Grabenkämpfe zwischen den Parteien enden."

 18:07

Markus Abwerzger - Duellant mit guter Trefferquote

Für Markus Abwzerger hat sich das von der FPÖ ausgerufene "Duell um Tirol" durchaus ausgezahlt. Zwar konnte man der ÖVP nicht Platz eins abjagen, was wohl auch kaum jemand ernsthaft geglaubt hatte, doch schlossen die Freiheitlichen zur SPÖ auf und kamen an ihr bestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in Tirol heran.

Dies hängt nicht nur an der Proteststimmung, sondern durchaus auch am Spitzenkandidaten. Der gebürtige Vorarlberger schaffte es, den lokalen Freiheitlichen den Hauch Bürgerlichkeit zu verleihen, der es auch Wählern aus dem klassischen ÖVP-Umfeld offenbar ermöglichte, für einmal auf die blaue Karte zu setzen.

 17:56

Liste Fritz-Spitzenkandidatin "überwältigt" und "dankbar"

"Überwältigt" und "dankbar" über den laut Hochrechnungen klaren Zugewinn hat sich um 17.30 Uhr die Spitzenkandidatin der oppositionellen Liste Fritz, Andrea Haselwanter-Schneider, gezeigt. Erste Ergebnisse wiesen der Liste ein Ergebnis von 10,1 Prozent und damit Zweistelligkeit sowie einen Zugewinn von 4,7 Prozentpunkten zur letzten Wahl 2018 aus. Dies sei ein "großartiges Ergebnis", sagte die Liste Fritz-Frontfrau der APA.

Bei der letzten Wahl 2018 hatte die Liste 5,46 Prozent der Stimmen und zwei Mandate eingefahren. Haselwanter-Schneider hatte sich im Wahlkampf das Ziel gesteckt, das "zweitbeste Ergebnis der Geschichte der Liste Fritz" einzufahren. 2008 kam die Partei auf 18,53 Prozent. Haselwanter-Schneider zeigte sich bewegt und bedankte sich bei den Unterstützerinnen und Unterstützern. Es habe sich gezeigt, dass ihre Bemühungen der letzten Jahre honoriert wurden, unterstrich sie.

 17:45

Mattle will bleiben, keine Vertrauensfrage

Tirols ÖVP-Obmann und Spitzenkandidat Anton Mattle will trotz fast zehn Prozentpunkten minus und vorläufig nur mehr 34,5 Prozent bleiben und eine Landesregierung bilden. Man habe eine "Aufholjagd" gestartet und dies habe letztlich geklappt, sagte Mattle vor Journalisten. Er werde am Montag im ÖVP-Parteivorstand auch nicht die Vertrauensfrage stellen.

Die Landespartei sei zu Wahlkampfbeginn bei 29 Prozent gestartet, meinte Mattle. Es sei gelungen, Wähler zurückzuholen, wenngleich: "Wir haben verloren, das ist uns bewusst". Man werde aber alles tun, um dieses Vertrauen zurückzugewinnen.

 17:42

Hochrechnung: Schwarz-Rot oder Schwarz-Blau ginge sich aus

Laut der aktualisierten Hochrechnung von SORA/ORF hat die Schwarz-Grüne Koalition ihre Mandatsmehrheit im Tiroler Landtag verloren. Statt bisher 21 Mandate kommen die beiden Parteien gemeinsam auf nur mehr 17 der 36 Mandate. Auf eine Mehrheit von je 21 Sitzen kommt demnach hingegen Schwarz-Rot oder Schwarz-Blau.

Die ÖVP hält nach ihrer Wahlschlappe künftig nur mehr bei 14 Sitzen (bisher 17), die Grünen bei drei (bisher vier).

Die FPÖ gewinnt laut dieser Hochrechnung zwei Mandate dazu und verfügt künftig über sieben Abgeordnete. Die SPÖ legt von sechs auf sieben Sitze zu. Mit drei statt bisher zwei Abgeordneten ist laut dieser Berechnung die Liste Fritz im Landtag vertreten, die NEOS bleiben bei ihren zwei Mandaten.

Die Wahlbeteiligung lag laut SORA/ORF bei 66,6 Prozent (2018: 60,0).

 17:24

FPÖ-Chef Abwerzger jubelt: "FPÖ ist wieder da"

Tirols FPÖ-Obmann und Spitzenkandidat Markus Abwerzger hat sich mit dem vorläufigen Wahlergebnis der Freiheitlichen "sehr zufrieden" gezeigt. "Die FPÖ ist wieder da", sagte Abwerzger zur APA. Anfang des Jahres sei man in Umfragen noch bei rund 13 Prozent gelegen, erinnerte er.

Man habe ein "sehr gutes Ergebnis" erreicht und sei sehr erleichtert, so Abwerzger. Der FPÖ-Spitzenkandidat sah noch Chancen, die 19 Prozent zu überspringen und vielleicht das beste Ergebnis in der Geschichte der Tiroler FPÖ einzufahren. Dieses lag im Jahr 1999 bei 19,6 Prozent. Nunmehr liegt man laut Hochrechnung vorerst bei 18,9 Prozent.

 17:23

ÖVP fällt auf 14 Mandate

Die Mandatsverteilung: Die ÖVP kommt auf 14 Mandate und verliert damit 3 Mandate gegenüber 2018. FPÖ und SPÖ erreichen jeweils 7 Mandate, Liste Fritz und Grüne kommen auf jeweils 3 Mandate und die NEOS auf 2 Mandate.

 17:16

FPÖ liegt knapp vor der SPÖ

Laut der Hochrechnung von SORA/ORF liegt die FPÖ ganz knapp vor der SPÖ. Die Freiheitlichen kommen auf 18,9 Prozent, die SPÖ auf 18,8%.

 17:12

ÖVP klar über 30 Prozent

Die ÖVP verliert zwar stark, mit 34,5 Prozent der Stimmen konnte man aber zumindest ein Ergebnis über 30% eingefahren werden.

 17:08

Erste Hochrechnung vom ORF

ÖVP: 34,5, SPÖ: 18,8, FPÖ: 18,9, Grüne: 10,1, Liste Fritz: 6,1

 17:07

Die erste Hochrechnung von ARGE Wahlen

ÖVP: 34,3, SPÖ: 18,2, FPÖ: 19,0, Grüne: 9,1, Liste Fritz: 9,6, Neos: 6,5

 17:02

ÖVP über 30 Prozent

Der ersten Trend-Prognose zufolge liegt die ÖVP klar über 30 Prozent und verliert damit weniger stark als befürchtet. Die FPÖ liegt vor der SPÖ, die Liste Fritz legt kräftig zu und liegt vor den Grünen.

 17:00

Die erste Trend-Prognose

Erster Trend: ÖVP über 30 Prozent, FPÖ vor SPÖ, Liste Fritz legt stark zu

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 16:53

ÖVP-Anhänger vor Wahlergebnis "bester Hoffnung"

ÖVP-Anhänger, die sich ab 15.30 Uhr in einem Innsbrucker Innenstadtlokal zuerst zur Verkündung des Wahlergebnisses und im Anschluss für die Wahlparty versammelt haben, gaben sich trotz katastrophaler Prognosen "bester Hoffnung", was das Wahlergebnis für "ihren Toni", Spitzenkandidat Anton Mattle, betraf. "Ein Ergebnis über 30 Prozent ist drinnen", meinte eine knapp sechzigjährige Frau, die in gemütlicher Dreierrunde auf das Ergebnis wartete.

Unter der Runde war auch eine ÖVP-Funktionärin zu finden, die die Stimmung für "ÖVP und Mattle" als positiv beschrieb. Sie habe im Wahlkampf "tolle Gespräche gehabt" und auch empfunden, dass die Art des ÖVP-Spitzenkandidaten gut in der Bevölkerung ankomme.

 16:49

Die Spannung zeigt

In etwa 10 Minuten schließen die letzten Wahllokale.

 16:28

ÖVP rechnet mit über 30 Prozent

Auch ÖVP-Wahlkampfmanager Martin Malaun rechnet mit "über 30 Prozent" für die ÖVP. Das sagte er vor kurzem im Tiroler Landhaus.

 16:20

Meiste Wahllokale haben bereits geschlossen

Ein Großteil der Wahllokale in Tirol hat mittlerweile geschlossen. Um 17 Uhr schließen dann auch die letzten Wahllokale in den größeren Städten. Dann wird es auch die erste Hochrechnung geben.

 15:55

FPÖ und Liste Fritz legen zu

FPÖ und Liste Fritz dürften heute stark zulegen, ist aus beiden Parteien zu hören. Die SPÖ rechnet hingegen mit einem Ergebnis hinter den Erwartungen. Die Roten dürften zwar zulegen, aber nicht so stark, wie gehofft, heißt es.

 15:16

ÖVP-Stratege: "Das wird heute dramatisch"

Der ÖVP dürften laut Trends massive Verluste drohen. Ein ÖVP-Stratege zu oe24: "Das wird heute dramatisch für uns!" In der ÖVP rechne man mittlerweile bereits mit "dem Schlimmsten". Die ÖVP rechne zwar mit "gewaltigen Verlusten", so ein Partei-Insider zu oe24, aber der "3er sollte sich trotzdem ausgehen". Heißt: Die ÖVP dürfte wohl über 30% kommen.

 14:49

Rekord an Wahlkarten

Insgesamt 71.945 solcher Wahlkarten wurden ausgestellt. Das sind mehr als doppelt so viele im Vergleich zur Landtagswahl 2018. Damals waren es 32.980 Wahlkarten gewesen.

 14:47

Überblick über die Spitzenkandidaten

 13:33

Noch kein Trend bei der Wahlbeteiligung

Hinsichtlich der Wahlbeteiligung zeichnete sich am Vormittag noch kein klares Bild ab. Aus Innsbruck war zu hören, dass dort der Andrang ungefähr gleich hoch war wie bei der Landtagswahl 2018. Landesweit war vereinzelt aus den Sprengeln aber auch von einem etwas größeren Andrang als beim letzten Mal die Rede. Bei der Landtagswahl im Jahr 2018 hatte die Wahlbeteiligung 60 Prozent betragen.

 13:28

Warten auf Ergebnisse

Die Spitzenkandidaten haben gewählt, nun heißt es warten. Die erste Hochrechnung wird kurz nach 17 Uhr veröffentlicht.

 12:39

Wut-Oma attackiert Abwerzger

Zu einem Aufreger kam es bei der Stimmabgabe von Markus Abwerzger. Der FPÖ-Chef wurde bei seine Stimmabgabe in Axams von einer einer älteren Frau konfrontiert. Die Wut-Oma warf dem Freiheitlichen Abgehobenheit vor und forderte Abwerzger auf: "Gehen Sie in sich!"

Abwerzger.jpg © APA/ROLAND SCHLAGER

 12:01

Zahlreiche Wahllokale schon geschlossen

Vor allem in kleineren Gemeinden werden nun schon die Stimmen ausgezählt. Die letzten Wahllokale schließen dann um 17 Uhr - dann gibt es auch die erste Hochrechnung.

 11:51

Grüner Spitzenkandidat geht heute noch klettern

 11:33

Nur FPÖ-Chef hat noch nicht gewählt

Abgeschlossen wird der Reigen der Stimmabgaben zu Mittag von FP-Spitzenkandidat Markus Abwerzger.

 11:32

Haselwanter-Schneider mit "gutem Gefühl"

In Oberperfuss (Bezirk Innsbruck-Land) gab gegen 10.30 Uhr die Spitzenkandidatin der Liste Fritz, Andrea Haselwanter-Schneider, ihre Stimme ab. In Begleitung ihres Mannes und "mit einem guten Gefühl", wie sie der APA sagte. Die Menschen würden die Arbeit und Bemühungen, die sie und ihr Parteikollege Klubobmann Markus Sint in den vergangenen Jahren an den Tag gelegt hätten, am Wahltag "honorieren", war sie überzeugt. Denn die Wählerinnen und Wähler wüssten, dass sie "an den Themen drangeblieben" und den Leuten zugehört hätten. "Es wird Veränderungen geben, Tirol ist bereit für Veränderungen", kommentierte sie die politische Stimmung.

 11:15

Landeshauptmann Platter wählte als letzter

Rund zwei Stunden nach dem ÖVP-Spitzenkandidaten Mattle wählte Noch-Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) in seiner Heimatgemeinde Zams. Bei leichtem Regen zu Fuß in Richtung Kultursaal der Gemeinde Zams gehend, wollte er gegenüber der APA kein Statement abgeben. "Ich habe richtig gewählt", sagte er lediglich nach erledigter Stimmabgabe und machte sich wieder zu Fuß von dannen.

 11:00

Erste Ergebnisse sind schon da

Die ersten Wahllokale - wie etwa jenes in Gramais - haben bereits wieder geschlossen. In einigen kleineren Tiroler Gemeinden liegen die Ergebnisse also schon vor. Und der ÖVP dürfte laut ersten Trends ein massiver Absturz drohen.

 10:27

MFG optimistisch

Auch die Spitzenkandidatin der MFG, Elfriede Hörtnagl-Zofall, schritt schon morgens zur Wahlurne. In Begleitung ihres Mannes und ihrer Tochter gab sie gegen 9.30 Uhr in ihrer Heimatgemeinde Kematen (Bezirk Innsbruck-Land) ihre Stimme ab - in "absolut guter Stimmung", wie sie gegenüber der APA betonte. Heute sei "ein Freudentag". Ihre Partei habe den Wahlkampf "positiv abgeschlossen" und viele Menschen erreicht - und das, obwohl von Seiten einiger Medien "bewusstes Desinteresse" vorgeherrscht habe. Dass sie die Fünf-Prozent-Hürde knacken und mit den Ihren in den Landtag einziehen wird, stand für Hörtnagl-Zofall außer Frage. "Das muss so sein und wird so sein", so die MFG-Frontfrau, die sich am Wahltag als Stimme jener sah, die sich "selbst nicht nach vorne trauen und sich selbst nicht artikulieren".

 10:26

Mair und Oberhofer gaben Stimme per Briefwahl ab

Zwei der Spitzenkandidaten haben ihre Wahlaufgabe schon im Vorfeld erledigt. Sowohl der Grüne Gebi Mair als auch NEOS-Listenerster Dominik Oberhofer gaben ihre Stimme per Briefwahl ab.

 10:25

Auch Dornauer hat bereits gewählt

SPÖ-Chef Dornauer wählte bereits in aller Früh in seiner Heimatgemeinde Sellrain, wo er als Bürgermeister fungiert. Dornauer ist dort als Wahlleiter fest im Einsatz. Er sei "sehr optimistisch", sagte der Landesparteivorsitzende zur APA. Er habe bis Mitternacht wahlgekämpft und sei deshalb nunmehr in gelassener Stimmung. Dornauer betonte, dass er "ganz klar einen '2er'" vor dem Ergebnis haben - 2018 war die SPÖ bei 17,25 Prozent gelandet - und den zweiten Platz halten wolle. Der 39-Jährige ging davon aus, dass der "erste Regierungsbildungsauftrag" bei der stärksten Partei, der ÖVP, liegen werde. Dann werde man im Laufe der Woche "mögliche Sondierungsgespräche" führen, so der oberste Rote, der im Wahlkampf klar auf eine Zweierkoalition mit der Volkspartei zielte.

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 09:57

ÖVP droht Minus-Rekord

Erst ein einziges Mal bekam die ÖVP weniger als 40 Prozent der Stimmen (2013), dieses Mal droht sogar ein Absturz unter die 30-Prozent-Marke.

 09:55

ÖVP bei letzter Wahl noch weit vorne

2018 kam die ÖVP unter Günther Platter auf 44,3 Prozent. Weit dahinter lagen SPÖ, FPÖ und Grüne.

 09:48

Erste Hochrechnung um 17 Uhr

Die erste Hochrechnung wird kurz nach Wahlschluss um 17 Uhr veröffentlicht, das vorläufige Endergebnis soll um 19 Uhr feststellen.

 09:19

Mattle bei Stimmabgabe mit Hoffnung auf "guten Dreier"

Der ÖVP-Spitzenkandidat und Landeshauptmannanwärter Anton Mattle hat seine Stimme für die Tiroler Landtagswahl bereits am Sonntagmorgen in seiner Heimatgemeinde Galtür abgegeben. Pünktlich um 8.30 Uhr schritt er mit dem Schlag der Kirchenglocken ins Gemeindehaus und gab sich nach erfolgter Wahl in Sachen Ergebnis vorsichtig optimistisch.

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Die Rahmenbedingen seien natürlich schwierig gewesen, aber es habe sich definitiv gelohnt "auf die Menschen zuzugehen", sagte Mattle zur APA. "Ich glaube, dass sich ein guter Dreier ausgeht", strich Mattle bezüglich seines Wahlziels von über 30 Prozent heraus.

Die letzten drei Wochen seien jedenfalls, unabhängig vom Wahlergebnis, "spannend gewesen", betonte der Wirtschaftslandesrat. Den "Kontakt zur Bevölkerung" habe er sehr geschätzt, so Mattle. Man habe mit diesem Zugang "vor drei Wochen eine Aufholjagd gestartet", sagte er.

 09:04

Große Sondersendung auf oe24.TV

oe24.TV berichtet ab jetzt 12 Stunden lang über die Tirol-Wahl.

 08:05

ÖVP droht Rekord-Verlust

Der ÖVP droht in der ersten Landtagswahl seit den Korruptionsermittlungen im Bund samt Rücktritt von Sebastian Kurz ein Absturz. Wie tief die erstmals von Anton Mattle in die Wahl geführte Tiroler Volkspartei fällt, wird man heute, Sonntag, Abend wissen. Wird das Minus größer als 15,92 Prozentpunkte, wäre das der Absturz-Rekord in Tirol. Die ÖVP fiele damit erstmals unter 30 Prozent und weit unter ihr bisher schlechtestes Ergebnis seit 1945.

Platz 1 wird die ÖVP allerdings, sagen alle Umfragen, halten können. Der war nie in Gefahr in diesem schwarzen Kernland: Bis 1984 wählten immer um die 60 Prozent der Tiroler die ÖVP. Erst mit dem Aufstieg der FPÖ unter Jörg Haider (ab 1986) ging die Stimmen-Absolute verloren. Die Mandatsabsolute hielt aber noch, auch 2003 reichte es noch einmal für 20 der 36 Landtagsmandate.

1989 erlitt die Volkspartei - bei starken Zugewinnen der FPÖ und dem Einzug der Grünen ins Landesparlament - ihr bisher größtes Debakel: Die minus 15,92 Prozentpunkte sind die aktuelle Minus-Rekord-Marke. Die ÖVP bekam damals erstmals weniger als 50 Prozent, aber doch noch knapp die Mandatsabsolute. Verantworten musste diese Niederlage Alois Partl, der 1987 dem legendären Eduard Wallnöfer nachgefolgt war. Er blieb nach der Wahl zunächst im Amt. 1991 gab er aber dann den Posten des Parteichefs an den nachdrängenden Wendelin Weingartner ab, 1993 beerbte ihn dieser auch als Landeshauptmann.

Über die 50 Prozent kam die Volkspartei seither nicht mehr - im Gegenteil: Beständige parteiinterne Streitereien bis hin zu Abspaltungen bescherten ihr 2013 sogar erstmals weniger als 40 Prozent. Mit damals sogar zwei VP-Dissidenten im Landtag (die Liste Fritz hielt sich, "Vorwärts" kam neu dazu) reichte es nur mehr für 39,35 Prozent. Das ist der bisher geringste Stimmenanteil der Volkspartei in Tirol.

Denn bei seiner zweiten Wahl 2018 gelang es Günther Platter - im Sog der Kurz-Türkisen - wieder deutlich zuzulegen, auf 44,26 Prozent. Dass dieses Ergebnis nicht zu halten ist, war schon länger klar. Platter hat wohl auch deswegen übergeben und die Neuwahl ausgerufen. Wie viel sein Nachfolger Mattle einbüßt, entscheiden heute rund 535.000 Tiroler.

 08:01

Herzlich Willkommen zum Live-Ticker

Seit 8 Uhr haben die meisten Wahllokale geöffnet.