Schadenfreude über Benko-Pleite ist fehl am Platz

Das sagt ÖSTERREICH

Schadenfreude über Benko-Pleite ist fehl am Platz

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Das sagt ÖSTERREICH – ein Kommentar von Chefredakteur Niki Fellner zur Insolvenz von René Benkos Signa.

Die Signa-Pleite kam nicht überraschend, dennoch schlägt sie in ihrer Dimension mit voller Härte ein. Häme und Schadenfreude sind jedenfalls fehl am Platz.

Benko war ein Vollblut-Unternehmer, der Risiken genommen hat (auch wenn es ganz offentlichtlich zu viele waren). Davon gibt es in Österreich leider ohnehin nicht allzu viele. Dass er damit am Ende scheiterte, ist tragisch – gehört in vielen anderen Ländern wie den USA aber dazu.

In Österreich sind wir hingegen immer sehr schnell dabei, gefallenen Unternehmern noch hinterherzuspucken. Jene, die noch vor kurzem auf Benkos Schoß saßen, haben es jetzt besonders eilig, sich von ihm zu distanzieren. Auch das ist – leider – typisch österreichisch.

Noch schlimmer als die menschliche Tragödie ist freilich das wirtschaftliche Drama. Die Signa-Insolvenz wird wohl einen Domino-Effekt auslösen – von Baufirmen, über Handwerker bis hin zu Zulieferern gibt es hunderte, wenn nicht tausende betroffene Firmen. Viele davon könnten nun selbst in die Pleite schlittern. Dazu kommen tausende Arbeitsplätze (in der Immobilien- und der Handelsbranche) die jetzt wackeln.

Daran sollten sich insbesondere auch jene Politiker erinnern, die jetzt am lautesten über Benko lachen – deren Vorgänger bei der Signa aber fleißig mitkassiert haben ...

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