Karl Wendl Porträt

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Es war kein Unfall, sondern ein Verbrechen

Ein Kommentar von ÖSTERREICH-Außenpolitikchef Karl Wendl.

Präventiv. Es braucht ein deutliches Signal gegen die Raser-Szene. Dem Syrer, der den Todeswagen über den Wiener Ring gepeitscht hat, drohen drei Jahre Haft wegen grob fahrlässiger Tötung. Das schreckt die Poser- und Tuner-Szene nicht ab. Sie rasen weiter, weil ihnen die Folgen ihres hochriskanten Fahrverhaltens gleichgültig sind, sie wollen Rennen gewinnen, rücksichtlos und selbstverliebt, sie spielen mit dem Leben anderer, sonst nichts.

Zwei Kilometer, elf rote Ampeln, ein Crash

Urteil. Vielleicht sollte sich Österreichs Justiz an Deutschland orientieren: In Berlin heizten zwei Auto-Fanatiker mit ihren Boliden nachts über den Kurfürsten-Damm. Vollgas. Zwei Kilometer, elf rote Ampeln. Ein Rennen. An einer Kreuzung rollte ein Rentner mit seinem Jeep auf den Ku‘damm, er hatte Grün. Dann der Aufprall. Der Rentner hatte keine Chance.

Das Berliner Landgericht verurteilte beide Raser als Mörder, obwohl nur einer mit seinem Wagen den Jeep rammte. Lebenslange Haft. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass beide Männer den Tod eines anderen Lenkers billigend in Kauf nahmen. Sie setzten ihr e Autos als „gemeingefährliche Gegenstände“ ein. Später wurde das Urteil gegen jenen, der nicht mit dem Auto des Rentners kollidierte, in „versuchten Mord“ umgewandelt: 13 Jahre. Aus das ein Hammerurteil. Dass sein Auto nicht mit dem Jeep des Rentners kollidierte, hing vom Zufall ab.