Frau erfroren

Mord-Krimi am Großglockner: Mutter von Opfer verteidigt den Angeklagten

Kerstin G. (33) wurde nur wenige Meter unterhalb des Gipfelkreuzes des Großglockners tot aufgefunden – knapp 50 Meter vor dem Ziel einer nächtlichen Bergtour. Jetzt nimmt die Mutter des Opfers ihren Freund, der sich wegen Tötung vor Gericht verantworten muss. 

Der 36-Jährige soll laut Staatsanwaltschaft Innsbruck gegen 2 Uhr „seine Freundin schutzlos, entkräftet, unterkühlt und desorientiert circa 50 Meter unterhalb des Gipfelkreuzes des Großglockner zurückgelassen“ haben. Kerstin G. (33) ist erfroren - bei Dunkelheit, Minusgraden und Windböen in Orkanstärke. 

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© Bergrettung Kals am Großglockner

"Kerstin war top trainiert"

Ihr Partner steht ab Donnerstag vor Gericht. Die Mutter des Opfer äußert sich jetzt gegenüber der "Zeit" zu der Causa, in der sie ihre Tochter verloren hat. „Es macht mich wütend, dass Kerstin als kleines Dummerchen dargestellt wird“, erklärt Gertraud G.  „Kerstin war top trainiert. Und sie hat allein und auch mit ihrem Freund bereits weitaus schwierigere Klettertouren gemeistert.“ 

Das Paar habe ihre gemeinsamen Wanderungen immer demokratisch abgestimmt. Die Begeisterung für das Berggehen habe Kerstin „in der Coronazeit entdeckt“, so die Mutter. „Kerstin lotete gerne ihre Grenzen aus.“ Ihre Tochter sei aber „verantwortungsbewusst“ gewesen. Und weiter: „Sie stand schon auf dem Großen Wiesbachhorn, 3564 Meter hoch. Daran sieht man, dass sie Hochtourenerfahrung hatte.“ Weil sie tagsüber arbeitete, wanderte sie gerne nachts, um Sonnenaufgänge zu sehen. Die dementsprechende Ausrüstung, um bei solchen Wetterverhältnissen in Kälte und Wind zu wandern, habe sie demnach laut der Mutter gehabt.

Mutter über Angeklagten: Er hat das nicht verdient

Die Staatsanwaltschaft sieht die Verantwortung für den Tod beim Freund der jungen Frau aus Salzburg. Er soll als Führer agiert haben. „Wenn Kerstin nicht einverstanden war, haben sie eine Bergtour nicht gemacht“, so die Mutter.  „Deswegen hat er auch nicht verdient, als Führer in die Verantwortung genommen zu werden.“

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