Ein Kommentar von Rudolf Fußi.
410 Euro kostet eine Karte für den Opernball, zehntausende Euro gibt man für eine rauschende Ballnacht in einer der Logen samt Konsumation aus. Ein Ball für die Reichen war er immer und wird es immer mehr. Sollen die Reichen doch feiern, möchte man meinen und das ist ja auch nicht falsch.
Es ist aber nun mal eine Art Staatsball und schließt durch diese immens hohen finanziellen Hürden die normalen Menschen des Landes weitgehend aus, das ist der Schönheitsfehler am Opernball. Dies könnte man durch spezielle Kontingente lösen, die man z.B. verlost. Ist der Ball der Bälle in Zeiten schleichender Verarmung noch zeitgemäß? Ja, ist er. Die Wirtschaft, Schön und Reich, sie alle treffen sich und so kommt Geld für die Staatsoper zusammen. Mehr als 1 Million Menschen sind über die Bildschirme dabei. Wer hat welches Kleid an? Wer ist mit wem dort? Na, die wird wohl auch schon was machen haben lassen!
Die normalen Menschen des Landes schauen übers TV-Gerät dem Zoo der Mächtigen zu, ein Schönbrunn-Besuch von der Couch aus. Dass die Schere zwischen Reich und Arm immer größer wird, das ist unbestreitbar und Folge falscher Politik. Auch die aktuelle Regierung ändert nichts daran. Alles Walzer!