Lehrer

27 Stunden Arbeit

Lehrer drohen mit Streik

Gewerkschaft: Finanzministerin Fekter hat null Ahnung von Job.

Der Streit um verlängerte Unterrichtszeiten für Junglehrer lässt die Pädagogen auf die Barrikaden steigen. Nun drohen erste Gewerkschafter mit Kampfmaßnahmen. Jürgen Rainer, Vorsitzender der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen, im ÖSTERREICH-Interview: „Man spekuliert damit, dass sich die Altgedienten nicht scheren, was mit den Jungenlehrern geschieht. Ich lasse das aus Solidaritätsgründen nicht zu.“ Rainer würde „selbstverständlich“ für Kollegen auf die Straße gehen.

Paul Kimberger von den Pflichtschulen will zwar noch gar nicht so weit denken, weil er den Vorschlag für zu „skurril“ hält: „Für mich steht das Kind im Mittelpunkt, die Qualität würde bei so einer Lehrverpflichtung deutlich sinken. Wenn sich die Verhandlungen so entwickeln sollten, dass das zulasten der Kinder geht, dann werden wir Maßnahmen natürlich überlegen.“

6 Stunden mehr
Finanzministerin Maria Fekter hatte vorgeschlagen, die Unterrichtszeit der Junglehrer von 21 auf 27 Stunden zu erhöhen. Bezahlt werden sollten davon aber nur zwei Drittel, da die Gehälter ohnehin „exorbitant“ seien. Lehrer, die Akademiker sind, verdienen zu Beginn ihrer Laufbahn etwa 1.300 Euro netto.

Die Gewerkschaft wirft Fekter vor, „keine Ahnung“ von Lehrer-Arbeitszeiten zu haben. 27 Stunden pro Woche zu unterrichten, würde eine Wochenarbeitszeit von weit über 50 Stunden bedeuten. „Wir haben jetzt eine Relation 1:1 festgeschrieben von Unterricht und Dingen, die nebenher laufen“, so Rainer. „Die würde dann aufgehoben werden. Wir wären dann bei einer 54-Stunden-Woche, zumindest in Spitzenzeiten.“

Der Vorschlag Fekters unterstelle Pädagogen, sie hätten immer zu wenig gearbeitet. „Das trifft die Lehrer mitten ins Herz“, so Rainer. Schon jetzt hätten viele Lehrer mehr als 40 Stunden Arbeit pro Woche und würden oft bis in die Nacht Hefte korrigieren.

Lehrer-Gewerkschafter Jürgen Rainer für Kampfmaßnahmen: "Bereit, auf die Straße zu gehen"

ÖSTERREICH: Warum stemmen Sie sich in Zeiten wie diesen gegen eine verlängerte Unterrichtszeit?
Jürgen Rainer: Man teilt Generationen von Lehrern mit, dass sie immer zu wenig gearbeitet haben. Das trifft die mitten ins Herz, die um elf in der Nacht immer noch die Schularbeiten korrigieren. Man kann nicht einfach so einen Hüftschuss machen.

ÖSTERREICH: Können Sie sich Kampfmaßnahmen vorstellen?
Rainer: Man spekuliert damit, dass sich die Altgedienten nicht darum scheren, was mit den Jungen geschieht. Aber es kann nicht sein, dass die einen mehr als die anderen arbeiten. Ich lasse das schon aus Solidaritätsgründen nicht zu. Ich kann nicht meine Kinder verkaufen.

ÖSTERREICH: Sie würden auf die Straße gehen?
Rainer: Na selbstverständlich.

(knd)



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