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Wann Tirol die Republik beben lässt

Das sagt ÖSTERREICH – ein Kommentar von Chefredakteur Niki Fellner.

In einer Woche lässt Tirol die heimische Innenpolitik beben. Die Frage ist nur: Wie stark? Schon jetzt steht fest, dass die ÖVP massive Verluste einfahren wird. Aber wie hoch wird das Minus wirklich? Davon wird auch die Zukunft von Karl Nehammer abhängen.

Es gibt drei Szenarien:

Szenario 1: Die ÖVP verliert „nur“ knapp 10 Prozent, kommt also auf 34 Prozent oder mehr. Dann werden sowohl Tiroler als auch Wiener versuchen, das als „Erfolg“ zu verkaufen, weil die Umfragen zuletzt viel schlechter lagen. Kanzler Nehammer würde mit einem blauen Auge davonkommen.

■ Szenario 2: Die ÖVP verliert mehr als 10 Prozent, bleibt aber über 30 %. Mit so einem Ergebnis rechnen schwarze Partei-Strategen derzeit. In diesem Fall würden die Tiroler sich an Wien abputzen und wohl eine Frontal-Attacke gegen die Parteispitze reiten, insbeson­dere an der Kehrtwende beim Klimabonus für Asylwerber. Nehammer wäre als ÖVP-Chef dann zwar schwer beschädigt, vermutlich würden die Niederösterreicher aber vor ihrer Landtagswahl im Jänner keinen Kanzlerwechsel zulassen.

■ Szenario 3: Die ÖVP verliert mehr als 15 Prozent, fällt unter die 30-Prozent-Marke – dann bebt die ­Republik. Die Länder – insbesondere jene, in denen Landtagswahlen anstehen – würden eine ­offene Revolte gegen ­Nehammer starten. Gut möglich, dass der Kanzler von alleine hinschmeißt. Dann läuft alles auf Neuwahlen hinaus – wohl mit Karo Edtstadler als Spitzenkandidatin …