Konsequenzen

Alpenüberquerung mit Rädern: Diversion für Lehrer

Mehr als eineinhalb Jahre nach einer gescheiterten Alpenüberquerung mit Fahrrädern durch eine deutsche Schülergruppe, bei dem diese von einem Hubschrauber geborgen hatte werden müssen, ist das Strafverfahren gegen den Gruppenleiter mit einer Diversion eingestellt worden

Der Lehrer zahlte einen Geldbetrag in Höhe von 8.500 Euro.

Zuvor hatte auch die dpa darüber berichtet. Dem Mann war fahrlässige Gemeingefährdung vorgeworfen worden, da er keine ausreichenden Informationen zu Wetter- und Wegverhältnissen eingeholt hätte. "Mein Mandant hat sein Fehlverhalten eingesehen und Verantwortung übernommen", erklärte dessen Tiroler Anwalt Matthias Holzmann und verwies darauf, dass der Lehrer aufgrund der diversionellen Erledigung ohne Vorstrafe aus dem Verfahren gehe. Der Anwalt hatte laut eigenen Angaben einen schriftlichen Diversionsantrag eingebracht, dem das Gericht stattgab und schließlich ein Diversionsangebot erstattete. Eine für vergangenen Dienstag anberaumte Verhandlung am Bezirksgericht Zell am Ziller war deshalb letztlich im Vorfeld abberaumt worden.

In Schnee geraten

Die Gruppe aus dem bayerischen Furth bei Landshut - elf Gymnasiasten im Alter von 16 und 17 Jahren, zwei Lehrer und fünf Begleitpersonen - war im Juli 2024 im Zuge einer Projektarbeit für den guten Zweck zu einer Alpenüberquerung per Fahrrad nach Jesolo an der italienischen Adria aufgebrochen. Am 4. Juli wollten die Teilnehmer von Zell am Ziller im Zillertal aus über den Zillergrund und das auf 2. 658 Metern Seehöhe gelegene Heilige Geistjöchl nach Prettau in Südtirol gelangen. Doch auf der Etappe gerieten sie in teils einen halben Meter tiefen Schnee und mussten ihre Fahrräder tragen.

Der Gruppenleiter setzte letztlich angesichts der erschwerten Bedingungen, der Erschöpfung der Gruppe und der fortgeschrittenen Stunde einen Notruf ab. Die Ausflügler wurden mit dem Polizeihubschrauber geborgen und dann von Bergrettern zurück ins Tal gebracht. Verletzt wurde niemand.

Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten